Sergeant sentenced for pulling cadet's hair

Six months in prison for abuse of authority and three for injury: a Spanish military court convicts the sergeant who pulled a student's braid during a rappelling exercise.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sergeant sentenced for pulling cadet's hair
Sechs Monate Haft für Ziehen an der Haarflechte einer Kadettin

Kann ein Ausbilder wegen Haarziehen an einer Untergebenen verurteilt werden? Bei der spanischen Luftwaffe (Ejército del Aire) ja. Das Vierte Regionale Militärgericht hat einen Stabsfeldwebel — zum Zeitpunkt der Tat Oberfeldwebel — wegen Vorfällen im Juni 2022 während eines Abseilübungs an der Grundausbildungsschule der Luftwaffe (Academia Básica del Aire) in La Virgen del Camino (León) verurteilt. Die Strafe: sechs Monate Gefängnis wegen Amtsmissbrauchs in Form von Misshandlung, gemäß Artikel 46 des Militärgesetzbuches, und weitere drei Monate wegen Körperverletzung. Der Auslöser war eine Flechte, die einige Zentimeter aus dem Helm ragte.

Was das Urteil als bewiesen ansah

Der Ausbilder überprüfte zu Beginn des Abseilens den Gurt, die Befestigungsvorrichtungen und die Sicherheitssysteme der Kadettin. Als er die Flechte sah, fuhr er ihr lautstark entgegen: „Wo gehen Sie mit dieser Hippie-Flechte hin? Was passiert, wenn sich Ihr Haar irgendwo verfängt?“ Er beließ es nicht bei Worten. Gleichzeitig zog er an ihrer Flechte.

Danach befahl er ihr, zurückzugehen, um ihr Haar aufzunehmen, das durch das Ziehen gelöst worden war. Die Kadettin antwortete sehr nervös und schluchzend, dass dies kein angemessenes Verhalten sei. Mehrere Augenzeugen sagten aus, sie hätten gesehen, wie der Unteroffizier am Haar zog oder sie an der Flechte festhielt, obwohl sie den konkreten Ruck nicht sahen. Der Angeklagte leugnete, sie an der Flechte gepackt zu haben; seine Version, die das Gericht nicht glaubte, war, dass sich ihr Haar am Helm verhakt habe.

Das Karabinerhaken-Detail wurde nicht bestätigt

In ihrer Aussage behauptete die Kadettin, der Sergeant habe einen Karabinerhaken vom Geschirr genommen, ihn in ihr Haar eingehängt und stark gezogen, während er sagte: „Was passiert mit Ihrem Kopf, wenn Sie so hängen bleiben? Sie können sich nicht bewegen, oder? Würden Sie sich verletzen?“ Außerdem habe er ihren Kopf zu den anderen Kameraden gedreht, was ihr Scham und Demütigung bereitete.

Die Kammer bestätigte die Verwendung des Karabiners nicht: „Es steht nicht fest, dass diese Züge mit einem der Karabiner durchgeführt wurden.“ Aber sie fügte einen Satz hinzu, der jede einfache Verteidigung entkräftet: „Dieser Umstand mindert die Glaubwürdigkeit der Aussage der Kadettin nicht im geringsten.“ Der Nervenzustand, so argumentiert das Gericht, könnte dazu geführt haben, dass sie die Hand mit dem Karabiner verwechselte. Die Züge und Schreie wurden als bewiesen angesehen; das Werkzeug nicht. Das Urteil beschreibt auch die klassischen Kriterien für die Glaubhaftigkeit eines Opfers: kein falsches Motiv für die Anzeige, Beharrlichkeit bei der Beschuldigung und eine kohärente Erzählung.

Angstattacke und Hautabschürfung am Kopf

Nach der Übung ging die Kadettin zur Sanitätsstation der Akademie. Das medizinische Personal stellte einen „allgemeinen Angstzustand mit erhöhtem Blutdruck“ fest, der eine Notfallmedikation und die Unterstützung des psychologischen Dienstes der Einheit erforderte. Der Arzt stellte eine kleine Abschürfung am Kopf fest, eine Rötung mit Kratzspuren, stressbedingtes Asthma und Angst sowie leichte Nackenschmerzen oder Muskelverspannungen. In der mündlichen Verhandlung hielten die forensischen Gutachter es für wahrscheinlich, dass die Attacke ihren Ursprung in Ereignissen hatte, die als hochgradig demütigend empfunden wurden.

Warum das Gericht Amtsmissbrauch statt eines Streits sieht

Der Schlüssel liegt in der Absicht. Das Gericht stellte fest, dass die Aggression gegen eine Untergebene, mit Ziehen an der Flechte vor anderen Kameraden, „ein schwerwiegendes Verhalten“ sei, das Rechtsgüter wie militärische Disziplin und die Pflicht zur Achtung der militärischen Würde verletzt habe. Das Urteil beschreibt eine Absicht zur Demütigung, nicht zur Korrektur. Daher endete der Fall vor einem Regionalen Militärgericht, nachdem der Kommandant der Grundausbildungsschule die Fakten zur Kenntnis gebracht hatte und der Vorfall zuvor bereits zu einer disziplinarischen Meldung geführt hatte.

Der Konflikt über Härte: Ausbildung oder Demütigung?

Der Fall hat die Debatte über Ausbildungsmethoden wieder angeheizt. Einige Reaktionen betonen, dass militärische Ausbildung psychische Belastbarkeit erfordert, dass harte öffentliche Episoden Teil der Ausbildung sind und dass solche Fälle vor Gericht die Streitkräfte schwächen. Das Argument ist die Verurteilung: neun Monate Gefängnis für das, was sie als einen Streit mit Ziehen beschreiben.

Auf der anderen Seite behauptet eine andere Strömung genau das Gegenteil: Dass erniedrigende Behandlung niemanden zu einem besseren Kämpfer oder Techniker macht und dass Vorgesetzte durch Vorbildfunktion imponieren, nicht durch Demütigung derer, die von ihnen abhängen. Bei einer Abseilübung, betonen sie, hätte es gereicht, verbal auf das Risiko offener Haare hinzuweisen, ohne jemanden anzufassen. Und ein Aspekt, der oft übersehen wird, taucht auf: Bei der Luftwaffe gibt es Fachbereiche wie Verwaltung, Wartung oder Gastgewerbe, die wenig mit einer Spezialeinheit zu tun haben.

Auch die disziplinarische Wirkung wird diskutiert. Manche verteidigen, dass der Ausbilder eine Sicherheitsvorschrift anwendete — eine in der Ausrüstung hängende Flechte ist ein reales Risiko — und andere antworten, dass Warnung vor dem Risiko und Ziehen am Haar verschiedene Dinge sind und Letzteres nicht nötig war für Erstgenanntes. Eine weitere Kritiklinie zielt auf den rechtlichen Rahmen: Es wird behauptet, ein vergleichbarer Vorfall zwischen zwei Männern wäre bei einer Arreststrafe geblieben und nicht vor Gericht gegangen, was mit den verfügbaren Unterlagen nicht überprüfbar ist.



Das Gericht fand keinen einzigen Zeugen, der die Version des Ausbilders stützte. Auch kein falsches Motiv bei der Klägerin, deren Darstellung als kohärent und beharrlich eingestuft wurde. Wenn das Ziel war, ein Beispiel für Härte zu setzen, kostete die Härte am Ende sechs plus drei Monate Gefängnis.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (259 Antworten).

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