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Selena-Gomez-Fieber in Madrid: acht Stunden Schlange für einen Lippenstift
In Madrid bilden sich acht Stunden lange Schlangen für den neuen Lippenstift von Selena Gomez' Marke Rare Beauty. Marketingstrategie oder kollektiver Wahnsinn? Daten und Analysen.
Selena-Gomez-Fieber: acht Stunden Schlange für einen Lippenstift in Madrid
Was treibt Dutzende junge Menschen dazu, sich um vier Uhr morgens in der Calle Nieremberg einzufinden, acht Stunden bevor der Laden öffnet? Die Antwort heißt Rare Beauty, das Make-up-Label von Selena Gomez, das in der Hausnummer 7 einen Pop-up-Store eröffnet hat, um den neuen Soft Pinch Lip Oil Stick vorzustellen. Das Thermometer zeigte schon am Mittag hohe Temperaturen an, doch die Ersten in der Schlange warteten seit vor Sonnenaufgang darauf, als Erste das Produkt ausprobieren zu dürfen.
Verknappungsstrategie und Markenfervor
Das Phänomen ist nicht neu, doch Rare Beauty hat es zum Marketing-Lehrbuch erhoben. Ein Pop-up-Store ohne Massenwerbung erzeugt eine Blase der Erwartung, die aus einem 20-Dollar-Lippenstift ein Objekt der Begierde macht. Die sozialen Medien erledigen den Rest: Jede Selfie in der Schlange ist Gratiswerbung. Die Marke spielt mit Exklusivität und Dringlichkeit —nur ein Tag, nur in dieser Straße— um den Hype unter ihrer Fanbasis zu befeuern, die überwiegend aus jungen Menschen besteht, die die Sängerin und Unternehmerin vergöttern.
Der Preis des Wartens
Acht Stunden Schlange unter der Madrider Sonne für ein Produkt, das, wie manche Analysen anmerken, nach dem Auftragen binnen Minuten verschwunden ist. Die Opportunitätskosten sind hoch: Zeit, die man für andere Aktivitäten nutzen könnte, die der Konsument aber in ein Markenerlebnis investiert. Pop-up-Stores sind genau das: Erlebnisse. Und in der Unterhaltungsökonomie ist das Verkaufen eines Erlebnisses mehr wert als das Verkaufen eines Lippenstifts.
Vielleicht hält das Produkt zehn Minuten auf den Lippen, doch das auf Instagram hochgeladene Foto bleibt für immer. Die Ironien des modernen Konsums: Der wahre Wert liegt nicht im Kosmetikprodukt, sondern darin, dabei gewesen zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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