Selbstgemachte Nasenspülung für 3 Euro statt Apotheken-Spray

Ein Liter Kochsalzlösung kostet rund 3 Euro, ein Markenspray deutlich mehr. Das Rezept für selbstgemachtes Rhinomer, die richtige Konzentration und die Risiken von Leitungswasser.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selbstgemachte Nasenspülung für 3 Euro statt Apotheken-Spray
Kochsalzlösung für 3 Euro statt Markenspray: So macht man Rhinomer selbst

Ein Liter Kochsalzlösung kostet in der Apotheke rund drei Euro. Ein Nasenspray mit sterilisiertem Meerwasser kostet deutlich mehr. Diese Preislücke veranlasst viele Menschen in Spanien, ihre eigene Nasenspülung mit Spritze, Salz und Wasser anzufertigen – und hat selbstgemachtes Rhinomer zu einem der Themen gemacht, die trivial erscheinen, bis man ausrechnet, was man pro Jahr ausgibt.

Das Rezept, das kursiert, ist einfach: 9 Gramm Salz pro Liter Wasser, die exakte Konzentration einer Kochsalzlösung, oder ein Teelöffel Meersalz pro Glas, wenn man nach Gefühl mischt. Natürliches Meerwasser enthält zum Vergleich 35 Gramm Salz pro Liter, also viermal mehr. Deshalb reizt das handelsübliche Spray manche und hilft anderen.

Kochsalzlösung aus der Apotheke: die günstigste und sicherste Option

Der solideste Konsens in dieser Sache besteht nicht im Mischen. Er besteht darin, eine Flasche mit 500 Millilitern oder einem Liter Kochsalzlösung zu kaufen und sie mit einer großen Spritze für Nasenspülungen zu entnehmen. Der Preis liegt bei etwa drei Euro pro Liter und reicht für Monate. Gegenüber Einzeldosen und kleinen Behältern ist die Ersparnis enorm.

Der Schlüssel liegt in der Konzentration: 0,9 Gramm Natriumchlorid pro 100 Milliliter, also dieselben 9 Gramm pro Liter. Das ist die Lösung, die Krankenhäuser verwenden, geeignet für Schleimhäute, und der nötige Druck entsteht durch das Zusammendrücken der Spritze. Wer es jahrelang gegen hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündungen verwendet hat, verteidigt es ohne Vorbehalte: günstiger geht es nicht.

Das Problem bei gelagerter Kochsalzlösung ist ein anderes: In einem offenen Behälter können sich Bakterien bilden. Die wiederholte Empfehlung lautet, Behälter und Wasser zu sterilisieren oder das Wasser einfach mit dem Salz zu kochen und vor der Anwendung abkühlen zu lassen.

Ist die Nasenspülung mit Leitungswasser sicher?

Hier kommt die ernsthafte Warnung. Die amerikanische FDA hat vor Nasennebenhöhleninfektionen gewarnt, die mit Nasenspülungen bei unbehandeltem Wasser in Verbindung stehen; der klassische Fall ist ungekochtes Leitungswasser. Das ist keine Legende: Es gibt offizielle Dokumentation dazu, und es gibt Berichte von Menschen, die ihre Nase mit nicht sterilisiertem Wasser gespült haben und eine Naseninfektion davontrugen.

Die häusliche Sterilisation hat ihre Technik. Ein heftiges Kochen ist nicht nötig: drei Minuten bei 70 Grad genügen, und das Wasser zwei Minuten lang zum Kochen zu bringen stellt sicher, dass diese Schwelle überschritten wurde. Meerwasser zu kochen löst dagegen nichts: Während das Wasser verdampft, konzentriert sich das Salz, und die Lösung wird stärker als sie sein sollte.

Meerwasser, Rhinomer und das Discounter-Spray

Das handelsübliche Behältnis ist im Wesentlichen sterilisiertes Meerwasser. Das erklärt, warum viele sich fragen, ob es genügt, am Strand eine Flasche zu füllen, sie zu kochen und zu filtern. Die kurze Antwort: Es lohnt sich nicht. Der Vorgang konzentriert das Salz und entfernt nicht alle Verunreinigungen. Und wer weit von der Küste entfernt wohnt, frisst der Transport die Ersparnis auf.

Die Zwischenalternative sind Discounter-Sprays aus dem Supermarkt mit anderer Zusammensetzung —2 % Meerwasser und viel zugesetztem Salz—, die manchen die Nasenlöcher stärker austrocknen und sich für sie sogar wirksamer erweisen. Das Antriebssystem des Originalbehälters mit seinem Gummiteil verleitet zum Nachfüllen, wobei unklar ist, ob das Rückschlagventil das erlaubt.

Vicks Vaporub und Eukalyptusdampf: Was Anwender berichten

Das abschwellende Repertoire endet nicht bei der Kochsalzlösung. Vicks Vaporub hat Anhänger, die es vor dem Schlafen auf die Brust auftragen: Die Körperwärme verdampft das Produkt, das beim Einatmen den Schleim trocknet und die Atemwege freimacht. Es ist palliativ, keine Heilung, und man verbringt die Nacht nicht mit laufender Nase. Andere bevorzugen den Dampf von gekochten Eukalyptusblättern, ein Klassiker von jeher.

Heißer Wasserdampf mit einem Handtuch über dem Kopf gilt als die sicherste und günstigste Methode von allen: Er tötet Bakterien und weicht den Schleim auf, ohne dass man etwas kaufen muss. Bei ätherischen Ölen lautet die Warnung, sie nicht zu übertreiben, weil sie abhängig machen.

Vor diesem Hintergrund hat die Nasenspray-Industrie ein Preisproblem, das schwer zu verteidigen ist. Weniger klar ist, ob die häusliche Lösung immer genauso sicher ist: Der Unterschied zwischen einem Liter Kochsalzlösung für drei Euro und ungekochtem Leitungswasser ist buchstäblich eine Infektion.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver