Benzin-Mondeo von 2002 mit 300.000 km für 2.900 €: Der Gebrauchtwagenmarkt dreht durch

Ein Benzin-Mondeo von 2002 mit 300.000 km steht seit August für 2.900 € im Angebot. Laut mehreren Forennutzern dürfte er höchstens 1.000-1.800 € kosten und zeigt exemplarisch die Inflation bei…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Benzin-Mondeo von 2002 mit 300.000 km für 2.900 €: Der Gebrauchtwagenmarkt dreht durch
2.900 € für einen Mondeo von 2002 mit 300.000 km: Der Gebrauchtwagenmarkt dreht durch

Ein Ford Mondeo mit Benzinmotor, Baujahr 2002, 300.000 Kilometer auf dem Tacho und ohne klares Umweltsiegel, steht seit August für 2.900 Euro zum Verkauf. Die Summe, die auf den ersten Blick wie ein Tippfehler wirkt, fasst den Zustand des spanischen Gebrauchtwagenmarkts zusammen: Autos, die vor sechs Jahren für 1.500 Euro verkauft wurden, werden heute zum Doppelten angeboten, und wer einen günstigen Familienwagen sucht, läuft gegen eine Preismauer, die mit dem Verschleiß des Fahrzeugs nichts mehr zu tun hat.

Die Diagnose, die sich in der Diskussion durchsetzt: Dieser Mondeo dürfte auf einem gesunden Markt **1.000 Euro** nicht überschreiten. Manche drücken die Zahl noch weiter nach unten: Über **1.800 Euro** zahlt niemand, und mit 300.000 Kilometern auf einem Benziner — nicht auf einem Diesel mit ewiger Laufleistung — macht die Liste der Teile, die in dem Alter ausgetauscht werden müssen, aus dem Kauf eine Lotterie. Der Verkäufer hat derweil keine Eile. Er bietet seit August an. Da steht er noch.

Warum ein altes Auto heute doppelt so viel wert ist wie 2018

Die Erklärung liegt nicht in der Laune des Verkäufers, sondern in der Struktur des Fahrzeugbestands. Das Durchschnittsalter eines Pkw in Spanien liegt bei rund **14-15 Jahren** und steigt weiter, was bedeutet, dass es eine riesige Masse an Fahrern gibt, die ein Auto brauchen und sich keinen Neuwagen leisten können. Dazu kommt der Einbruch der Neuzulassungen zwischen 2020 und 2023 durch die Chipkrise: Es wurden weniger Neuwagen verkauft, diese Jahrgänge an halbneuen Fahrzeugen erreichten den Gebrauchtwagenmarkt nie, und die ganze unterste Preisklasse verteuerte sich im Sog.

Das Ergebnis ist eine Zange. Ein einfacher Dacia Sandero kostet nicht weniger als **14.000 Euro**, ein Auto mit Platz für drei Personen und etwas Kofferraum liegt bei **20.000**. Wer nur 2.000 ausgeben kann, hat keine Chance. Und der Verkäufer weiß das.

Die Kilometerleistung als Urteil: Benzin gegen Diesel

Der technische Einwand wiegt am schwersten. Ein Benziner mit 300.000 Kilometern ist kein Diesel mit 300.000 Kilometern. Der Diesel hält durch, mit Einschränkungen; der Benziner sammelt Kupplungs-, Pumpen-, Riemen- und Anlasserwechsel sowie eine Litanei von Bauteilen, die ab 200.000 nach und nach kaputtgehen. Die Werkstatterfahrung bestätigt es: Mancher fährt einen 20-Ventil-León 1.8 mit **488.000 Kilometern** ohne Rauchentwicklung, aber das ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt, nicht die Regel.

Bei der Gesamtrechnung, mit der Liste der absehbaren Reparaturen und den Jahreskosten für die HU (in Spanien ITV, die Hauptuntersuchung), hört der Kaufpreis auf zu zählen und die Gesamtkosten fangen an zu zählen. Ein Auto für 2.000 Euro, das sieben oder acht Liter schluckt und alle 15.000 Kilometer kaputtgeht, kann in wenigen Jahren teurer kommen als eines für 9.000, das vier Liter verbraucht und keinen Riemen zum Wechseln hat.

Das Umweltsiegel, dieser unsichtbare Aufpreis

Ein Auto mit Siegel ist deutlich mehr wert als ein baugleiches ohne, weil nur es in die Innenstädte fahren darf. Das Mondeo-Inserat spielt mit der Verwirrung: Der Verkäufer sagt, es hat keins, das Auskunftstool sagt, es hat eines. Diese Mehrdeutigkeit ist auf einem Markt, in dem sich die Umweltzonen vervielfachen, kein Detail: Sie kann den Unterschied ausmachen zwischen Verkaufen und Nichtverkaufen, oder zwischen 2.900 und 1.500 Euro.

Der Käufer, der nicht findet, was er sucht

Das Käuferprofil verkompliziert das Bild. Wer einen Benziner-Kombi sucht, stellt fest, dass fast alle am Markt Diesel sind, und die übrigen Benziner haben zu viele Kilometer. Die Alternative — warten, bis ein Exemplar mit 200.000 Kilometern für 2.300 Euro auftaucht — existiert, verlangt aber, außerhalb der Region zu suchen und Geduld zu haben. Und nicht jeder hat die.

Unterdessen steht das Auto noch da, seit August, zu seinem unveränderten Preis. Der Verkäufer rückt nicht. Der Käufer zahlt nicht. Und mitten in diesem Kräftemessen funktioniert der spanische Gebrauchtwagenmarkt weiter als das, was er ist: ein ziemlich getreues Abbild dessen, was passiert, wenn der Neuwagen unerreichbar wird und das alte Auto zum einzigen Zufluchtsort wird.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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