Sechs-Stufen-Plan gegen Russland scheitert

Syrien, Bosporus, Belarus, Krim und Nord Stream: Die sechs Phasen des Plans gegen Russland und warum sie meist fehlschlugen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sechs-Stufen-Plan gegen Russland scheitert
Sechs Phasen zur Schwächung Russlands – fast alle scheiterten

Der Krieg in der Ukraine begann nicht in der Ukraine. Er begann, so argumentiert ein Nutzer in einem geopolitischen Analyse-Thread, in Syrien, am Bosporus und an zwei Pipelines auf dem Grund der Ostsee. Die Hypothese ist ambitioniert und wird durch kein offizielles Dokument gestützt: Sie beschreibt eine Kette von Schlägen, die Russland vor einer Konfrontation mit China ausschalten sollte. Das Bemerkenswerte an dieser Lesart ist nicht der Plan selbst, sondern dass die meisten Schritte fehlgeschlagen sind.

Warum taucht Syrien immer im Kontext des europäischen Gases auf?

Weil dort die Alternative zum russischen Gas hätte verlaufen sollen. In dieser Rekonstruktion war die Idee, eine Pipeline von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Europa über syrisches Gebiet zu verlängern. Dies hätte Moskaus Energieeinnahmen gekappt, ohne den Kontinent im Dunkeln zu lassen. Da Damaskus keine Zugeständnisse machte, wurde das Ziel geändert: Regimewechsel oder Verwandlung in einen gescheiterten Staat. Die russische Militärintervention zugunsten des Regimes war der erste Faktor, der das Projekt zunichtemachte.

Bosporus, Montreux-Konvention und der vereitelte Putsch in der Türkei

Die Kontrolle der türkischen Meerenge ist Russlands einziger Zugang zum Mittelmeer; um ihn zu schließen, musste Ankara kontrolliert werden. Das Problem war, dass dessen Präsident laut ursprünglicher Planung kein einfaches Spielzeug war. Der damalige Putschversuch im Land wurde als Teil dieser Manöver gelesen und angeblich dank russischer Intervention abgewehrt. Auf dem Papier garantiert die Montreux-Konvention freie Durchfahrt. In der Praxis, so diese Analyse, gibt sie der Türkei Spielraum, Staaten mit Konflikten die Passage zu verweigern: tausend Ausreden, um das Tor zu schließen, wenn die Tagesregierung anders wäre.

Farbrevolutionen: Ukraine ja, Belarus und Kirgisistan nein

Von der Liste der geplanten Regimewechsel im russischen Perimeter blieben vier folgenlos. Belarus und Kirgisistan hielten stand; der Impuls erlahmte, bevor er festigte. Die Ukraine wechselte zwar ihre Orientierung, aber nur teilweise: Das Land verlor die Krim nach dem Referendum und die russische militärische Präsenz vor Ort. Der Versuch, die Halbinsel zu blockieren, scheiterte, als Moskau in Rekordzeit eine Brücke über die Straße baute. Damit war der Brückenkopf vorbereitet, aber das Brettspiel hatte sich verändert.

Nord Stream, Massensanktionen und der Kampf um den Dollar

Der nächste Schritt war militärisch-finanzieller Natur. Die Ukraine wurde für eine Offensive vorbereitet und der wirtschaftliche Schlag zurückgehalten: Die Explosion der beiden Ostsee-Pipelines, die im Thread einem Akteur der NATO zugeschrieben wird, schnitt Berlin den Rückweg ab, wie Pizarro, der seine Schiffe verbrennt. Dann folgte die jahrelang geplante Sanktionsrunde, doch die Rechnung ging nicht auf: Die russische Wirtschaft hatte Abwehrmechanismen aufgebaut und reagierte mit einer diplomatischen Offensive, gestützt auf den BRICS-Block und Abkommen mit afrikanischen Ländern. Manche behaupten, hier habe der Angriff auf das internationale Zahlungssystem und die Dominanz des Dollars begonnen.

Afrika und das unerschlossene Öl

Der französische Energierückzug aus der Sahelzone und die Kontrolle der Bab-el-Mandeb-Straße vervollständigen das Bild. Eine im Thread kursierende Berechnung vergleicht Größenordnungen: Zwischen Irak, Iran und Venezuela könnten bei Stabilität und Investitionen mehr als 22 Millionen Barrel pro Tag gefördert werden, 24 Millionen inklusive Libyen – doppelt so viel wie Russland. Das Argument lautet, dass zwanzig Jahre „Kriege gegen das Böse“ das globale Angebot absichtlich verknappt haben, um das Fracking-Öl und damit den Greenback zu stützen.

Steht das Ende des US-imperialen Zyklus bevor?

Hier spaltet sich die Diagnose. Für einige Teilnehmer tritt Washington in seine Endphase als Hegemonialmacht ein, mit einer Elite, die jahrzehntelang gewohnt war zu gewinnen und daher fehleranfälliger ist. Das Gegenargument ist ernst: Auch Rom schien erledigt, bevor es zum Imperium wurde, und die USA verfügen über ausreichend kumulierte Stärke zur Neuaufstellung. Was beide Positionen nicht bestreiten, ist, dass Europa geschwächt aus dem Ring geht, mit Verteidigungsministerien, die nur noch Schaufenster sind, und einer unsicheren Energierechnung.

Wenn sich das Muster fortsetzt, verschieben sich die Druckpunkte wahrscheinlich auf die Flanken: die Ostsee, Belarus, Polen und die Sahelzone, wobei Afrika zum Feld europäischer Ermattung wird. Dass dies in den nächsten Monaten zu einer offenen europäischen Energiekrise führt, ist eine plausible Wette. Niemand unterzeichnet solche Prognosen, schon gar nicht jene, die Russland bereits zweimal totgesagt haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (188 Antworten).

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