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Sechs Jahre danach: Der Lockdown als psychologisches Experiment gelesen
Sechs Jahre später führt die Neuinterpretation des spanischen Lockdowns und der Maskenpflicht zu einer unbequemen These: Es war ein psychologisches Experiment, und 94 % haben mitgemacht.
Sechs Jahre nach dem Lockdown ist die Frage noch offen
Der Tweet, der die Diskussion eröffnet, liefert keine Daten, nur ein Bild und einen Satz: einen Moment, der nach Ansicht seines Verfassers in die Geschichte des Landes eingegangen ist. Von dort aus wird die Rückschau auf die Jahre des kleinen Biests zur Abrechnung mit der offiziellen Erzählung. Die vorherrschende These lautet, dass es nicht nur eine Gesundheitskrise war, sondern ein psychologisches Experiment im großen Stil. Und das ist keine Randmeinung: Sie zieht sich durch fast alle Beiträge.
Was an Lockdown und Maskenpflicht infrage gestellt wird
Die Kritik verteilt sich auf mehrere Fronten. Die erste ist der Gehorsam: Es wird behauptet, dass Einschluss und Maske mit einem Enthusiasmus hingenommen wurden, der befremdet, und dass wer die Übertreibungen anprangerte, als Verdächtiger behandelt wurde. Die zweite zielt höher, auf die Pharmaindustrie, der Macht über die Medien und Teile der Wissenschaft zugeschrieben wird. Die dritte ist das selektive Gedächtnis: Manche behaupten, ein Großteil des Bild- und Pressematerials aus jenen Monaten sei aus dem Internet verschwunden.
Eine Zahl wird immer wieder als zentrales Argument genannt: 94 % der Bevölkerung haben mitgemacht. Das ist die Schätzung, die in der Diskussion herangezogen wird, um den Grad der Akzeptanz der Maßnahmen zu messen. Es ist keine offizielle Angabe, sondern eine Zahl, die kursiert und zur Diagnose der spanischen Gesellschaft dient. Daraus springt man zu einer unbequemen Schlussfolgerung: Wenn dieser Prozentsatz stimmt, war das Problem nicht die Regierung, sondern die Masse.
Maskenstreit und Nachbarschaftsdenunziation
Die körperlichste Erinnerung ist die an die Straße. Es werden Auseinandersetzungen und beinahe Schlägereien beschrieben, weil jemand keine Maske trug, mit Menschen, die sich das Recht herausnahmen, andere ohne Maske zu schimpfen. Die Szene wiederholt sich: Mut auf Distanz und Schweigen auf Augenhöhe. Dazu die Denunziation: Anrufe bei der Polizei, weil jemand spazieren ging. Für die Erzählenden war das eine Feuerprobe, die die Nachbarn entlarvte.
Die andere Achse ist der Impfstoff. Der Slogan sicher und wirksam wird infrage gestellt, es ist von normalisierten Nebenwirkungen die Rede und von einem Medienapparat, der keine Fragen zuließ. Demgegenüber die persönliche Erfahrung: das Bicho zu Hause überstanden und ohne Impfung gut davongekommen. Die gezogene Schlussfolgerung: Die natürliche Immunität wurde zugunsten einer industriellen Lösung verschmäht.
Vergessen als Strategie und der Preis des Erinnerns
Der Ton wird härter, wenn es ums Gedächtnis geht. Beschrieben wird die Verbannung von Gruppen und Gesprächen, die sich an diese zwei Jahre erinnern. Die Erklärung ist psychologisch: Niemand erträgt, betrogen worden zu sein, also wird das Kapitel ausgelöscht. Das Video, das die Diskussion eröffnet, wird als Relikt gefeiert – gerade weil man davon ausgeht, dass diese Vergangenheit in den Suchmaschinen nicht mehr existiert.
Auf eine Einigung, was das damals war, verständigt man sich nicht. Für die einen war es eine Generalprobe der sozialen Kontrolle; für die anderen schlicht eine gut gesteuerte Übung in kollektiver Angst. Was fast alle teilen, ist der Verdacht gegen die damals aufgebaute Erzählung. Und eine Warnung: Wenn die 94 % beim nächsten Mal wieder mitmachen, hat das Experiment zweimal funktioniert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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