Schwiegertöterin tötet Schwiegervater in Madrid und beruft sich auf Notwehr

Eine 27-jährige Schwiegertochter erwürgt ihren 84-jährigen Schwiegervater in Madrid. Sie beruft sich auf Notwehr, doch die Erbschaft der Wohnung und die Verletzungen erschweren ihre Version.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schwiegervater von Schwiegertochter erwürgt – Erbschaft der Wohnung im Fokus des Falls

Wie weit reicht die legitime Verteidigung, wenn der Angreifer 84 Jahre alt ist und man selbst 27? Der Fall von María del Pilar P. M., der Schwiegertochter, die am 9. August das Leben ihres Schwiegervaters im Wohnzimmer der Familienwohnung in Ciudad Lineal beendet hat, hat eine juristische und wirtschaftliche Debatte ersten Ranges ausgelöst. Die 27-jährige Spanierin behauptet, sie habe in Notwehr gehandelt, nachdem sie mit einem kleinen Messer angegriffen worden sei. Der 84-Jährige starb durch Erwürgen.

Stichverletzungen an ihren Armen und Bissspuren bei beiden liefern Nahrung für zwei Versionen. Manche argumentieren, dass eine junge Frau sich von einem 84-Jährigen hätte lösen können, ohne ihn zu töten; andere meinen, dass Alter keine Gefährlichkeit ausschließt und ein alter Mann mit möglicher Demenz, der ein Messer schwingt, ein reales Risiko darstellt. Der strafrechtliche Schlüssel liegt in der Heimtücke (alevosía): Wenn nachgewiesen wird, dass die Schwiegertochter die Hilflosigkeit des Schwiegervaters ausnutzte oder die Verletzungen selbst zugefügt wurden, fällt die Notwehrbehauptung zusammen und der Fall wandelt sich in Mord.

Die Wohnung in der Valentín-Aguirre-Straße – der wirtschaftliche Schlüssel

Das Wohnzimmer, in dem alles geschah, befindet sich in der Calle Valentín Aguirre in Ciudad Lineal, einer Gegend in Madrid, in der Wohnungen laut Branchendaten sehr teuer sind. Das Zusammenleben war angespannt: Der Partner der Angeklagten, der 44-jährige Sohn des Verstorbenen, hatte seine Freundin in die Wohnung seines Vaters gebracht. Sie hat zwei Töchter aus einer früheren Beziehung, die keine Enkelinnen des alten Mannes sind. Zu viele Elemente, um das wirtschaftliche Motiv zu ignorieren.

Das Zivilgesetzbuch (Código Civil) ist klar: Wer wegen des Todes einer Person verurteilt wird, kann nicht von ihr erben. Doch bis zum Urteil bleibt die Wohnung in einem rechtlichen Schwebezustand. Der Erbe, voraussichtlich der Sohn, muss entscheiden, ob er die Immobilie verkauft oder die Kosten eines Gebäudes trägt, das wahrscheinlich auf den Markt kommt.

Revidierbare lebenslange Haft im Gespräch

Die strafrechtliche Debatte beschränkt sich nicht nur auf die Erbschaft. Die Einstufung als Mord mit Heimtücke könnte den Fall zur revidierbaren lebenslangen Haft führen, insbesondere aufgrund der Vulnerabilität des Opfers aufgrund seines Alters. Juristen erinnern daran, dass seit der Reform von 1995 die Vorbedacht keine Voraussetzung mehr für Mord ist; Heimtücke hingegen schon. Ein 84-jähriger alter Mann, der in seinem eigenen Wohnzimmer angegriffen wird, passt in das Profil einer besonders schutzbedürftigen Person.

Die Ermittlungen laufen noch. Die Version der Notwehr stützt sich vorerst auf die Stichverletzungen. Die Staatsanwaltschaft muss feststellen, ob diese Folge eines Gerangels oder einer Inszenierung waren. Währenddessen wartet die Wohnung in der Valentín-Aguirre-Straße darauf, dass die Justiz entscheidet, wer sie erbt. Der alte Mann wird sich natürlich nicht mehr äußern können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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