Schwer verletzte Zivilpolizisten in Alcalá de Henares

Zwei außer Dienst befindliche Beamte wurden in der Calle Mayor von Alcalá de Henares angegriffen und schwer verletzt. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schwer verletzte Zivilpolizisten in Alcalá de Henares
Schwer verletzte Zivilpolizisten in Alcalá de Henares

Was passiert, wenn zwei zivile Polizisten außerhalb des Dienstes in eine Schlägerei auf der Straße verwickelt werden und dabei schwer verletzt werden? Die Policía Nacional (Spanische Nationale Polizei) hat die Festnahme eines mutmaßlichen Täters bestätigt, der für den Angriff verantwortlich sein soll, bei dem zwei Beamten in der Calle Mayor von Alcalá de Henares schwer verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich nach einem Abendessen einer Gruppe von Beamten der Grupos Operativos de Respuesta (Operative Einsatzgruppen).

Der Bericht der Polizeigewerkschaft ist eindeutig: Die Beamten wurden von hinten angegriffen, ohne Möglichkeit zur Gegenwehr und ohne Vorwarnung. Laut dieser Erklärung sollen die Angreifer vor dem ersten Schlag eine abfällige Bemerkung gemacht haben, die sich auf ihren Status als außer Dienst befindliche Polizisten bezog. Dieses Detail hat die Debatte darüber ausgelöst, ob es sich um einen Anschlag auf die Staatsgewalt oder einfach um eine Prügelei zwischen Privatpersonen handelt.

Was über den Angriff in der Calle Mayor bekannt ist

Die Folgen waren mehr als nur blaue Flecken. Einer der Beamten erlitt Zahnfrakturen, vorübergehenden Sehverlust auf einem Auge und eine mögliche Kieferfraktur; der andere wies Kopfverletzungen auf. Beide mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Policía Nacional hat die Festnahme eines der mutmaßlichen Täter bestätigt.

Der Vorfall erinnert an ähnliche Ereignisse, die laut einigen Beteiligten regelmäßig vorkommen: zivile Beamte beim Abendessen, die beim Verlassen des Lokals mit Unbekannten in Streit geraten. Es wird an einen ähnlichen Fall in Linares erinnert, in den zwei Nationalpolizisten verwickelt waren, sowie an einen Vorfall in einem Club auf den Kanarischen Inseln, wo ebenfalls zwei Beamte verprügelt wurden.

Gilt ein Angriff auf zivile Beamte als Anschlag auf die Staatsgewalt?

Dies ist die zentrale Frage der aktuellen Diskussion. Wenn die Angreifer wussten, dass sie Polizisten schlugen, fällt der Angriff unter den Tatbestand des Anschlags auf die Staatsgewalt; wenn sie dies nicht wussten, ähnelt der Vorfall eher einer gewöhnlichen Straßenkeilerei. Und genau hier wird der Prozess entscheiden: Die einen werden argumentieren, dass die Angreifer sehr wohl Bescheid wussten, während die anderen beteuern werden, die beiden Personen nicht gekannt zu haben.

Es ist dieselbe Unsicherheit, die auch normale Bürger beschäftigt: Schützt das Gesetz einen Polizisten, wenn er bereits Feierabend hat? Die Antwort ist nicht automatisch ja. Ein außer Dienst befindlicher Beamter bleibt in bestimmten Situationen Amtsträger, aber nachzuweisen, dass der Angreifer sich dessen bewusst war, ist eine ganz andere Sache. Ohne dieses Wissen verliert die Anklage ihr wichtigstes Argument.

Proteste, die die Stadt Monate zuvor belasteten

Alcalá de Henares erlebt nicht zum ersten Mal eine angespannte Nacht. Monate vor diesem Angriff war die Stadt Schauplatz von Demonstrationen nach einem Sensual. In diesem Kontext kam es Berichten zufolge zu Polizeieinsätzen gegen Demonstranten. Ein Anwohner, der nach eigenen Angaben an drei dieser Versammlungen teilnahm, beschreibt, wie Wasserwerfer eingesetzt wurden. Unter den Berichten über jene Nächte gibt es Aussagen, die von 20 Fahrzeugen der Bereitschaftspolizei sprechen und den Beginn des Einsatzes um 22:00 Uhr ohne vorherige Warnung zur Auflösung der Menge datieren.

Diese Stimmung erklärt teilweise die spätere Reaktion. Der Angriff auf die beiden Beamten hat keine automatische Welle der Solidarität ausgelöst. Manche sind der Meinung, dass die Polizei das Misstrauen selbst verschuldet habe, während andere daran erinnern, dass hier nicht die gesamte Institution verurteilt wird, sondern zwei Personen mit verletzten Gesichtern.

Warum die Empathie für die Beamten gering ist

Der häufigste Vorwurf bezieht sich nicht auf den Angriff selbst, sondern auf die Vorgeschichte. Es wird argumentiert, dass viele Beamte aus dem Umfeld von Clubs und Fitnessstudios kommen, mit der Gewohnheit, Befehle zu geben, aber wenig Fähigkeit, Kritik einzustecken. Die Kritik geht weiter: Manche werfen den Beamten vor, gegenüber Schwächeren arrogant und in schwierigen Situationen feige zu sein, und erinnern an Einsätze gegen Demonstranten.

Auch intern gibt es Kritik. Einige behaupten, dass Vorgesetzte nicht patrouillieren, sondern nur die einfachen Beamten überwachen und disziplinarisch belangen, sodass die Streifenbeamten allein dem Risiko und den Beschwerden ausgesetzt sind. Diese Kluft, so heißt es, erklärt sowohl das schlechte Image der Uniform als auch die Nervosität vieler Beamter bei Dienstantritt.

Zwei Beamte im Krankenhaus, ein Festgenommener und eine Stadt mit kurzer Zündschnur. Die Frage, wer eigentlich die Beschützer schützt, bleibt unbeantwortet, und die Autorität der Uniform scheint zunehmend bröckelig.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (220 Antworten).

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