Schweden-Umfrage: Zwei von drei Frauen wählen das linke Lager

Fast zwei Drittel der Schwedinnen wollen im September links wählen. Die Geschlechterkluft bei der Wahl im Norden, erklärt mit Daten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Geschlechterkluft wählt in Schweden mit: 2 von 3 Frauen für die Linke

Die schwedische Parlamentswahl im September zeichnet eine nach Geschlecht gespaltene Wählerlandschaft: Während sich zwei von drei Frauen für das linke Lager entscheiden, würde ein Drittel der jungen Männer die nationalistische Rechte wählen. Die Umfrage, die im Vorwahlkampf kursiert, bestätigt, dass sich die weibliche Wählerschaft als Rückgrat der skandinavischen Linken etabliert hat – ein Muster, das Dänemark und Norwegen bereits kennen.

Das Kräfteverhältnis wurde nach dem Bündnis der Rechten mit den Schwedendemokraten (SD) im Jahr 2022 neu geordnet. Das linke Lager besteht aus den Sozialdemokraten (S), den Grünen (MP), der Linkspartei (V) und der Zentrumspartei (C), die früher im konservativen Lager stand. Die Rechte sammelt sich um die Moderaten (M), die Christdemokraten (KD) und die Liberalen (L), während die SD die Regierung von außen stützen. Das Bild wird durch das wahrscheinliche Ausscheiden der L aus dem Parlament vervollständigt.

Öffentlicher und privater Sektor: die Wurzel der Wahl-Scheidung

Hinter dieser Kluft steckt eine strukturelle Erklärung. In Schweden, Dänemark und Norwegen arbeitet die Hälfte der erwerbstätigen Frauen im öffentlichen Dienst, während 80 % der erwerbstätigen Männer im privaten Sektor beschäftigt sind. Es verwundert daher nicht, dass Frauen eher den Wohlfahrtsstaat verteidigen, während Männer, vor allem junge, auf das Versprechen von weniger Steuern und mehr Ordnung setzen. In Norwegen liegt die rechte Fortschrittspartei bei Wählern unter 35 Jahren bis zu 21 Punkte vor den Sozialdemokraten.

Eine Wahlbeteiligung von 85 % in Schweden schließt Demobilisierung aus. Die Spaltung ist real und hat Folgen: Die Debatte im Netz ist inzwischen in einen Geschlechterkonflikt umgeschlagen, obwohl die Daten auf eine prosaischere Motivation hindeuten. Wer vom öffentlichen Sektor lebt, wählt das Öffentliche; wer dafür zahlt und nicht damit rechnet, ihn zu brauchen, wählt die Ausgabenkürzung.

Eine stille Wende, die die Regierung entscheidet

Die Zentrumspartei (C), historisch den Agrarinteressen und der Mitte-rechts verpflichtet, ist zum verlässlichen Partner der Linken geworden. Ihr Wandel, motiviert durch die Abgrenzung gegenüber den SD, hat das Spielfeld neu gezeichnet und erklärt, warum das pogre Lager im Vorteil startet. Die Frage, die über dem Wahlkampf schwebt, ist, ob diese Mehrheit den Tag danach übersteht, wenn der Druck der kleineren Partner das Programm auf die Probe stellt.

Mit den Daten auf dem Tisch ist zu erwarten, dass die weibliche Wählerschaft im September erneut den Ausschlag gibt. Ebenso, dass die Rechte versucht, die Kluft mit Appellen an Sicherheit und Familieneinkommen zu verringern. Doch die Struktur der Beschäftigung im öffentlichen Sektor lässt sich nicht mit einem Slogan ändern – und genau da liegt der Knoten für die nordischen Konservativen.


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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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