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Schwache Tourismussaison: Überangebot bei Flügen und Hotels
Palma-Flüge sind kurzfristig verfügbar, Hotels haben freie Kapazitäten. Die Tourismussaison in Spanien startet mit widersprüchlichen Signalen.
Kurzfristige Palma-Tickets am Nachmittag für den nächsten Tag
Ein Flugticket nach Palma de Mallorca, gekauft um 16 Uhr, für den Folgetag. Kein Ausnahmefall: Alle Flüge hatten Plätze frei, die Preise entsprachen dem Jahresdurchschnitt. Das Hotel war etwas teurer, aber ohne Verfügbarkeitsprobleme. Dies fasst den Auguststart zusammen: Wenn man mitten in der Hochsaison eine Balearen-Reise ohne Aufpreis improvisieren kann, läuft die Tourismussaison nicht rund.
Das Fazit ist unangenehm für die Branche. Ein Sommer, der eigentlich ausgebucht sein sollte, zeigt überall Lücken. Und zwar nicht in einem Nebenziel, sondern auf einem Markt, der das Sommergeschäft traditionell gut abfedert.
Halbleere Terrassen und Tintenfischringe für 10 Euro
Der zweite Aspekt sind die Preise. An der kantabrischen Küste kosten Calamares-Ringe (rabas) 10 Euro, Padrón-Paprika 9 Euro, gegrillte Sardinen 10 Euro und Entrecôte oder Cachopo etwa 20 Euro. Das sind Restaurantpreise mit Tischdecke, serviert auf der Terrasse – und genau hier liegt das Problem: Wie sollen diese Lokale gefüllt werden?
Mit dieser Karte rechnet halb Spanien und bleibt zu Hause. Die Klage wiederholt sich: Die Gastronomie hat den Durchschnittsbons so stark erhöht, dass Stammkunden ausbleiben. Manche fassen es sarkastisch zusammen: Michelin-Stern-Preise mit Plastikbesteck.
Nicht überall. In Galizien gibt es Menüs für 11 Euro und volle Lokale, vor allem mit einheimischem Publikum. In einem Sterne-Restaurant blieben die Preise laut Kritikern „normal“. Die Diskrepanz liegt nicht an der gesamten Gastronomie, sondern im Segment, das mitten in der Kostenkrise aufgewertet werden wollte.
Booking sagt eines, die Hotelauslastung etwas anderes
Was diese Wochen prägt, ist der Widerspruch zwischen Buchungskanälen und Branchenbilanzen. Verfügbarkeiten für morgen oder nächste Woche zeigen in Benidorm und fast überall im Land reichlich freie Plätze. Gleichzeitig melden Hoteliers und Ferienhäuser in Asturien eine August-Auslastung von 100 %.
Beides kann wahr sein. Eine hohe Auslastung bedeutet nicht automatisch rentable Vollbelegung: Man kann voll besetzte Häuser haben und trotzdem schlechte Kassen. Und freie Plätze bedeuten nicht, dass keine Touristen da sind, sondern dass das Angebot die Nachfrage zum verlangten Preis übersteigt.
Die Übernachtungen in nicht-hotelären Unterkünften fielen im Juni, ein Indikator für Abkühlung noch vor der Hauptsaison. Aus Sicht des Geschäfts lautet die Diagnose härter: In der Gastronomie spricht man vom bisher schlechtesten Jahr, mit halb totem Geschäft.
Warum kühlt das Urlaubsverbraucherverhalten ab?
Die häufigste Erklärung hängt nicht mit Wetter oder Flügen zusammen, sondern mit dem Geldbeutel. Einige Analysen behaupten, Haushalte lebten seit Jahren über ihre Verhältnisse und müssten nun sparen, ohne dies öffentlich zuzugeben. Der Kernsatz: Viele verbergen ihre finanziellen Nöte, bis es nicht mehr geht.
Gegenüber steht jene Gruppe, die die Abkühlung pauschal leugnet. In Madrid findet man außerhalb der M30 kaum Parkplätze, in Pontevedra sind Jazzkonzert-Sitze ausverkauft, und Zaragoza belebt sich bei jedem Event. Fehlende Staus bedeuten nicht fehlende Aktivität.
Der Unterschied liegt im Reiseprofil. Man sieht ausländische Rentnerpaare, Pensionstourismus mit geringem Budget in der Nebensaison. Weniger solvente Inländer tauschen Hotels gegen Familienhäuser, Restaurants gegen Campingplätze und Flüge gegen Autos. Ein Zehn-Tage-Alucinación in Gredos kostet unter 500 Euro – dort bleibt kein Spielraum für die Gastronomie.
Hitze ist keine Ausrede: In Zaragoza weiß man besser
In Zaragoza schlossen Lokale wegen Hitze, mit 35 Grad als Begründung. Diese Ausrede hält nicht stand. Jeder, der im Ebro-Tal aufgewachsen ist, weiß, dass dies einer der milderen Sommer ist, mit einzelnen Hitzetagen getrennt durch vier bis fünf erträgliche Tage. Das Vorjahr war deutlich schlimmer und länger andauernd.
Thermometer mit Gewinn-Verlust-Rechnung zu verwechseln, ist Anfängerfehler. Wenn Kunden fehlen, liegt es an Preisen, Wettbewerb oder verfügbarem Einkommen. Aber sicher nicht an 35 Grad im August, was in Zaragoza immer Normalzustand war.
Tourismus generiert mehr Umsatz als saudisches Öl
Im Hintergrund steht der Makro-Datenpunkt. Der spanische Tourismus bringt jährlich mehr Milliarden ein als der Ölexport Saudi-Arabiens. Es ist eine Branche, die einen enormen Teil des BIP und der Beschäftigung trägt, weshalb jede Delle in der Saison auf der Straße spürbarer wird als in Statistiken.
Spanien ist das zweit- oder drittbeliebteste Reiseziel der Welt. Das ist ein Puffer, keine Garantie. Wenn der Nahtourismus bremst und ankommende Gäste mit knappem Budget reisen, stimmt die Bilanz trotzdem nicht.
Hier ist der verwirrende Datenpunkt. Am Dienstag, 1. August, gab es keine AVE-Zugtickets nach Galizien bis Freitag; wer nicht fliegen wollte, musste Bus fahren. Währenddessen gab es in Benidorm keine Staus im Zentrum und Parkplätze waren frei, für 1 Euro pro zwei Stunden in der blauen Zone. Jemand hat einen vollen Terminkalender. Andere haben leere Straßen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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