Saqqara: Diorit-Bearbeitung ohne Rad und Kupfer?

Die Diorit- und Granitsarkophage im Serapeum von Saqqara werfen die Frage auf, ob solche Steine nur mit Holz, Kupfer und Sand bewegt werden konnten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Saqqara: Diorit-Bearbeitung ohne Rad und Kupfer?
Tonnenweise Diorit bewegen: Was das Serapeum nicht erklärt

Ein rechtwinklig bearbeiteter, innen polierter Diorit-Sarkophag liegt in einem unterirdischen Tunnel, dessen Decke keine Rußspuren zeigt. Dass der Block dort ist, bestreitet niemand; diskutiert wird, wie er an den Grund gelangte. Das Bild des riesigen Sarkophags im Serapeum von Saqqara hat die alte Frage neu entfacht: War es möglich, mit Holz, Kupfer und Sand ein solches Monument zu bearbeiten und zu verschieben? Manche sehen verlorene Technologie. Andere sehen schlicht Zeit und gut organisierte Arbeitskräfte.

Was macht den Sarkophag des Serapeums besonders?

Das Verblüffende ist nicht nur das Gewicht. Die Sarkophage sind aus extrem hartem Granit rechtwinklig geschnitten und innen poliert, in einem unterirdischen Komplex mit engen Gängen, durch die nach manchen Theorien keines dieser Stücke gepasst hätte. Ein Versuch, einen zu entfernen, wäre im ersten Korridor stecken geblieben. In den tunneln ohne Tageslicht fehlt zudem der Rauch, den Fackeln hinterlassen hätten. Das sind reale Hindernisse; was weniger klar ist, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden.

Einer der Sarkophage war verschlossen. Um ihn zu öffnen, wurde Dynamit verwendet, wobei Luft nach innen gesaugt wurde – ein Zeichen für eine hermetische Abdichtung über Jahrtausende. Dieser Befund nährt exotische Theorien, lässt aber auch eine nüchterne Erklärung zu: gut angepasster Stein auf gut angepasstem Stein.

Wie wurden mehrtonnenschwere Blöcke mit Holz und Sand bewegt?

Die häufigste Antwort ist zugleich die bescheidenste: Abrieb, Sand und Geduld. Der Stein wurde durch Reiben mit Sand bearbeitet, ohne Diamantbohrer; der Block wurde auf Holzrollen geschoben oder Sand als Aufzug genutzt, indem man Hohlräume füllte, das Stück darauf legte und Material entfernte, bis es an seinem Platz war. Flaschenzüge, Hebel und Hanfseile vervollständigten das Werkzeugset.

Der Einwand ist nicht, dass es unmöglich sei. Er lautet, dass dies bei Betrachtung des Gesamtumfangs allzu bequem klingt. Hier kommt das Argument der Arbeitskraft ins Spiel: Wenn einem Block zweitausend Jahre Technologie fehlen, investiert man dreißig Jahre Steinmetzarbeit. Mit genug Leuten und ohne Zeitdruck hält fast jede Theorie stand.

Cheops-Pyramide vs. gotische Kathedrale: Wer war präziser?

Hier wird die Debatte technisch. Laut einer im Thread verbreiteten Vergleichsanalyse beträgt die Ausrichtung der Großen Pyramide zu den Himmelsrichtungen nur wenige Bogenminuten – zwischen 3 und 5, wenn ein Grad 60 Minuten entspricht –, während berühmte Kathedralen Abweichungen von ein bis zwei Grad aufweisen. Daraus folgt der klassische Vergleich: Ein Jahrtausende altes Bauwerk mit feinerer Ausrichtung als später errichtete Tempel.

Die Gegenargumente haben Substanz. Eine Kathedrale ist viel höher als jede Pyramide bei weitaus kleinerer Basis, was Berechnungen von Kräften, Strebebögen und Lastverteilung erfordert. Beide zu vergleichen, heißt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sagen Kritiker. Andere ergänzen, dass die Große Pyramide innere Kammern und Galerien besitzt und ihre zwei Millionen Blöcke, durchschnittlich etwa zwei Tonnen schwer, mit minimalem Fehler zusammenpassen. Einige haben die Basis per Software rekonstruiert, um die Parallelität der Seiten zu messen, und behaupten, das Ergebnis passe nicht zur Epoche.

Eine Ausrichtung, die astronomische Projektionen erklären könnten

Gegen die fantastischsten Erzählungen argumentiert ein Teilnehmer, dass die Ausrichtung der Pyramide kein Mysterium mehr wäre, wenn man die Konstruktion auf das Jahr 2562 v. Chr. projiziert und die Position bestimmter Sterne rekonstruiert. Diese Berechnung würde laut ihrem Autor den mythologischen Teil entkräften, nicht den schwierigen Teil, und lässt die eigentliche Kernfrage offen: Wie organisiert man ein solches Werk ohne dokumentiertes Rad oder Flaschenzüge in der IV. Dynastie, gemäß der im Thread zitierten Ägyptologie?

Arbeiteten Sklaven an den Pyramiden von Gizeh?

Hier bricht der Konsens anders auf. Ein Teil behauptet, Sklaverei sei nicht der Motor dieser Werke gewesen, die Steinmetze seien qualifizierte und bezahlte Arbeitskräfte gewesen und Rom habe schriftliche Zeugnisse von Baufirmen mit freien Angestellten hinterlassen. Ein anderer Teil antwortet mit reiner Logistik: Tausende Männer mitten in der Wüste zu ernähren, zu kleiden und zu bewachen, ohne Schusswaffen und bei einer geschätzten Gesamtbevölkerung von etwa 100.000 Menschen zwischen Assuan und dem Delta, geht in keiner Rechnung auf.

Und eine dritte Gruppe erinnert daran, dass Sklaverei nicht bedeutet, einen freien Mann gefangen zu nehmen, sondern als Sklave geboren zu sein und von Anfang an unterworfen zu sein. Mit diesem menschlichen Material, so sagen sie, baut man notfalls sogar eine Brücke bis Amerika. Die Diskussion dreht sich eigentlich nicht um Steine, sondern darum, ob die Kosten für einen Sklaven höher waren als die für einen angestellten Steinmetz.

Herodot, Holzmachines und die Zuverlässigkeit der Quelle

Die erste schriftliche Nachricht über die Pyramiden stammt von Herodot, der den Bericht ägyptischer Priester Jahrhunderte später aufzeichnete. Nach dieser Version dauerte der Bau zwanzig Jahre und erfolgte mit Holzmaschinen, die den Stein mittels Gegengewichten Stufe für Stufe hoben. Keine fliegenden Untertassen.

Das Problem ist methodischer Natur. Der Autor selbst warnt, dass er nur wiedergibt, was man ihm erzählt, und einige erinnern daran, dass er zeitlich fast genauso weit von Cheops entfernt war wie wir heute. Die Quelle wegen ihrer angeblichen Trinkfreudigkeit zu diskreditieren, kontern andere, sei unfair: Wenn sie für die Pyramiden gilt, gilt sie auch für die neun Bücher.

Vom ersten Stein zur perfekten Pyramide in 120 Jahren

Hier liegt vielleicht der schwerst verdauliche Sprung. Von den Lehm-Mastabas geht man zur Stufenpyramide des Djoser über, dem ersten großen Steingebäude. Danach erscheinen innerhalb eines geschätzten Zeitraums von etwa 120 Jahren fünf glattflächige Pyramiden. Eine rasante Entwicklung für eine Technik, die angeblich noch erfunden wurde.

Über allem schwebt die Zahl, die alles andere in den Schatten stellt: Etwa neun Millionen Kubikmeter Stein im Gesamtkomplex, mit roten Granitblöcken von mehr als 50 Tonnen, die auf über 50 Meter Höhe gehoben wurden. Und ein Vergleich, der immer wieder auftaucht: In den sechziger Jahren landeten wir auf dem Mond, und heute kostet es Mühe, eine Rakete in den Orbit zu bringen. Technische Kapazität entwickelt sich nicht immer linear.

Riesen und andere unbelegte Erklärungen

Es mangelt nicht an Stimmen, die angebliche Riesen heranziehen, die die Steine mühelos bewegt hätten, gestützt auf Berichte von Begegnungen mit großgewachsenen Menschen im Süden Amerikas. Das sind Behauptungen ohne archäologische Grundlage, ebenso wie jene, die das Werk Außerirdischen zuschreiben. Weder das eine noch das andere hat Beweise.



Und dennoch bleibt, abgesehen von Riesen und Aliens, der Kern des Problems intakt. Die Technik, die all dies erklären könnte – Sand reiben, Seile ziehen, jahrzehntelang stapeln – ist dieselbe, die vor vierzig Jahren benutzt wurde, um ein Bild an die Wand zu hängen. Sie funktioniert. Man muss nur akzeptieren, dass es eine Zeit gab, in der dies das Fortgeschrittenste auf dem Planeten war.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (517 Antworten).

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