Rufián warnt vor Verbot von ERC, Junts und Podemos durch Vox

Rufián behauptet, eine Vox-Regierung würde separatistische Parteien verbieten. Diese Warnung mobilisierte jedoch viele Wähler für die Partei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rufián warnt: Vox würde ERC, Junts, Bildu und Podemos verbieten

Gabriel Rufián, Sprecher der ERC im Kongress, hat ein Szenario auf den Tisch gelegt, das bisher nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wurde: Eine hypothetische Machtergreifung von Vox in La Moncloa würde zum Verbot von ERC, CUP, Junts, BNG, Bildu und Unidas Podemos führen und zudem „sehr ernste Probleme“ für die PSOE verursachen. Die Aussage, verbreitet über einen Tweet des Vox-Abgeordneten Javier Ortega Smith, wirkte als Katalysator bei jenen, die in der Warnung einen weiteren Grund sehen, für Santiago Abascals Partei zu stimmen, und bei jenen, die sie als reinen Wahlkampf-Kalkül lesen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und entwickelte sich zu einem kleinen Phänomen: Die überwiegende Mehrheit reagierte genau gegenteilig zu dem, was Rufián beabsichtigt hatte.

Was besagt die Warnung von Rufián genau?

Die dem republikanischen Sprecher zugeschriebene These ist einfach und zugleich explosiv: Sollte Vox an die Regierung kommen, würden die separatistischen Parteien und die Linken links der PSOE geächtet. Die Liste umfasst ERC, CUP, Junts, BNG, Bildu und Unidas Podemos. Daran schließt sich eine zweite Teilwarnung an: Die PSOE hätte „sehr ernste Probleme“, vermutlich aufgrund der Auswirkungen dieser Zange auf ihre Parlamentspartner und die Regierbarkeit.

Die unmittelbare Reaktion in der öffentlichen Debatte bestand darin, die Botschaft umzudrehen. Ein Teil der Kommentare interpretiert sie als Argument für eine Stimme für Vox, nicht dagegen. „Ich habe gerade meine Stimmabgabe entschieden, dieser Vorschlag klingt sehr gut“, fasst eine der häufigsten Antworten zusammen. Ein anderer Strang liest es als Wahlkalkül: „Dieser Typ ist dumm, er macht deren Wahlkampf gratis“, lautet ein hervorgehobener Kommentar. Die Paradoxie ist offensichtlich: Die Warnung funktioniert in beide Richtungen als Mobilisierungsargument.

Das Programm von Vox und die Konsultation nach Artikel 92

Punkt 21 des Programms von Vox sieht das Ende öffentlicher Subventionen und das Verbot von Parteien, Vereinen oder NGOs vor, die die Zerstörung der territorialen Einheit der Nation anstreben. Der Text fügt eine relevante Nuance hinzu: Als vorheriger Schritt werde das spanische Volk unter Anwendung von Artikel 92 der Verfassung konsultiert, der sich auf Referenden über politische Entscheidungen von besonderer Tragweite bezieht. Das bedeutet, dass die Partei ein Verbot plant, das einer Volksabstimmung unterliegt, keine einseitige Entscheidung der Exekutive.

Diese Nuance erlaubt es einigen, die Propose als „demokratisch“ zu verteidigen, falls sie umgesetzt würde. Die Debatte verschiebt sich dann auf eine andere Frage: Wenn eine Mehrheit die Maßnahme befürwortete, welchen Spielraum bliebe dann für den Rechtsstaat, so wie er konfiguriert ist? Die Antwort liegt nicht im Material, und der Artikel endet dort.

Der Präzedenzfall der Angst-Kampagnen der Neunziger

Es gibt einen Präzedenzfall, den einige Teilnehmer heranziehen, um die Gemüter zu beruhigen: Anfang der Neunziger, als Aznar zum ersten Mal kandidierte und die PP noch nie regiert hatte, warnte die PSOE davor, dass ein Sieg der Popularen Konzentrationslager für Rentner, die Rückkehr Francos und sogar einen Militärputsch bringen würde. Der Vergleich dient dazu, die Warnung von Rufián in die Tradition der Angst-Kampagnen einzuordnen, ein Genre mit langer Geschichte in der spanischen Politik.

Der Unterschied besteht hier darin, dass die Partei, der die Bedrohung zugeschrieben wird, die Maßnahme tatsächlich in ihrem Programm stehen hat. Das entkräftet teilweise das Argument, es handle sich nur um ein elektoralges Phantom. Punkt 21 existiert und ist schriftlich fixiert.

Die Reaktion: Vom Scherz zum Wahlkalkül

Der dominante Ton in den Antworten ist der einesjenigen, der die Warnung nicht als Bedrohung, sondern als Bestätigung nimmt. „Ein großer Grund, für Vox zu stimmen“, fasst eine Antwort zusammen. Ein anderer verweist direkt auf die parlamentarische Arithmetik: „Feijóo wird das nicht zulassen. Höchstens würde man Bildu verbieten.“ Die zugrunde liegende Idee ist, dass die PP als Damm fungieren würde und dass die Warnung von Rufián in Wirklichkeit eine Form ist, das eigene Lager zu mobilisieren.

Manche引入 auch den Faktor der Konsultation ein: „Das Programm von Vox sagt, dass es dies einem Referendum unterwerfen würde, also wäre das Verbot demokratisch, falls es stattfindet.“ Und andere erinnern daran, dass Rufián selbst im Kongress das Verbot der Opposition in der Ukraine gefeiert hat, ein Argument, das genutzt wird, um auf die Widersprüchlichkeit des republikanischen Sprechers hinzuweisen. Die Diskussion driftet in Richtung Kohärenz: Kann man das Verbot von Parteien in einem Land verteidigen und es in einem anderen anprangern?

Was steht für die PSOE auf dem Spiel?

Der zweite Teil der Warnung von Rufián ist am wenigsten ausgeleuchtet worden: die „sehr ernsten Probleme“ für die PSOE. Die Logik besagt, dass wenn die Parlamentspartner der Regierung aus dem legalen Spektrum verschwinden, die Mehrheit, die die Exekutive stützt, zerbröckelt. Dies ist das Szenario, das der republikanische Sprecher auf den Tisch legt und das dennoch kaum Debatten unter denen ausgelöst hat, die auf die Nachricht reagierten.

Das Schweigen zu diesem Punkt ist auffällig. Die Konversation hat sich auf die erste Hälfte des Satzes konzentriert, die die separatistischen Parteien betrifft, und die zweite Seite vernachlässigt, die die Regierbarkeit angeht. Vielleicht weil die erste mehr mobilisiert oder weil die zweite zwingt, eine unbequeme Abhängigkeit anzuerkennen.

Die verwirrende Tatsache

Die Warnung von Rufián hat mehr Unterstützung für die Maßnahme erzeugt als Ablehnung. Das ist die verwirrende Tatsache: Eine Warnung, die gedacht war, um Vox zu bremsen, hat in einem nicht zu unterschätzenden Teil der Unterhaltung als Argument gedient, für sie zu stimmen. So etwas passiert in der spanischen Politik.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (141 Antworten).

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