Sánchez überholt Zapatero im Ranking, das niemand gewinnen will

Der spanische IBEX ist seit 2018 um 172 % gestiegen, während die Kaufkraft sinkt. Die Debatte, ob Sánchez Zapatero als schlechtesten demokratischen Ministerpräsidenten Spaniens überholt hat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez überholt Zapatero im Ranking, das niemand gewinnen will
Sánchez überholt Zapatero im Ranking, das niemand gewinnen will

Kann man ein schlechterer Ministerpräsident sein als Zapatero? Jahrelang schien das unmöglich. Der ehemalige sozialistische Regierungschef hinterließ eine wirtschaftliche Krise im Trojanischen-Pferde-Format, ein Land, in dem die Hälfte des Baubooms noch in der Luft hing, und ein Erbe, das bis heute nachwirkt. Doch in den wirtschaftlichen Klatschkreisen Spaniens gibt es Stimmen, die behaupten, der aktuelle Bewohner von La Moncloa, dem Amtssitz des Ministerpräsidenten, habe den Rekord gebrochen. Die Diskussion, keineswegs nur ein Kaffeekränzchen, hat sich immer weiter verändert: Sie begann als Liste der Beschwerden und endete als Inventar von Kollateralschäden, die die Hausfinanzen, die Justiz und sogar die Migrationspolitik betreffen.

Der IBEX steigt seit 2018 um 172 %, während die Kaufkraft ausblutet

Die meistzitierte Zahl in Wirtschaftskreisen ist die des IBEX 35. Seit 2018 hat sich der spanische Leitindex um 172 % wertentwickelt – eine Zahl, die im Kontext ein unbequemes Paradox zeichnet: Die Aktionäre feiern, während der Einkaufskorb teurer wird und die Löhne nicht mithalten. Manche fassen es mit einem Grinsen zusammen: „Der ETNIANEX35 ist um 175 % gestiegen, genau so viel, wie die Kaufkraft der Leute gefallen sein dürfte.“ Jenseits des Spitznamens verweist die Ironie auf eine Realität, die die offiziellen Arbeitsmarktdaten nicht ganz widerlegen: Die Schere zwischen Kapital und dem Geldbeutel des Durchschnittsverdieners hat sich weiter geöffnet.

Die Liste der wirtschaftlichen Beschwerden, die sich in der Diskussion ansammelt, ist lang: Steuererhöhungen und neue Abgaben, teurere Energie, allgemeine Verarmung, die Zerstörung von Industrie und Landwirtschaft sowie eine angebliche Bevorzugung der Einwanderung als Mittel zum Stimmenkauf. Jeder Punkt verdient Differenzierung, doch das Gesamtbild zeichnet eine Erzählung, die hängen bleibt: das Gefühl, dass sich die Anstrengung nicht mehr lohnt. Brot für heute, Hypothek für morgen.

Der Vulkan, die Pflegeheime und die Begnadigungen: Die Liste der Beschwerden wird länger

Die Diskussion bleibt nicht beim Wirtschaftlichen. Die erste Nachricht im Thread verwies bereits auf eine Liste von Themen, die laut dem Verfasser im Desaster-Porträt fehlten: der Vulkan, der Expertenrat der Pandemie, die Exhumierung von Franco und Primo de Rivera, die angebliche Kollaboration mit Drogenclans zur Ermordung von Richtern. Das sind Behauptungen ohne Belege, die im besten Fall im Bereich der Vermutung liegen. Aber sie veranschaulichen das Klima: Die politische Kritik ist kein Streit über Regierungsführung mehr, sondern eine Ansammlung von Anschuldigungen.

Beim Gesundheitsmanagement verheddert sich die Diskussion. Manche verteidigen die Position, dass das Desaster in den Pflegeheimen nicht das Versäumnis einer einzigen Region war, und verweisen darauf, dass die Gesundheitszuständigkeit beim Gesundheitsministerium lag – mit Salvador Illa an der Spitze und Pablo Iglesias als Verantwortlichem für die Pflegeheimverwaltung, ein Detail, das in dieser Lesart systematisch übergangen wird. Die Antwort kommt schnell: Auch in Katalonien, im Baskenland und in Navarra gab es Triage-Verfahren, und die Alten kamen keineswegs ungeschoren davon. Die Schlussfolgerung: Die Pandemie-Erzählung bleibt ein Wahlkampf-Schlachtfeld.

Die Amnestie und das Verfassungsgericht: Der institutionelle Konflikt betritt die Bühne

Der letzte Abschnitt des Threads verlagert sich aufs juristische Terrain. Die Amnestie für die katalanischen Unabhängigkeitsführer, die Rolle des Verfassungsgerichts (Spaniens höchstem Gericht in Verfassungsfragen) und die Ermittlungen der Nationalen Audiencia gegen die Finanzierung der PSOE beherrschen die jüngsten Beiträge. Zitiert wird eine Klage von Vox wegen der angeblichen Planung eines Mordanschlags auf eine Richterin, die Anklage der Partei wegen illegaler Finanzierung und der Antrag auf Haft für den ehemaligen Verfassungsgerichtspräsidenten Cándido Conde-Pumpido. Das sind Vorwürfe, die zum Zeitpunkt dieser Diskussion noch in der Ermittlungsphase sind und nicht bewiesen wurden. Die Erzählung, die nonetheless aufgebaut wird, ist die einer Regierung, die die Institutionen zur Selbsterhaltung nutzt.

Zapateros Schatten liegt über dem gesamten Thread. Der Vergleich ist unausweichlich: Wenn der ehemalige sozialistische Regierungschef in Sachen Verschleiß schon unüberbietbar schien, hat der aktuelle ihn laut diesem Lager bei Weitem übertroffen. Bambi hatte eine Gnadenfrist; dieser nicht einmal die. Die Frage, die in der Luft hängt: Wird das Urteil der Geschichte genauso streng ausfallen wie das der Umfragen?

Das wirtschaftliche Erbe: Was bleibt, wenn das Licht ausgeht?

Jenseits der Schlagzeilen lässt der Thread eine grundsätzliche Frage offen: Wie misst man den wirtschaftlichen Schaden einer Amtszeit? Die makroökonomischen Indikatoren – BIP, Beschäftigung, Schulden – erzählen einen Teil. Den anderen schreiben die Bürger mit ihrem Einkaufskorb. Und dort treffen sich offizielle Erzählung und Bürgerwahrnehmung bislang nicht. Währenddessen feiert der IBEX, und der Durchschnittslohn schaut zu. Die letzte Ironie liefert der Kalender: Es bleiben 51 Tage, um herauszufinden, ob das Urteil der Urnen mit dem der Zahlen übereinstimmt.



Dieser Artikel basiert auf den Meinungen und Daten einer öffentlichen Debatte und stellt keine Anschuldigung gegen eine Person dar.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (221 Antworten).

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