Sánchez-Selfies im HUCA-Krankenhaus und die Macht der Beamtenstimmen

Pflegekräfte im spanischen HUCA-Krankenhaus posieren mit Sánchez. Debatte über das Wahlverhalten von Staatsbediensteten und die Höherstufung des Pflegepersonals.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez-Selfies im HUCA-Krankenhaus und die Macht der Beamtenstimmen
Sánchez-Selfies im HUCA-Krankenhaus und die Macht der Beamtenstimmen

Ein Krankenhausflur, der zur Fotowand wird. Die Bilder, die für Aufsehen sorgen, zeigen eine Gruppe von Gesundheitsfachkräften, die darauf warten, ein Selfie mit dem spanischen Ministerpräsidenten zu machen – mit „Wie aufregend!“-Rufen und hochgehaltenen Smartphones. Sie wurden mit einem einfachen Argument verbreitet: Wenn die Rechte nicht versteht, warum sie eine Million Stimmen mehr erhalten hat, ist hier die Antwort. Selfies mit Sánchez und eine unbequeme Frage: Wie viel dieser Szene ist persönliche Bewunderung und wie viel hängt an öffentlichen Gehältern?

Wo die Szene aufgenommen wurde und was man sieht

Der Kontext identifiziert den Ort als das Universitätsklinikum Zentralasturiens (HUCA), dieselbe Einrichtung, in der bereits Episoden aus dem Jahr 2019 stattfanden und die nun ohne weitere Details wieder hervorgeholt wurden. In den Aufnahmen ist Personal während seiner Arbeitszeit zu sehen, wobei einige um ein Foto bitten, als wäre es eine Autogramme eines Sängers. Manche haben dies als eine Schulhofszene mit dem jeweiligen Idol beschrieben.

Das ist kein Verbrechen. Aber der Rahmen zählt: Ein Gebäude mit Wartelisten von mehr als einem Jahr für diagnostische Tests, das stundenlang in eine Kundgebung mit Linoleumboden verwandelt wird.

Warum wird ein Selfie im Krankenhaus zum wirtschaftlichen Thema?

Weil hinter dem Foto ein Gehalt und eine Belegschaft öffentlicher Bediensteter stehen, deren Wahlverhalten diskutiert wird. Es wird behauptet, ohne jeglichen Beweis vorzulegen, dass die Regierung Stellen für befristete Angestellte konsolidiert habe, die das Auswahlverfahren nicht bestanden hätten. Die Umwandlung von Zeitverträgen in unbefristete Stellen und außerordentliche Ausschreibungen sind eigentlich alte technische Debatten: Welche Stellen werden stabilisiert, nach welchen Kriterien und auf Kosten wessen?

Das am häufigsten genannte Detail ist die berufliche Einstufung in der Pflege. Eine Ausbildung, die früher drei Jahre dauerte, wird jetzt mit den höchsten Ebenen des öffentlichen Dienstes gleichgesetzt. Dieser Schritt wird von einigen als Entlohnung politischer Loyalitäten und von anderen als einfache Aktualisierung der Qualifikationen gelesen. Das hängt davon ab, welcher Tarifvertrag zugrunde gelegt wird.

Die Stimme der Beamten: Die dominierende These

Die am häufigsten wiederholte Hypothese ist die der „gefangenen Wählerschaft“. Es wird argumentiert, dass eine stabile Belegschaft mit festen Stellen und haushaltsabhängigen Gehaltserhöhungen wenig Anreiz hat, ihre politische Farbe zu wechseln, und dass Rentner und öffentliche Bedienstete die elektoral Basis bilden, die die Regierung trägt. Asturien dient als Beispiel: In den Bergbauregionen sei die PP fast irrelevant, und nach der PSOE sei die PCE die zweitstärkste Kraft. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist hart: Man würde genauso wählen, auch wenn der Kandidat unbekannt wäre, weil nicht ein Projekt verteidigt werde, sondern ein Arbeitsplatz.

Dagegen gibt es einen vernünftigen Vorbehalt. Korrelation ist nicht Kausalität. Dass ein Gebiet mit vielen öffentlichen Bediensteten links wählt, lässt sich ebenso gut durch die Industriegeschichte, die Gewerkschaftsstärke und die Altersstruktur erklären wie durch Gefälligkeitspolitik. Niemand hat eine Analyse vorgelegt, die diese Variable isoliert.

Die Geschlechterverteilung im öffentlichen Dienst bildet den Hintergrund. Es wird behauptet, dass in Bereichen wie Justiz, Pharmazie, Gesundheit, Bildung und Verwaltung der Frauenanteil bei etwa 70% liegt und steigt, in der Justiz sogar acht von zehn erreicht. Hier wird die Analyse zur Meinung: Eine Gruppe von Hunderttausenden votet nicht en bloc, und eine Krankenschwester in einer Ambulanz hat andere Prioritäten als ein Jurist in der Verwaltung.

Nepotismus, Arbeitslosigkeit und Wartelisten: Die widersprüchlichen Zahlen

Im schärfsten Teil der Debatte kreuzen sich zwei Datenpunkte. Der erste ist das Volumen der geschaffenen Beschäftigung: Es wird behauptet, dass die Nettobeschäftigung in diesem Zeitraum fast vollständig öffentlich sei, mit mehr Ministerien, Kabinetten, Beratern und Strukturen als in jeder früheren Regierung, und dass der Rest des Marktes mit mehr als einer Million Menschen getarnt werde, die als „feste Diskontinuierliche“ (festangestellt, aber nur saisonal/arbeitsintensiv beschäftigt) geführt werden. Der zweite Punkt ist der Zustand des Dienstes selbst: In den Krankenhäusern seien bis zu zehnmal so viele Fachkräfte eingestellt worden wie nötig, während die Tests weiterhin Wartezeiten von über einem Jahr haben.

Keines der beiden Fakten kann ohne Überprüfung als wahr angenommen werden. Zusammen ergeben sie jedoch eine kohärente Erzählung, die schwer zu widerlegen ist: Man zahlt mehr für dasselbe, und dasselbe funktioniert schlechter. Die kursierenden Vergleiche zwischen ausgeschriebenen Stellen, tatsächlicher Belegschaft und Ausgabenentwicklung sind es, die den Verdacht in ein wiederkehrendes Gesprächsthema verwandeln.

Was die Regierung riskiert und was nicht

Angesichts dieser Umstände ist zu erwarten, dass der nächste Besuch in einer Gesundheitseinrichtung stärker inszeniert und weniger spontan im Flur stattfindet. Das Protokoll lässt sich an einem Nachmittag regeln. Und es lohnt sich, daran zu erinnern, dass Kritik an der parteipolitischen Nutzung öffentlicher Dienste nicht durch eine Reihe von Selfies entkräftet wird: Sie wird durch kürzere Wartelisten entkräftet.

Was sich nicht durch Protokoll lösen lässt, ist die grundlegende Frage: Wer wählt wen und warum? Wenn der öffentliche Sektor weiter wächst und die Wahrnehmung der Dienstleistungen sich nicht verbessert, muss diese Wählerbasis mit Argumenten verteidigt werden, nicht mit Fotos. Die Szene ändert sich; die Gehaltsabrechnung bleibt gleich.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (152 Antworten).

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