San José: die Übernahmeofferte, die nie kommt, und der fehlende Free Float

Grupo San José notiert bei 3 Euro, obwohl ihm ein deutlich höherer Wert zugeschrieben wird. Der fast nicht vorhandene Free Float und die Schulden erklären, warum die Übernahmeofferte ausbleibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

San José: die Übernahmeofferte, die nie kommt, und der fehlende Free Float
San José: vier Jahre Warten auf eine Übernahmeofferte, die nie kommt

Es gibt Aktien, die gehandelt werden, und andere, die einfach nur durchhalten. Grupo San José verbringt 1.782 Tage in der zweiten Kategorie: so lange dauert bereits eine Börsendiskussion über ein spanisches Bauunternehmen, dem ein weit höherer Wert zugeschrieben wird, als der Markt ihm einräumt, und das trotzdem nicht abhebt. Die Aktie notiert bei rund 3 Euro</B>, vor Jahren wurden noch nahezu 5 gezahlt. Die Frage, die jedes Quartal in der Luft liegt, ist immer dieselbe: Wenn das Unternehmen mehr als 12 wert ist, warum notiert es dann bei 3?

Auslöser der letzten Runde war eine Analyse, die dem Unternehmen laut einem Teilnehmer einen Abschlag von 25 % gegenüber dem Kurswert einräumte. Das heißt: Selbst das optimistischste Dokument ging von einer Unterbewertung durch den Markt aus, wagte aber nicht, einen Termin für die Korrektur zu nennen.

Der Free Float, der fast alles erklärt

Das am häufigsten angeführte Argument ist strukturell: Der Free Float ist fast nicht vorhanden. Da ein fester Aktionärskern den Großteil des Kapitals kontrolliert, erreicht das Handelsvolumen an manchen Tagen nicht einmal 10.000 Euro, wie in der Debatte zu hören ist. Jeder Einstieg oder Ausstieg wird so zur Geduldsprobe – und erklärt, warum die Aktie monatelang vor sich hindümpeln kann, ohne dass jemand etwas bewegt.

Manche sehen in genau diesem Aktionärskern einen perversen Anreiz: den Kurs niedrig zu halten, um eine Kapitalerhöhung zu Schleuderpreisen durchzuziehen und anschließend den gesamten Anstieg einzusammeln. Diese These, die in der Beobachtung des Werts immer wieder auftaucht, besagt, dass die Aktie seit zwei Jahren bewusst flach gehalten wird, damit die Kapitalerhöhung Sinn ergibt. Es ist keine formale Anschuldigung, sondern ein Gerücht, das kursiert und das niemand mit Daten widerlegt hat.

Die Schulden, die nicht sinken, und der schrumpfende Cashflow

Die Zahlen, die im Verlauf der Diskussion genannt wurden, helfen nicht. Die langfristigen Schulden stiegen in sechs Monaten von 100 auf 102 Millionen, laut den Geschäftsberichten, die das Unternehmen selbst veröffentlicht. Das operative Ergebnis fiel im selben Zeitraum von 16 auf 15 Millionen, während die Abschreibungen leicht stiegen – bei einem Bauunternehmen nichts Ungewöhnliches.

Die unbequeme Schlussfolgerung aus diesem Bild: Ohne Erschütterungen bräuchte man rund acht Jahre, um alle Schulden zu tilgen, so eine Rechnung, die in der Debatte kursiert. Und das in einem Umfeld, in dem geliehenes Geld nicht mehr gratis ist. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten, lässt einen engeren Spielraum, als die offizielle Erzählung des Unternehmens vermuten lässt.

Das Gespenst von Realia und der Präzedenzfall MásMóvil

Der Vergleich mit Realia fällt mehrfach: ein börsennotiertes Unternehmen, das künstlich billig gehalten wird, bis jemand ein Delisting-Angebot startet und alles zum Schleuderpreis übernimmt. Der andere zitierte Präzedenzfall ist MásMóvil, wo das Management laut einem Teilnehmer vor der Übernahme einen vorteilhaften Deal abgeschlossen haben soll, dem später eine Beschwerde wegen Interessenkonflikts folgte – und wo die Minderheitsaktionäre am Ende mit einem minimalen Gewinn dastanden.

Gegen die These einer unmittelbaren Übernahme spricht ein einfacher Fakt: Wäre das Geschäft so gut, würde der Mehrheitsaktionär nachkaufen oder das Unternehmen Aktien zurückkaufen. Tut es nicht. Und das riecht für viele nach einem Flop.

Länderrisiko und der Gipfel des geringen Volumens

Es gibt eine Fraktion, die den Wert allein wegen seiner Herkunft ausschließt: nichts anfassen, was in Spanien notiert ist, aus Angst vor einer Wiederholung von MasMóvil oder einem anderen Gesellschaftsmanöver, das die Minderheitsaktionäre leer ausgehen lässt. Das ist eine extreme Haltung, aber sie fasst die angesammelte Müdigkeit gut zusammen.

Die andere Front ist sektoral: Bei explodierenden Rohstoffpreisen und öffentlicher Bauaufträgen, die vom Staatshaushalt abhängen, ist das Bauunternehmen jedem Einbruch ausgesetzt. Die Erinnerung an die Krise von 1991, als ein Unternehmen mit Staatsaufträgen unterging und Zehntausende Menschen ihren Job verloren, wirkt bis heute nach.

Lohnt es sich zu warten, bis jemand den Preis zahlt, für den das Unternehmen sich selbst hält? Vier Jahre später lautet die Antwort immer noch dieselbe: Es kommt darauf an, wie lange das Portemonnaie durchhält.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (49 Antworten).

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