Sammelklage in Israel gegen BYD wegen Datenspionage über vernetzte Autos

80-Millionen-Sammelklage gegen BYD in Israel wegen Ausspähens von Fahrern. Israels Heuchelei im Umgang mit Pegasus sorgt in der Debatte für Aufsehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das israelische Paradox: BYD wegen Spionage verklagen, während man von Pegasus lebt

Eine in Israel eingereichte Sammelklage fordert 80 Millionen Dollar vom chinesischen Hersteller BYD, weil das Unternehmen personenbezogene Daten aus seinen vernetzten Fahrzeugen sammelt und an Dritte weitergibt, angeblich an den Iran. Zu den Vorwürfen gehören Video- und Audioaufnahmen, Standortdaten und weitere sensible Informationen.

Die Ironie entgeht niemandem: Israel ist der Schöpfer der Spionagesoftware Pegasus, mit der weltweit Telefone infiltriert wurden. Dass man sich nun über genau dieselbe Praxis empört, erinnert an die Geschichte vom Dieb, der „Fascht dieb!" ruft.

Der BYD-Datenskandal

Laut der Klage funktionieren die vernetzten Fahrzeugsysteme von BYD wie ein digitales Trojanisches Pferd. Ohne Wissen der Fahrer sammelt das Auto Video-, Audio- und Standortdaten und sendet sie an Server außerhalb Israels. Die geforderte Summe von 80 Millionen Dollar deutet darauf hin, dass die Kläger den Schaden als gewaltig einschätzen.

Kritiker weisen darauf hin, dass diese Praxis nicht auf China beschränkt ist. Israelische und amerikanische Unternehmen machen dasselbe seit Jahrzehnten, oft mit weniger Transparenz. Der Unterschied: Diesmal ist der mutmaßliche Empfänger der Iran, ein erklärter Feind Israels, was den Eindruck des Verrats verschärft.

Heuchelei als Hintergrund

Während Israel BYD wegen Spionage verklagt, exportiert seine eigene Cyber-Spionagesparte, etwa NSO Group, Pegasus an autoritäre Regime. Die Klage wirkt eher wie ein geopolitisches Manöver als eine echte Verteidigung der Privatsphäre. BYD-Fahrer in Israel wussten vermutlich längst, dass ihr Auto ein vernetztes Gerät ist; die selektierte Empörung riecht nach doppelter Sarracena.

Die Frage, die in der Luft bleibt: Ist Privatsphäre wirklich wichtig – oder nur, wer die Daten bekommt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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