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Plattenspieler: Warum er so leise klingt und welcher Phono-Vorverstärker nötig ist
Ein Technics für 150 € und ein blankes Kabel: Warum der Plattenspieler ohne Phono-Vorverstärker leise klingt und wie die RIAA-Kurve richtig angewendet wird.
Plattenspieler: Warum er so leise klingt und welcher Phono-Vorverstärker nötig ist
Ein Technics SL-1200 MK2, gekauft für 150 Euro, zwei Cinchkabel und ein blankes Kabel. So beginnt die Frage, die jeder Hörer sooner or later stellt, der die Schallplatten seiner Eltern aus dem Keller holt: Warum klingt der Plattenspieler so leise, und warum braucht er ein Zusatzgerät, über das niemand etwas gesagt hat? Die technische Antwort ist einfach – und erklärt nebenbei, warum in halb Spanien ein Plattenspieler ungenutzt im Schrank steht.
Das Signal, das aus einem Tonabnehmer kommt, ist deutlich schwächer als das eines CD-Spielers oder einer modernen Audioquelle. Diesen Rohpegel nennt man Phono-Signal, und er braucht eine Vorverstärkung, bevor er einen Leistungsverstärker oder eine Anlage erreicht. Das Gerät, das diese Arbeit macht, heißt Phono-Vorverstärker, und seine Aufgabe ist nicht nur, die Lautstärke anzuheben: Er wendet auch die RIAA-Entzerrung an – die Korrektur, auf die man sich beim Pressen von Schallplatten geeinigt hat, damit die überdimensionalen Bässe die Nadel nicht aus der Rille warfen und die Höhen nicht im Oberflächentrauschen der Platte untergingen.
Was die RIAA-Kurve ist und warum es ohne sie schlecht klingt
Beim Schneiden einer Schallplatte werden die Bässe gedämpft und die Höhen angehoben. Der Grund ist physikalisch: Eine Ausschlag mit großer Amplitude bei tiefen Frequenzen würde die Nadel entgleisen lassen, und die Rauigkeit des unbespielten Vinyls hat eine Amplitude, die mit der der hohen Frequenzen vergleichbar ist. Die Höhen beim Schneiden zu überhöhen verbessert das Signal-Rausch-Verhältnis. Bei der Wiedergabe kehrt der Vorverstärker genau diese Kurve um. Tut er es nicht, ist das Ergebnis ein dumpfer, körperschwacher Klang mit unverhältnismäßigem Grundrauschen.
Deshalb hatten ältere Anlagen Eingänge mit der Aufschrift PHONO neben den Line-Eingängen. Dort ist der Vorverstärker integriert. Moderne Anlagen haben das dagegen fast nie: Sie akzeptieren nur Line-Pegel, also bereits verstärkte Signale. Ein Plattenspieler an einem Aux-Eingang ohne zwischengeschalteten Vorverstärker klingt leise, verzerrt und rauschig. Genau das Symptom, das jeder beschreibt, der ihn direkt angeschlossen hat.
Der externe Vorverstärker: Wann er reicht und wann nicht
Die gängigste Lösung ist ein externer Phono-Vorverstärker. Es gibt sie von sehr einfachen Modellen bis zu High-End-Geräten, und die Preisspanne ist breit. Ein günstiger Vorverstärker genügt, wenn der Rest der Anlage mithält. Ist der Plattenspieler gut und der Tonabnehmer in Ordnung, merkt man den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem anständigen Vorverstärker.
Ein Detail sollte man kennen: Tonabnehmer gibt es als Moving Magnet (MM) oder Moving Coil (MC). Viele Vorverstärker und Verstärker unterstützen beide, manche aber nur einen. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die Kompatibilität. Der Technics SL-1200 MK2 übrigens ist der Plattenspieler, den DJs populär gemacht haben – ein robustes Gerät mit gutem Ruf unter Liebhabern.
Das Erdungskabel und die Anschlüsse, die niemand erklärt
Neben den beiden Cinchkabeln hat der Plattenspieler ein blankes Kabel, das oft Fragen aufwirft. Es ist die Erdung. Sie wird über eine dafür vorgesehene Schraube am Verstärker oder Vorverstärker angeschlossen, nicht an der Schutzerdung der Steckdose. Wird sie nicht verbunden, stellt sich ein typisches Brummen ein. Ein kleines Detail, das den Hörgenuss ruiniert, wenn man es ignoriert.
Zum Rest der Anlage: Gebrauchte Verstärker aus den Achtziger- und Neunzigerjahren tauchen häufig auf dem Markt zu Preisen um 50 oder 60 Euro auf, und manche haben Geräte solider Marken für unter 100 gefunden. Gebrauchte Lautsprecher bekannter Marken bewegen sich in ähnlichen Bereichen. Die Kombination aus altem Plattenspieler, Gebraucht-Verstärker und gebrauchten Lautsprechern ist der günstigste Weg zu einer anständigen Vinyl-Anlage.
Wenn das Problem nicht der Vorverstärker ist
Nicht jeder Fall löst sich mit dem Kauf eines Vorverstärkers. Manche Plattenspieler haben einen integrierten mit einem Schalter zum Ein- und Ausschalten. Schließt man einen Plattenspieler mit integriertem Vorverstärker an einen Phono-Eingang an, wird das Signal zweimal verstärkt, und das Ergebnis verzerrt. Ein häufiger Fehler, der sich ohne das Handbuch des Geräts schwer diagnostizieren lässt.
Die Nadel ist ein weiterer üblicher Verdächtiger. Eine abgenutzte oder falsch montierte Nadel erzeugt leisen Klang, Verzerrungen und Rauschen. Vor jedem Kauf sollte man den Zustand von Tonabnehmer und Nadel prüfen. Und ist der Plattenspieler aus den Achtzigern, lohnt es sich zu prüfen, ob er einen integrierten Vorverstärker hat, bevor man Geld für einen externen ausgibt.
Vinyl ist zurück, die Plattenpreise auch, und die Plattenspieler, die in Schränken schlummerten, werden entstaubt. Der technische Teil ist derselbe wie vor vierzig Jahren. Damals hat ihn niemand erklärt, und heute erklärt ihn auch niemand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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