„Salvapatrias“: Spaniens Regierung diffamiert unabhängige Richter

Der von der spanischen Regierung verwendete Begriff „Salvapatrias“ ist ein Angriff auf die Gewaltenteilung und die richterliche Unabhängigkeit. Verstehen Sie die Tragweite des Vorgangs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Verwendung des Begriffs „Salvapatrias“ durch die spanische Regierung ist eine Strategie, um unabhängige Richter zu diskreditieren, die Gewaltenteilung auszuhöhlen und damit das Wesen der Demokratie zu beschädigen.

## Die neue Parole der Macht

Politische Sprache wird manchmal zur Wurfmasse. In letzter Zeit beobachten wir, wie sich ein Begriff verbreitet, der hinter seinem Klang eine klare Absicht verbirgt: diejenigen zu diskreditieren, die sich nicht den Wünschen der Macht beugen. Die Rede ist vom Wort „Salvapatrias“. Im Wörterbuch werden Sie es nicht finden, zumindest noch nicht. Es ist eine dieser maßgeschneiderten Schöpfungen, ein „Wortungeheuer“, das zwei Begriffe, „Rettung“ und „Vaterland“, zu einer abwertenden Bedeutung verschmilzt. Die Idee ist einfach: Richter, die unabhängig handeln und sich nicht den Vorgaben der Regierung unterwerfen, werden dargestellt, als würden sie gegen das Vaterland agieren, als wären sie Verräter.

Diese Taktik ist nicht neu. Es geht darum, das öffentliche Vertrauen in die Institutionen zu untergraben, Zweifel an der Unparteilichkeit derjenigen zu säen, die über dem Gesetz wachen sollen. Wenn ein Richter es wagt, gegen die Exekutive zu ermitteln oder Entscheidungen zu treffen, die sie unbequem machen, wird er etikettiert. Und das Etikett „Salvapatrias“ scheint derzeit das auserwählte zu sein, um jene Magistraten zu kennzeichnen, die weit davon entfernt, dienstfertig zu sein, ihre Pflicht erfüllen, das Gesetz auf alle gleichermaßen anzuwenden. Das Ziel ist klar: Die Menschen sollen diese Richter nicht als Garanten der Gerechtigkeit wahrnehmen, sondern als Feinde des Staates.

## Die Gewaltenteilung im Visier

Das wirklich Besorgniserregende an dieser Strategie ist, dass sie eines der Grundpfeiler jeder Demokratie direkt angreift: die Gewaltenteilung. Die Vorstellung, ein Richter müsse einer Regierung Rechenschaft ablegen oder sie über seine Ermittlungen informieren, ist mit dem Konzept einer unabhängigen Justiz unvereinbar. Ein Richter, der unter dem Druck oder der Aufsicht der Exekutive handelt, ist kein Richter mehr, sondern ein bloßer Beamter. Das Wesen der Demokratie besteht darin, dass das Gesetz für alle gleichermaßen gilt, ohne Ausnahmen.

Diese Gewaltenteilung ist keine Laune, sondern das Ergebnis jahrhundertelangen Kampfes um die Freiheit. Am **17. Juni 1789** in Versailles wurde ein entscheidender Schritt getan, als die drei Stände beschlossen, in einer Nationalversammlung aufzugehen und damit die Grundlagen für ein System zu legen, in dem das Gesetz für alle dasselbe war. Ohne diese richterliche Unabhängigkeit werden Wahlen, so regelmäßig sie auch sein mögen, zu einem bloßen Schauspiel, einer Inszenierung, die die wahre Natur eines Regimes verbirgt, das sich das Recht vorbehält, straflos zu sündigen.

## Die richterliche Unabhängigkeit als letztes Bollwerk

Die richterliche Unabhängigkeit ist in modernen Gesellschaften das letzte Bollwerk gegen eine Exekutive, die dazu neigt, gierig und straffrei zu sein. Richter schaffen das Gesetz nicht; sie wenden es an. Und diese Anwendung erfolgt innerhalb sehr enger Auslegungsgrenzen, die einer Kontrolle unterliegen. Wenn die Regierung eine Richterin öffentlich verurteilt, weil sie sich weigert, über ihre Ermittlungen zu berichten, wie es in **Ceuta** geschehen ist, sendet sie eine gefährliche Botschaft: dass die Justizunabhängigkeit ein Hindernis sei.

Wenn die Regierung der Ansicht ist, dass eine Magistratin unregelmäßig gehandelt hat, stehen ihr die rechtlichen Wege offen, gegen sie vorzugehen und ihren Ausschluss aus dem Richterdienst zu fordern. Stattdessen auf Parolen wie „Salvapatrias“ zurückzugreifen, zeigt nur die Absicht, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben. Die Alternative zur richterlichen Unabhängigkeit ist nichts anderes als die Willkür der Macht, die Möglichkeit, dass Bürger, einschließlich des Ministerpräsidenten selbst oder seiner Minister, außerhalb des Gesetzes stehen. Die Demokratie ruht auf der Grundlage, dass niemand über ihr steht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

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