Hispanismo und Sozialismus: Das NATO-kritische Forum vereint Falangisten und Kommunisten in Salamanca
In der Buchhandlung Víctor Jara in Salamanca kamen zwei Tage lang Vertreter von Frente Obrero, Falangisten, Karlisten, Franquisten und katholischen Kommunisten unter dem Dach der ersten Treffen der Vanguardia Española zusammen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Hispanismo und Sozialismus“ hatte die Anwesenheit von Santiago Armesilla, Juan Manuel de Prada und dem umstrittenen Alejandro Cao de Benós zur Folge. Der Termin diente dazu, eine Annäherung zwischen normalerweise feindlichen Sektoren zu inszenieren, geeint durch einen gemeinsamen Nenner: die frontale Opposition gegen die NATO und die Ablehnung des anglo-sächsischen „Globalismus“.
Das Forum, das sich über zwei Tage erstreckte, umfasste Vorträge über das „spezifische sozialistische Modell Nordkoreas“ und Analysen der „anglo-sächsischen Dominanz“. Die Mischung der Teilnehmer, von einigen als „bunt gemischt“ bezeichnet, zeigt die Durchlässigkeit bestimmter Diskurse an den Rändern des politischen Spektrums. Die Anwesenheit von Cao de Benós, bekannt für seine Verbindung zum nordkoreanischen Regime, fügte dem Treffen eine exotische Komponente hinzu, das auch dazu diente, Bücher vorzustellen und die Bande zwischen Kollektiven zu festigen, die auf dem Papier wenig gemeinsam haben.
Was verbindet Falangisten und Kommunisten in Salamanca?
Die kurze Antwort ist die NATO. Die lange Antwort ist die Ablehnung einer internationalen Ordnung, die als Aufoktroyierung durch Washington und Brüssel wahrgenommen wird. Bei dem Treffen wurde vertreten, dass die Atlantische Allianz ein Instrument der Dominanz sei, das Europa in fremde Kriege ziehe und die nationale Souveränität zerstöre. Diese These, in verschiedenen Tönen wiederholt, ermöglichte es Sektoren, die sich unter anderen Umständen gegenseitig töten würden, den Tisch zu teilen.
Die Veranstaltung war nicht frei von Kontroversen. Die Anwesenheit von Figuren wie Cao de Benós, verbunden mit der Propaganda des nordkoreanischen Regimes, wurde von einigen Teilnehmern kritisiert, die in diesen Bündnissen ein Üben als „nützliche Idioten“ für fremde Interessen sehen. Die Organisatoren verteidigten jedoch die Pluralität des Forums als Beweis dafür, dass der „Widerstand“ gegen den Globalismus keine traditionellen Etiketten kennt.
Das „Nordkorea-Modell“ als Referenz
Einer der auffälligsten Vorträge war dem „spezifischen sozialistischen Modell Nordkoreas“ gewidmet, das als Alternative zum globalen Kapitalismus präsentiert wurde. Der Beitrag, gehalten von Santiago Armesilla und anderen Referenten, vertrat die Ansicht, dass das nordkoreanische Regime seine Souveränität gegenüber externem Druck habe bewahren können, ein Argument, das vom Publikum mit Interesse aufgenommen wurde. Die Anwesenheit von Cao de Benós, der im asiatischen Land gelebt hat, bot eine Sicht aus erster Hand, wenn auch nicht ohne Kontroverse.
Solche Ansätze, die Nationalismus und Sozialismus mischen, wurden von Kritikern als ideologisches „Chaos“ bezeichnet. Die Schwierigkeit, die nordkoreanische Erfahrung in den Rahmen des „Hispanismo“ einzubetten, war einer der Punkte, die unter den Teilnehmern, die mehrheitlich die Ablehnung der NATO teilten, aber über Alternativmodelle uneins waren, die meisten Debatten hervorrief.
Der Schatten der NATO und des „Globalismus“
Der zentrale Fokus des Forums war die Kritik an der NATO, dargestellt als der bewaffnete Arm eines „Globalismus“, der darauf abzielt, nationale Identitäten aufzulösen. In diesem Sinne wurde argumentiert, dass die Atlantische Allianz dazu gedient habe, Europa in Konflikte zu ziehen, die ihm keinen Nutzen bringen, wie den in der Ukraine, und europäische Länder den Interessen der USA zu unterwerfen. Diese Sichtweise, geteilt von extrem linken und extrem rechten Sektoren, war der Klebstoff, der die bunte Gruppe der Teilnehmer zusammenhielt.
Die Anwesenheit von Juan Manuel de Prada, der die „anglo-sächsische Dominanz“ und die „Unterwerfung“ unter deren Interessen analysierte, verstärkte diese Argumentationslinie. Seine Worte wurden von einem Publikum beklatscht, das in der NATO eine Bedrohung für die spanische Souveränität und den Frieden in Europa sieht. Die Idee, dass Spanien seinen „Hispanismo“ wiedererlangen und sich von supranationalen Strukturen lösen müsse, war eine der am häufigsten wiederholten Botschaften.
Das „Traumteam“ des Widerstands
Die Zusammensetzung des Forums wurde von einigen Beobachtern ironisch als „Traumteam“ des NATO-kritischen Widerstands beschrieben. Die Mischung aus Falangisten, Karlisten, Franquisten und katholischen Kommunisten erregte sogar bei den Teilnehmern selbst Aufmerksamkeit, die die Seltsamkeit erkennen, Raum mit Menschen so unterschiedlicher Ideologien zu teilen. Alle sind sich jedoch einig, dass der gemeinsame Feind das Bündnis rechtfertigt.
Die Veranstaltung diente auch dazu, Bücher vorzustellen und die Bande zwischen Kollektiven zu festigen, die sich sonst kaum zusammensetzen würden. Die Buchhandlung Víctor Jara, Schauplatz des Treffens, wurde zu einem brodelnden Ort der Debatten und Kontakte, mit Blick auf zukünftige Kooperationen. Die schwebende Frage ist, ob solche opportunistischen Bündnisse zeitlich tragfähig sind oder sich auflösen werden, wenn der gemeinsame Feind wegfällt.
Welche Rolle spielt Nordkorea in diesem Forum?
Nordkorea war eines der Top-Themen des Treffens, präsentiert als Beispiel für Widerstand gegen Imperialismus. Der Vortrag von Cao de Benós, der im Land gelebt hat, diente dazu, zu verteidigen, dass das nordkoreanische Regime seine Unabhängigkeit trotz internationaler Sanktionen habe bewahren können. Diese Vision wird jedoch nicht von allen Teilnehmern geteilt; einige sehen im nordkoreanischen Regime ein autoritäres Modell, das schwer in den „Hispanismo“ einzubetten ist.
Die Debatte über Nordkorea machte die internen Spannungen des Forums deutlich. Während einige das Modell als gangbare Alternative verteidigten, äußerten andere Vorbehalte gegenüber einem System, das sie als weit entfernt von der spanischen Tradition betrachten. Die Diskussion, obwohl hitzig, hinderte die Teilnehmer nicht daran, darin übereinzukommen, dass es notwendig sei, Verbündete überall auf der Welt zu suchen, um den „Globalismus“ zu kontern.
Die Zukunft des NATO-kritischen Widerstands
Die Abhaltung dieses Forums in Salamanca hat die Existenz eines noch diffusen politischen Raums aufgezeigt, der versucht, eine Alternative zur NATO und zum „Globalismus“ aus heterodoxen Positionen zu artikulieren. Die Konvergenz so unterschiedlicher Sektoren deutet darauf hin, dass die Unzufriedenheit mit der aktuellen internationalen Ordnung tief genug ist, um Bündnisse hervorzubringen, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Es bleibt abzuwarten, ob diese Initiativen in konkrete Projekte münden oder bei symbolischen Treffen bleiben.
Die Anwesenheit von Figuren wie Armesilla, Cao de Benós oder De Prada zeigt, dass es ein empfängliches Publikum für diese Botschaften gibt. Die Mischung aus Nationalismus und Sozialismus findet zwar bei vielen Unbehagen, doch hallt sie bei denen wider, die in der NATO eine Bedrohung der Souveränität und im „Globalismus“ die Ursache aller Übel sehen. Die Zeit wird zeigen, ob dieses „Traumteam“ fähig ist, seine Differenzen zu überwinden und etwas Dauerhaftes aufzubauen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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