Sabadell: Anzeige gegen Pförtner wegen Gesang gegen Sánchez – Hassdelikt?

Ein Pförtner in Sabadell ist wegen eines Gesangs gegen Sánchez angezeigt worden. Das spanische Strafgesetzbuch führt politische Ideologie nicht als geschützte Gruppe. Juristischer Nebel?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Gesang gegen Sánchez, der in einer Anzeige endet: Hassdelikt oder juristischer Nebel?

Eine Nachbarschaftsföderation in Sabadell hat Anzeige gegen den Pförtner des örtlichen Vereins erstattet, weil dieser einen Gesang gegen Pedro Sánchez angestimmt haben soll – mit dem Vorwurf eines möglichen Hassdelikts. Die Frage stellt sich von selbst: Kann ein Regierungschef im strafrechtlichen Sinne als Mitglied einer schutzbedürftigen Gruppe gelten?

Nach Artikel 510 des spanischen Strafgesetzbuches schützt das Hassdelikt Gruppen oder Vereinigungen wegen rassistischer, antisemitischer Motive, der sens Orientierung, religiöser Überzeugungen und mehr. Politische Ideologie steht nicht auf der Liste. Richter gehen davon aus, dass Politiker aufgrund ihrer Machtposition und ihres Zugangs zu rechtlichen Verteidigungsmitteln nicht in die Kategorie der Schutzwürdigen fallen, die der Gesetzgeber schützen wollte.

Die befragten Juristen sind sich einig: Die Anzeige hat wenig Aussicht auf Erfolg. Höchstens könnte eine Beleidigung vorliegen, die einen Strafantrag des Geschädigten erfordert und eine niedrige Beweisschwelle hat. Aber ein Hassdelikt mit einem Gesang gegen einen Politiker zu vermischen ist zumindest eine gewaltsame Dehnung des Gesetzes.

Das Kuriose an dem Fall: Die Initiative geht von einer subventionierten Nachbarschaftsföderation aus. Der Verdacht politischer Instrumentalisierung schwebt über der Anzeige, die viele als Versuch sehen, einen Präzedenzfall zu schaffen und den Begriff „schutzbedürftig" nach Belieben der Mächtigen auszuweiten.

Die verblüffende Zahl: Während dieser Gesang verfolgt wird, bleiben andere, deutlich grobere Beleidigungen gegen Oppositionsführer gerichtlich unbeantwortet. Selektive Gesetzesanwendung hinterlässt immer einen bitteren Nachgeschmack.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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