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Russland verbietet ab September Export von Benzin und Diesel
Russland verbot am 21. September 2023 die Ausfuhr von Benzin und Diesel zur Bekämpfung der Inlandsinflation, obwohl es im März einen Rekord bei den Dieselausfuhren erzielt hatte.
Russland dreht den Hahn für Diesel zu und lässt die Welt auf seine Raffineriekapazitäten blicken
Russland exportiert Rohöl ohne Probleme. Die Raffination ist eine andere Geschichte. Am 21. September 2023 untersagte Moskau die Ausfuhr von Benzin und Diesel, eine Maßnahme, die Bloomberg direkt mit dem Anstieg der Kraftstoffpreise in Verbindung brachte, einem der Haupttreiber der Inflation im Land. Das Verbot kam nicht aus dem Nichts: Im Februar hatte die Europäische Union bereits die Einfuhr russischer Raffinerieprodukte gestoppt. Die Paradoxie ist klassisch. Ein erstklassiger Ölproduzent, der den Ausgang seiner eigenen Derivate blockiert.
Warum verbietet Russland die Ausfuhr von Benzin und Diesel?
Weil das Problem nicht im Bohrloch liegt, sondern in der Raffinerie. Russland fördert reichlich Rohöl, aber wie einige Kommentatoren anmerken, hat seine Fähigkeit, dieses in fertigen Kraftstoff umzuwandeln, eine Obergrenze. Angespannter Binnenmarkt und steigende Preise an den Tankstellen führten dazu, dass der Kreml sich für das Offensichtliche entschied: Aufhören, ins Ausland zu verkaufen, was im Inland fehlt.
Das häufigste Beispiel in der Debatte ist Venezuela, das auf riesigen Ölreserven sitzt und gleichzeitig Benzin aus den USA importiert. Wer Öl hat, hat nicht automatisch Diesel. Es sind zwei verschiedene Geschäfte mit unterschiedlichen Anlagen und Margen.
Die russischen Dieselausfuhren, die jede Erwartung übertrafen
Diese Daten widersprechen der gängigen Erzählung. Laut dem Rohstoffanalyseunternehmen Kpler erreichten die russischen Dieselausfuhren im März ein historisches Volumenmaximum, obwohl die westlichen Sanktionen den energetischen Druck auf Moskau erhöhten. Das heißt: Vor dem Verbot und während Europa vom Markt ausgeschlossen war, platzierte Russland weiterhin Kraftstoff weltweit. Das September-Verbot kam also, als der externe Abfluss besser funktionierte als je zuvor.
Hier stolpert die offizielle Darstellung. Den Exporteur zu sanktionieren und festzustellen, dass er Verkaufsrekorde bricht, ist kein perfekter Plan.
Gilt das russische Diesel-Ausfuhrverbot noch?
Nein, oder zumindest nicht vollständig. Russland kündigte das Ende des Diesel-Ausfuhrverbots an und hob den Großteil der am 21. September aktivierten Beschränkungen auf. Die Maßnahme hatte die Energiemärkte stark bewegt, insbesondere den europäischen, obwohl Lieferungen an die EU theoretisch bereits vorher untersagt waren. Die Rückkehr eines wichtigen Gasöl-Produzenten auf den internationalen Markt bedeutet praktisch Preisänderungen für alle anderen.
Peak Oil und die Thermodynamik, die keine Kompromisse macht
Unter all diesem liegt eine alte Diskussion: Ob Geopolitik oder Erschöpfung der Treiber sind. Manche argumentieren, wir erleben einen als Krieg getarnten Peak Oil, andere entgegnen, dass die einzige wirklich neue Energiequelle seit zwei Jahrzehnten immer noch eine Versprechung ist: Fusion bleibt seit fünfzig Jahren „noch fünfzig Jahre entfernt“, und Diesel ist vielseitiger als Strom, den fast alle Alternativen erzeugen. Synthetische Kraftstoffe zu vernünftigen Preisen bleiben meanwhile Wunschdenken.
Eine Anekdote ist erwähnenswert. Beim Kongress ASPO 7 in Barcelona im Jahr 2007 berichtete ein Teilnehmer, er sei nach einem Gespräch mit einem Experten erschrocken gewesen, der behauptete, die gesamte Raffineriekapazität würde zu den Produzentenländern wandern und die europäische Petrochemie gehöre der Vergangenheit an. Fast zwei Jahrzehnte später jagt dieser Satz immer noch Schauer über den Rücken.
Was gewinnt Spanien durch seine Raffinerien?
Wie in der Debatte betont wird, behält Spanien Raffineriekapazität, was es in eine andere Liga bringt als Länder, die nur Fertigprodukte kaufen. Es kann weiterhin teures Rohöl beziehen, aber es kann es auch verarbeiten. Die Kehrseite wäre doppelt bitter: Rohöl kommt zu schmerzhaften Preisen, und laut dieser Sichtweise plant Brüssel bereits, diese Kapazität mit Nachbarn zu teilen. Einige weisen auf die mögliche Schließung der Raffinerie Santa Cruz de Tenerife hin.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Zapfsäule. Öl ist ein Glied in einer Kette, die Kunststoffe, Düngemittel, Medikamente, Reifen und Flugtickets betrifft. Alles, was daraus hergestellt wird, verteuert sich, wenn Öl teurer wird, und ein Kommentator bemerkt dies bereits bei Autoteilen und chemischen Produkten.
Mit intakten Raffinerien und fließendem Rohöl lautet die These, dass Spanien besser standhalten wird als Nachbarländer ohne Transformationskapazität. Wenn die globale Lieferkette zusammenbricht – und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nachlässt –, dann hilft weder Raffination noch sonst etwas: Manche spekulieren, dass der Literpreis von 2,50 Euro die unwichtigste Nachricht des Tages sein wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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