Russland ist längst nicht am Ende: Die Schaufel als Sinnbild für den Kriegsstau

Ein virales Video zeigt einen alten Mann, der sich mit einer Schaufel verteidigt – ein Symbol für den Stillstand des Ukraine-Kriegs nach vier Jahren voller Prognosen eines russischen Zusammenbruchs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland am Ende? Das Video vom alten Mann mit der Schaufel, das daran zweifeln lässt

Wenn nach vier Jahren Krieg in der Ukraine eines klar geworden ist, dann dass die Schlagzeilen über den russischen Zusammenbruch bis zum Überdruss wiederholt wurden. Die neueste Zutat der Debatte: ein alter Mann, der sich mit einer Schaufel verteidigt. Die viral gegangenen Bilder zeigen einen hochbetagten Mann, der mit einem Bauwerkzeug zuschlägt, während die Zuschauer ungläubig sind. Die Geste wurde als Metapher für den wahren Zustand des Konflikts gedeutet: Die Russen sind längst nicht so geschlagen, wie behauptet, und mit Reden lässt sich dieser Krieg nicht beenden.

Vier Jahre unerfüllter Prophezeiungen

Seit 2022 wird bis zum Überdruss behauptet, Russland sei am Ende. Jede ukrainische Gegenoffensive sollte die entscheidende sein. Jedes Sanktionspaket sollte die Wirtschaft in die Knie zwingen. Doch die Front ist für beide Seiten zu einem Fleischwolf geworden. Während Russland die Ukraine wegen der Unterstützung durch die USA und die EU nicht besiegen kann, können die USA den Iran wegen der Rückendeckung durch Russland und China nicht besiegen. Überall ist der Teufel los. Die Erzählung vom bevorstehenden Sieg prallt auf eine Realität gegenseitiger Abnutzung.

Die Schaufel als Kriegswaffe

Der anfängliche Spott über den alten Mann mit der Schaufel verbirgt eine unbequeme Wahrheit: Im Grabenkrieg ist eine gut geführte Schaufel eine tödliche Waffe. Mit der Schneide kann ein Schlag gegen den Hals die Kehle durchtrennen. Das ist kein Meme, sondern eine reale Waffe, die in jedem Video von der ukrainischen Front auftaucht. Wer lacht, hat vermutlich nie in seinem Leben eine Schaufel aus der Nähe gesehen. Der alte Mann aus dem Video brauchte kein AK-47 – vielleicht wusste er nicht einmal mehr, wo er es aufbewahrt hatte –, um dem Burschen Paroli zu bieten, der es wagte, ihn an die Front zu schicken.

Eine global festgefahrene Front

Die Lähmung ist nicht nur lokal. Während die Ukraine Kiew und den Donbas nicht zurückerobert, weil sie es angeblich „nicht will" – Ironie versteht sich –, ist der Krieg in einem globalen Tripelpatt angekommen: Russland kann nicht gewinnen, ohne die Front zu durchbrechen, die Ukraine nicht ohne mehr westliche Hilfe, und die USA können keine zweite Front eröffnen, ohne sich selbst zu exponieren. Pilingui führt den Krieg in seinem Tempo, und das ist das Tempo der Blockade. Die Schaufel des alten Mannes fasst besser als jede Analyse die Hartnäckigkeit eines Konflikts zusammen, in dem niemand gewinnt und alle verlieren.

Vor diesem Hintergrund klingt jede Prognose eines russischen Untergangs wie déjà-vu. Das Schaufel-Video ist keine Anekdote: Es spiegelt einen Krieg wider, der sich gegen einfache Erzählungen sträubt. Wer ist wirklich am Ende?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (29 Antworten).

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