Rufián bleibt bei ERC: Spitzenkandidat in Barcelona

Im Forum heißt es, Rufián werde Spitzenkandidat der ERC in Barcelona und habe ein Mitmachen beim Frente Amplio ausgeschlossen. Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung verliere an Schwung, so die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rufián bleibt bei ERC: Spitzenkandidat in Barcelona
Rufián bleibt bei der ERC: Spitzenkandidat in Barcelona und Abschied vom Frente Amplio

Gabriel Rufián bewegt sich nicht. Laut den Teilnehmern der Debatte wird der ERC-Politiker bei den nächsten Wahlen Spitzenkandidat in Barcelona sein und hat ausgeschlossen, sich dem Frente Amplio anzuschließen, der Plattform linker Parteien, die als sein mögliches Ziel gehandelt worden war. Die Entscheidung, zuerst in den Gerüchteküchen aufgeschnappt und in den Korridoren bestätigt, beendet wochenlange Spekulationen über einen Wechsel, den viele für sicher hielten. Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung, nach dem Verschleiß des procés (des katalanischen Abspaltungsversuchs) im Tief, verliert damit eines ihrer bekanntesten Gesichter in Madrid. Und gewinnt nebenbei einen Abgeordneten, der seinen Sitz nicht für Luftschlösser riskiert.

Warum Rufián nicht zum Frente Amplio geht

Die Rechnung ist einfach. Bei der ERC hat er einen festen Platz; beim Frente Amplio müsste er um einen Posten auf einer Liste kämpfen, die als solche noch gar nicht existiert und deren Umfang niemand definiert hat. Die Plattform, in Gerüchteküchen als Sammelbecken beschrieben, in dem aussichtslose Projekte enden, bietet keine Garantie auf einen Sitz. Rufián, der seit zwei Legislaturperioden im Kongress sitzt, kennt das Terrain. Ein sicheres Mandat hätte er nie gegen ein Abenteuer eingetauscht.

Manche behaupten, die Unabhängigkeitsbewegung sei tot und Rufián suche eine neue Nische. Andere meinen, man lasse ihn in Katalonien nicht den Chef spielen, und genau das wolle er sein. Beide Deutungen teilen dieselbe Diagnose: Der Politiker hat verstanden, dass seine unmittelbare Zukunft darin liegt, die Position zu halten, nicht darin, zu einer fremden Struktur überzulaufen. Heuchelei, sagen die Kritischsten, sei der Preis des politischen Überlebens.

Der Frente Amplio, ein Projekt ohne Garantien

Der Frente Amplio präsentiert sich als Bündnis von Parteien, das auf dem Papier die Linke der PSOE (Spaniens wichtigster sozialdemokratischer Partei) vereinen will. In der Praxis leidet er unter dem klassischen Problem solcher Unternehmungen: Niemand weiß, wer das Sagen hat, wer das Geld gibt und wer außen vor bleibt. Der Vergleich mit einer Badewanne voller Piranhas kommt nicht von ungefähr. Projekte dieser Art fressen sich tendenziell gegenseitig auf, bevor sie überhaupt zur Wahl kommen.

Die Plattform wurde als „Partei der Glatzköpfigen“ beschrieben – wegen der Tatsache, dass alle Beteiligten dasselbe Defizit an Haaren und an Programm teilen. Die Ironie trifft die Skepsis gut. Hätte Rufián das Angebot angenommen, hätte er einen sicheren Sitz gegen eine noch zu konstruierende Kandidatur eingetauscht. Das hat er nicht getan.

Was das für die ERC und die Unabhängigkeitsbewegung bedeutet

Rufiáns Verbleib bei der ERC ist eine gute Nachricht für die Partei, die ihren bekanntesten Abgeordneten behält. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass die katalanische Unabhängigkeitsbewegung nach dem procés an Wahlkraft verloren hat. Der Politiker ist inzwischen in Madrid eine bekanntere Figur als in Barcelona – was viel über den Zustand der Bewegung aussagt.

Die Debatte über seinen hypothetischen Wechsel zum Frente Amplio diente dazu, die Temperatur der Unabhängigkeitsbewegung zu messen. Das Fazit: Rufián bewegt sich nicht. Weder er noch sein Sitz. Die offene Frage ist, ob seine Entscheidung auf eine Langzeitstrategie zurückgeht oder schlicht auf die Erkenntnis, dass kein besseres Angebot auf dem Tisch liegt.



Am Ende ist die verstörende Erkenntnis nicht, dass Rufián bleibt, sondern dass niemand ihm etwas Besseres anbieten konnte. In der Politik sieht Loyalität dem Kalkül zum Verwechseln ähnlich, wenn es kein besseres Angebot gibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (97 Antworten).

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