Rückkehr nach Polen: Bürokratie und Kosten treiben Fachkräfte aus Deutschland

Immer mehr polnische Fachkräfte kehren wegen Bürokratie, Steuern und Lebenshaltungskosten von Deutschland nach Polen zurück. Deutsche Firmen spüren den Personalmangel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Polnische Fachkräfte, die in Deutschland arbeiteten, kehren wegen Bürokratie, fehlender Digitalisierung, hoher Steuerlast und steigender Lebenshaltungskosten nach Polen zurück. Für deutsche Unternehmen, die auf sie angewiesen waren, bedeutet diese Abwanderung schwer zu besetzende Stellen.

Die Entscheidung eines polnischen Fachkrafts, in Deutschland zu bleiben oder heimzukehren, hängt nicht mehr nur vom Lohnunterschied ab. Bürokratie, Digitalisierung und Besteuerung fallen immer stärker ins Gewicht, was zu einer Rückwanderung führt, die deutsche Unternehmen als offene Stellen bemerken.

## Ein Student, der nicht mehr bleiben will

Philip Panek wählte die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) an der Grenze zwischen Deutschland und Polen mit einem klaren Ziel: in Deutschland zu bleiben und dort seine Karriere aufzubauen. Das war der Plan bei Studienbeginn.

Heute plant er, sein Praktikum in Polen zu absolvieren. Dort sind nicht nur Familie und Freunde, auch sieht er neue wirtschaftliche Perspektiven. Sein Fall fasst einen Wandel der Erwartungen zusammen: Deutschland ist nicht mehr das natürliche Ziel für Ausbildung und Bleibeperspektive.

## Die Firma, die Lkw-Fahrer verliert

Michael Sünkler leitet ein Transportunternehmen und beschäftigt zahlreiche polnische Arbeitnehmer. In den letzten Jahren haben mehrere gekündigt. Für ihn ist die Rückkehr qualifizierter Arbeitskräfte nach Polen keine abstrakte politische Debatte, sondern ein sehr konkretes wirtschaftliches Problem.

Tomasz, einer seiner Mitarbeiter, arbeitet seit über zehn Jahren als Lkw-Fahrer in Berlin. Die steigenden Lebenshaltungskosten setzen ihn unter Druck: Mieten und Lebensmittel sind deutlich teurer geworden. Sobald seine Tochter die Schule beendet hat, plant er, mit seiner Familie nach Polen zurückzukehren.

## Von Berlin nach Stettin in sechs Monaten

Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits gewagt. Vor sechs Monaten zogen sie von Berlin nach Stettin. Lange Zeit bot Deutschland ihnen hervorragende Bedingungen für die Selbstständigkeit.

Bürokratie, fehlende Digitalisierung und hohe Steuerlast wurden zunehmend zum Hindernis. In Polen fanden sie eine andere Realität vor: Verwaltungsprozesse sind digitalisiert und Steuern niedriger. Für sie hat Deutschland an Dynamik verloren.

## Was eine Statistik zeigt

Immer mehr Polen verlassen Deutschland, während sich immer weniger dort niederlassen. Hinter dieser Tendenz stehen individuelle Entscheidungen, die deutsche Unternehmen als unbesetzte Stellen verbuchen.

Der Dokumentarfilm von **DW** begleitet einen Jura-Studenten, der Karriere und Familienleben in Polen verbinden möchte, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen Lkw-Fahrer, der das Kosten-Nutzen-Verhältnis seines Lebens in Deutschland neu bewertet, und ein Paar, das den großen Schritt bereits gegangen ist. Es sind konkrete Fälle eines wirtschaftlichen Phänomens mit messbaren Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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