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RTVE zeigt '7291' zu Pflegeheim-Toten; PP kontert mit 'Gerontozid'
RTVE strahlt '7291' aus, einen Dokumentarfilm über Todesfälle in Madrider Pflegeheimen, der den politischen Konflikt neu entfacht. Die Volkspartei antwortet mit dem Vorwurf des 'Gerontozids'.
RTVE zeigt '7291' und öffnet die Wunde der Pflegeheime wieder
Kann ein Dokumentarfilm über Todesfälle in Pflegeheimen zu einer zweischneidigen Wahlwaffe werden? Die Ausstrahlung von 7291 auf zwei Kanälen des öffentlichen Rundfunks, die sich auf das Pandemie-Management in Madrid konzentriert, hat eine seit Monaten festgefahrene Auseinandersetzung wiederbelebt: die um die Todesfälle alter Menschen in Pflegeheimen während der ersten Welle. Laut Zuschauern zielt der Film direkt auf die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid und ihre Verwaltung der Geriatrie-Einrichtungen. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten: Von der Volkspartei (PP) ist bereits die Rede von einem Gerontozid als Gegen-Narrativ, während das Umfeld der Präsidentin daran erinnert, dass das Management der Heime von anderen Verwaltungen abhing.
Das Bemerkenswerte ist nicht der Dokumentarfilm selbst. Das Bemerkenswerte ist, dass ein großer Teil des politischen Spektrums zum ersten Mal seit langem in einem unbequemen Punkt übereinstimmt: Man ließ alte Menschen sterben. Uneinigkeit herrscht darüber, wer die Rechnung zahlt.
Was genau sagt der Dokumentarfilm 7291?
Der Titel bezieht sich auf die Anzahl der Todesfälle, die der Film dem Madrider Management während der Pandemie zuschreibt. Die Ausstrahlung auf zwei RTVE-Kanälen wurde von Teilen des politischen Spektrums als parteiische Nutzung des öffentlichen Rundfunks interpretiert. Der zentrale Vorwurf gegen die Präsidentin von Madrid lautet Tötung durch Handeln oder Unterlassen, eine Anschuldigung, die im Originalmaterial ohne Nuancen formuliert wird und rechtlich keinerlei gerichtliche Rückendeckung hat.
Die Verteidigung, die von der Gegenseite artikuliert wird, leugnet die Toten nicht. Sie leugnet die Exklusivität. Es wird behauptet, dass Triagierung—die Priorisierung von Patienten nach Überlebenskriterien—in ganz Spanien angewandt wurde, nicht nur in Madrid, und dass Regionen unter verschiedenen politischen Regierungen vergleichbare Situationen durchliefen. In Asturien beispielsweise gibt es Anzeigen gegen die Regionalregierung wegen Todesfällen in Pflegeheimen. Auch in La Rioja und Aragón gab es ähnliche Episoden.
Das Problem dieses Arguments ist, dass es eine Tragödie in ein Unentschieden verwandelt. Und ein Unentschieden in einer Tragödie tröstet niemanden.
Der Kampf um die Erzählung: Vom 8. März bis zu den Protokollen
Ein Teil der Analyse besagt, dass der Dokumentarfilm Teil einer breiteren Operation ist, um die Präsidentin von Madrid vor einem Wahlzyklus zu schwächen. Die Ausstrahlung im öffentlichen Fernsehen wird als unzulässige Nutzung eines durch alle Steuerzahler finanzierten Mittels interpretiert. Die Antwort von der anderen Seite lautet, dass das öffentliche Fernsehen lediglich dokumentiert, was Gerichte und Archive bereits belegt haben.
Der Gegenschlag bestand darin, Aussagen und Tweets von Amtsträgern wieder aufzugreifen, die die Pandemie damals verharmlosten oder sich über Maskenträger lustig machten. Auch das Management der Pflegeheime durch andere Verwaltungen wurde hervorgehoben, inklusive namentlicher Nennungen. Die schwebende Frage ist unbequem: Wenn das Problem überall war, warum heißt der Film dann 7291 und nicht Ganz Spanien?
Manche gehen weiter und behaupten, der eigentliche Skandal sei nicht, wer schlechter gemanagt habe, sondern dass man [B}alten Menschen den Zugang zu Krankenhäusern verweigerte[/B] und ihnen palliative Sedierung ohne individuelle Diagnose verabreichte. Diese These, die im Originalmaterial leidenschaftlich verteidigt wird, deutet auf ein strukturelles Problem des Gesundheitssystems hin und nicht auf eine bestimmte autonome Region.
Die alten Menschen, die niemand holte
Eine der unbequemsten Linien der Angelegenheit richtet sich an die Familien. Es wird argumentiert, dass viele Senioren in ihren Heimen eingesperrt blieben, während ihre Kinder von Balkonen applaudierten, Serien schauten und Kuchen backten. Die gestellte Frage ist direkt: Warum habt ihr sie nicht rausgeholt? Wenn die Isolation häuslich war, wäre das Familienhaus eine Option gewesen. Es geschah nicht.
Dieses Versäumnis erzeugt heute ein Schuldgefühl, das versucht wird, auf Dritte abzuwälzen, so einige Stimmen. Es ist eine harte Hypothese ohne stützende Daten, zirkuliert aber stark in der öffentlichen Debatte. Dokumentiert ist jedoch, dass Krankenhäuser viele alte Menschen aus Pflegeheimen nicht aufnahmen und dass die Heime nicht genug Personal hatten, um sie zu versorgen.
Das Ergebnis war eine Sterblichkeit, die keine offizielle Statistik mit der gebotenen Präzision aufgeschlüsselt hat. Die verfügbaren Daten deuteten darauf hin, dass die erste Welle die höchste Zahl an Todesfällen in sozial-gesundheitlichen Zentren konzentrierte, doch die Zuweisung der Verantwortung bleibt ungelöst.
Die PP und der Vorwurf des 'Gerontozids'
Von der Volkspartei wurde mit einer symmetrischen Anschuldigung geantwortet: dem Gerontozid, zugeschrieben dem Umfeld der Zentralregierung. Die Strategie besteht darin, den Fokus von Madrid auf Moncloa (den Sitz der spanischen Regierung) und auf die Verwaltungen zu verlagern, die dieser Version zufolge die tödlichsten Entscheidungen trafen: die Schließung der Primärversorgung, die Aussetzung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Diagnosen sowie die Isolation von Kindern.
Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid war das Hauptziel des Dokumentarfilms, aber auch seine wichtigste politische Nutznießerin: Jeder Angriff stärkt ihr Profil als Opfer einer feindlichen Medienmaschine. Dies ist der Backfire-Effekt, den manche Analysten bereits erwartet hatten.
Die Grundfrage ist, ob der Dokumentarfilm informieren oder positionieren will. Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt. Was nicht zur Diskussion steht, ist, dass 7291 Menschen nicht zweimal starben. Sie starben einmal. Und niemand ist deshalb zurückgetreten.
Am Ende hat das öffentliche Fernsehen erreicht, was keine Parlamentsdebatte konnte: dass eine ganze Woche lang über Pflegeheime gesprochen wird. Schade, dass man über sie spricht wie über ein Fußballspiel. Mit dem gleichen Enthusiasmus und dem gleichen Gedächtnis.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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