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Roro: Viral-Tradwife in Spanien polarisiert mit Rollenbild
Die spanische Influencerin Roro sorgt als 'Tradwife' für hohe Reichweite und Kritik. Ein Buchprojekt wird im Forum diskutiert.
Roro, die 'Tradwife', die ihr Image zum viralen Phänomen machte
Roro kocht für ihren Freund, spricht mit kindlicher Stimme und betont ihre Rolle als Hausfrau. Diese Szene – für manche rührend, für andere inszeniert – hat die junge Frau zu einer der meistdiskutierten 'Tradwives' Spaniens gemacht: ein Account, der hohe Zugriffszahlen generiert und über den ein Forennutzer behauptet, sie habe bereits ein Buch veröffentlicht. Der Witz, dass man für ein Käsesandwich erst eine Kuh kaufen und Weizen anbauen muss, fasst den Ton zusammen, in dem sie betrachtet wird: Bewunderung für die Mühe und Skepsis gegenüber der Verpackung. Das Phänomen ist nicht neu; seine spanische Variante schon.
Was ist eine 'Tradwife' und woher kommt der Begriff?
Der Begriff bezeichnet Frauen, die die traditionelle Rolle als Ehefrau und Hausfrau befürworten, oft mit einer spezifischen Ästhetik und Stimmlage. Die Bewegung wird laut Analysen mit fundamentalistischen christlichen Gemeinschaften und der US-amerikanischen Ultrarechten in Verbindung gebracht und dem Antifeminismus der sechziger Jahre zugeordnet.
Der Schlüssel liegt darin, dass diese Nische leer war. Wer sie zuerst besetzt, sichert sich das Publikum. Und dieses Publikum, so argumentiert ein Teil der Analyse, sucht keine Realität, sondern ein Fetischobjekt. Dem Publikum ist es egal, ob alles Pose ist, solange die Verpackung funktioniert.
Das Profil als Asset: Vom Fitnessstudio zur Küche
Ein Forennutzer, der den Account seit seinen Anfängen verfolgt, beschreibt eine lehrbuchhafte Entwicklung. Vor dem Durchbruch war es ein typisches Social-Media-Profil einer Fitness-Influencerin mit Gym-Videos und Trainingsroutinen. Als ein Kochvideo die Aufrufe explodieren ließ, verschwanden die alten Clips – die nicht zum Bild der traditionellen Ehefrau passten – vom Profil. Derselbe Nutzer schätzt, dass sich die Abrufzahlen um das Hundert- oder sogar Tausendfache vervielfachten.
Und dann der Sprung zur Verlagswelt: Laut einem Forennutzer hat die Autorin ein Buch veröffentlicht, was er selbst als Zeichen dafür wertet, dass mehr dahintersteckt als nur Werbung. Hier hört die Frage auf, rein ästhetisch zu sein: Wie viel ist Biografie und wie viel auswendig gelerntes Drehbuch?
Ist es echt oder Pose? Die Debatte um Authentizität
Hier spaltet sich das Publikum. Manche gehen davon aus, dass alles Fiktion ist und das Ziel darin besteht, Sichtbarkeit und Geld zu generieren. Andere verteidigen, dass diese Lebensentscheidung legitim sei und jeder sein Zuhause organisiere, wie er möchte. Dazwischen liegt eine mittlere Haltung: Auch wenn die Figur ein Konstrukt ist, wirken andere Creatorinnen, die ein Hausfrauenleben ohne dieselbe Inszenierung dokumentieren, weniger provokant.
Das Detail, das irritiert, ist genau dieses: Ein großer Teil des Publikums weiß, dass es sich um eine Rolle handeln könnte, konsumiert sie aber trotzdem. Authentizität ist nicht das Produkt; die Figur ist es.
Was sucht das Publikum bei dieser Figur?
Die Reaktionen schwanken zwischen Lob und Unbehagen. Einige schätzen es, dass jemand das Essen zubereitet und zu Hause wartet, und lesen dies als Zuflucht vor anderen Beziehungsmodellen. Andere geben offen zu, dass die Szene bei ihnen einen schwer erklärbaren Abwehrreflex auslöst, ein schlechtes Gefühl, das sie mit künstlicher Süße assoziieren.
Tatsächlich funktioniert die Figur auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Sie gefällt denen, die sich eine klassische Rollenaufteilung wünschen, zieht jene an, die sie als Fantasie konsumieren, und auch jene, die sie verfolgen, um sie zu kritisieren. Drei verschiedene Zielgruppen, derselbe Inhalt und ein Account, der mit allen dreien wächst.
Die Reaktion: Vom Lob zum ideologischen Clash
Ein Großteil der öffentlichen Diskussion verlief entlang ideologischer Linien. Mainstream-Medien haben kritische Analysen veröffentlicht, die diese Creatorinnen dem Antifeminismus der sechziger Jahre zuordnen, und harte Bezeichnungen gegen die Protagonistin blieben nicht aus. Parallel dazu werfen gegnerische Lager bestimmten feministischen Strömungen vor, sich das Recht anzumaßen, anderen Frauen vorzuschreiben, wie sie leben sollen.
Das Ergebnis ist ein Konflikt, der kaum noch etwas mit Kochen zu tun hat. Auf der einen Seite sehen Befürworter freiwillige Unterwerfung, auf der anderen Seite sehen Kritiker die Freiheit, eine traditionelle Rolle zu wählen. Mitten drin tobt eine Debatte darüber, ob es Wahrheit oder Theater ist.
Angesichts der hohen Reichweite und eines angeblich bereits veröffentlichten Buches wäre eigentlich ein kurzlebiges Phänomen zu erwarten. Es scheint nicht so. Das eigentliche Produkt war nie das Sandwich.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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