Richter Peinado verlangt von Begoña Gómez Beweise für Londonreise trotz fehlendem Stempel

Richter Peinado verlangt von Begoña Gómez Beweise für ihre Londonreise, da ihr Passagier keine Einreisestempel aufweist. Das Vereinigte Königreich stempelt seit 2004 nicht mehr. Umkehr der Beweislast?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Richter Peinado verlangt von Begoña Gómez den Nachweis, dass sie nur zur Abschlussfeier ihrer Tochter reiste

Im Pass von Begoña Gómez, der Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten, findet sich keine Einreise ins Vereinigte Königreich. Das Vereinigte Königreich stempelt seit Jahren keine Pässe mehr. Richter Juan Carlos Peinado, der gegen Gómez wegen mutmaßlicher Korruptionsdelikte ermittelt, hat von ihr verlangt, dokumentarisch zu belegen, dass ihre Londonreise ausschließlich der Teilnahme an der Abschlussfeier ihrer Tochter diente. Der Antrag hat eine Debatte über die Grenzen der Ermittlungen und die Unschuldsvermutung ausgelöst.

Die Maßnahme, die der Richter nach seiner Genehmigung der Reise in die britische Hauptstadt mit eingezogenem Pass beschloss, stützt sich auf das Fehlen von Einreisestempeln. Seit 2004 versehen die britischen Behörden die Pässe der meisten Besucher jedoch nicht mehr mit Stempeln, wie ein Teil der Analyse in Erinnerung gerufen hat. Das Innenministerium selbst könnte die Grenzübertretung bescheinigen, doch Peinado hat sich dafür entschieden, von der Beschuldigten den Beweis ihrer Unschuld zu verlangen – eine Umkehr der Beweislast, die an eine probatio diabolica grenzt.

Beweislast oder Lawfare?

Die Rechtsprechung ist eindeutig: Die Anklage muss die Tatsachen beweisen, nicht der Angeklagte seine Unschuld. Peinado würde sich von diesem Grundsatz entfernen, indem er von Gómez verlangt, ihren Reiseverlauf zu rechtfertigen. Die Verteidiger des Richters argumentieren, der Kontext rechtfertige die Forderung: Die Beschuldigte habe bereits teilweise gegen die vorbeugenden Maßnahmen verstoßen, indem sie einen zweiten Pass nicht abgegeben habe, der in Gebrauch sein könnte. Der Verdacht, sie verfüge über einen Diplomatenpass – der nicht gestempelt wird – oder ein weiteres nicht deklariertes gewöhnliches Dokument, nährt das Misstrauen des Ermittlungsrichters.

Andererseits vertreten manche die Auffassung, das Verfahren werde für politische Zwecke genutzt, was sie als Lawfare bezeichnen. Das Fehlen eines Stempels ist kein Indiz für irgendetwas, erst recht nicht, wenn die Technologie es erlaubt, Flugbewegungen und Buchungen nachzuverfolgen. Zudem berichteten mehrere Medien über die Veranstaltung, was einen möglichen Umweg der Reise erschwert.

Das Gespenst eines zweiten Passes

Eine der meistdiskutierten Ermittlungslinien ist die mögliche Existenz eines zweiten Passes. Besäße Gómez einen Diplomatenpass (der nicht gestempelt wird) oder einen parallelen gewöhnlichen Pass, hätte sie ihn für nicht genehmigte Reisen nutzen können. Die Erwähnung häufiger Besuche in Ländern mit undurchsichtiger Bankenpraxis – Andorra, Schweiz, Golfemirate und Türkei – war in der Debatte wiederkehrend. Die Ermittlungsrichterin verwarf diese Hypothese, doch der Richter hält sie aufrecht.

Die Verteidigung von Gómez hat angekündigt, Flugtickets, die Hotelbuchung und Aussagen von Teilnehmern der Abschlussfeier vorzulegen. Die Forderung Peinados geht jedoch weiter: Er will etwas, das belegt, dass es keine Zwischenstopps oder zusätzlichen Aufenthalte gab. In vielen Fällen technisch unmöglich, da Fluggesellschaften solche Daten nicht immer ohne Gerichtsbeschluss herausgeben.

Der Präzedenzfall für anonyme Bürger

Die Behandlung von Begoña Gómez steht im Widerspruch zu der von Beschuldigten ohne politische Verbindungen. Die Einziehung des Passes ist in der Regel eine Ausnahmemaßnahme, und noch außergewöhnlicher ist es, dass ein Richter die Reise genehmigt und dann Beweise dafür verlangt, dass sie nicht ausgenutzt wurde. In der Praxis können Bürger mit begrenzten Mitteln ihr Recht auf die Unschuldsvermutung nicht so leicht geltend machen.

Einige Analysen deuten darauf hin, dass der Richter die Maschine überlasten könnte, um einen Verfahrensfehler zu provozieren, der das Verfahren ungültig macht, oder um die Verteidigung unter Druck zu setzen. Wie dem auch sei, der Fall hat eine prozessuale Asymmetrie offengelegt: Während eine Privatperson Schwierigkeiten hätte, eine Reise ohne Stempel nachzuweisen, erlaubt es die Position von Gómez, Mittel zu mobilisieren, um dies zu tun. Die offene Frage ist, ob diese Fähigkeit eine Voraussetzung dafür sein sollte, dass die Justiz funktioniert.


Häufig gestellte Fragen

  1. Warum stempelt das Vereinigte Königreich keine Pässe? Seit 2004 hat das Vereinigte Königreich die Passstempelung für die meisten Besucher abgeschafft und nutzt elektronische Kontrollen. Das Fehlen eines Stempels ist normal.
  2. Welche Dokumente kann Begoña Gómez vorlegen, um die Reise zu belegen? Flugtickets, Hotelbuchungen, Aussagen von Teilnehmern oder den elektronischen Einreiseregister des Innenministeriums.
  3. Ist es legal, dass ein Richter Unschuldsbeweise verlangt? Es ist nicht üblich; die Beweislast liegt bei der Anklage. Von einem Beschuldigten zu verlangen, zu beweisen, dass er keine Straftat begangen hat, kann als probatio diabolica angesehen werden und das Recht auf Verteidigung verletzen.
  4. Welche Folgen könnte diese Forderung haben? Wird sie als übermäßig angesehen, könnte sie angefochten werden und zur Nichtigkeit der Ermittlungen führen. Sie könnte auch die von der Verteidigung vorgebrachte Lawfare-These stützen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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