Revilla verteidigt Spaniens Premier Sánchez im Koldo-Skandal

Kantabriens Amtsträger Miguel Ángel Revilla behauptet, Pedro Sánchez habe von irregulärer PSOE-Finanzierung nichts gewusst, während die UCO 34 Datenträger beschlagnahmt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Revilla verteidigt Spaniens Premier Sánchez im Koldo-Skandal
Revilla bürgt für Sánchez: „Er war nicht eingeweiht“

Jedes Mal, wenn ein Skandal eine Partei trifft, taucht derselbe Satz auf: Ich wusste nichts davon. Der letzte, der dies sagte, ist Miguel Ángel Revilla, amtierender Präsident von Kantabrien, der den spanischen Premierminister mit einem Argument verteidigte, das bei genauerer Betrachtung nach hinten losgeht. „Ich glaube aufrichtig, dass Pedro Sánchez nichts ahnte“, erklärte er. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Wenn jemand mit direktem Zugang zu Ernennungen nichts wusste, verschiebt sich das Problem von Ignoranz zu Missmanagement.

Der Kontroversen-Kern sind angebliche irreguläre Finanzierungen, die die PSOE betreffen und dazu führten, dass die Guardia Civil bei einer Durchsuchung eines Bauunternehmens, das mit dem Netzwerk verbunden ist, 34 elektronische Speichermedien beschlagnahmte. Unter diesem Material soll sich auch ein USB-Stick der kantabrischen Regierung befunden haben, die Revilla leitete. Die offene Frage ist nicht, ob der Premierminister wusste, sondern wie viel er hätte wissen müssen, um nicht informiert zu sein.

Was über den USB-Stick der kantabrischen Regierung bekannt ist

Die Zentrale Operationseinheit (UCO) der Guardia Civil hat im Rahmen der Ermittlungen 34 elektronische Geräte beschlagnahmt. Laut veröffentlichten Berichten stammt eines dieser Geräte angeblich aus der autonomen Exekutive, die Revilla führte. Dieses Detail ist bedeutsam: Wenn das Material aus dem Umfeld der kantabrischen Regierung stammte, hat es jemand entfernt, und diese Person war kein Unbekannter.

Revilla reagierte in seinem üblichen Stil und verwies auf persönliches Vertrauen und direkte Kenntnis der Personen. „Als Gochicoa zurücktrat, schwor er, er würde für ihn die Hand ins Feuer legen, und behauptete, er sei absolut sauber“, erinnert sich ein Bericht zur Verfolgung des Falls. Die Formel wiederholt sich: die Hand ins Feuer legen, blindes Vertrauen, persönliche Bürgschaft. Jedes Mal, wenn dies geschieht, bleibt die unbeantwortete Frage: Warum muss ein öffentlicher Amtsträger so viele Leute verbürgen?

Das Argument, das sich gegen seinen Nutzer wendet

Einige Analysten argumentieren, Revillas Verteidigung sei eigentlich eine verdeckte Anschuldigung. Wenn der Premierminister nicht wusste, was seine ernannten Mitarbeiter bezüglich Zahlungen taten, ist das Problem nicht Komplizenschaft, sondern Inkompetenz. Wenn er es wusste, ist das Problem anders gelagert. In beiden Szenarien ist das Ergebnis schlecht für den Bewohner von La Moncloa.

Das Argument wurde drastisch formuliert: „Wenn er es nicht wusste, ist es schlimmer, weil es seine direkten Mitarbeiter waren.“ Die Logik ist schwer zu widerlegen. Ein Anführer könnte einen Diebstahl in einer abgelegenen Stadt kurzzeitig übersehen. Er kann aber nicht ignorieren, was vertrauensvolle Mitarbeiter über zehn Jahre tun, besonders jene, die er eingesetzt hat, um Zahlungen zu verwalten.

In diesem Kontext wirkt Revillas Verteidigung wie ein Bumerang. Jedes Mal, wenn eine öffentliche Figur sagt, der Premierminister habe nichts gewusst, räumt sie implizit ein, dass die Annahme, er könnte es gewusst haben, vernünftig war. Zweifel, laut ausgesprochen, werden zum narrativen Rahmen.

Revillas Bedingungen für die Unterstützung durch die PP

Derselbe kantabrische Führer, der jetzt Sánchez unterstützt, stellte Bedingungen an die Volkspartei (PP), um seine Investitur in Kantabrien zu erleichtern. Berichten zufolge forderte Revilla von der PP, Projekte nicht zu stoppen und die Regionalistische Partei von Kantabrien (PRC) „nicht der Folter von Untersuchungsausschüssen auszusetzen“. Die Ironie ist offensichtlich: Wer keine Untersuchungen will, behauptet, es gäbe nichts zu untersuchen.

Dieser Schritt erfolgt in einer Phase hoher politischer Spannung. Revilla, langjähriger Präsident von Kantabrien, ist derzeit im Amt und verhandelt die Unterstützung für die PP. Immunität vor Untersuchungsausschüssen zu fordern, ist auffällig. Wenn es nichts zu verbergen gibt, warum dann Schutz vor Prüfung?

Einige Analysen deuten darauf hin, dass Revilla mehr weiß, als er zugibt. Andere argumentieren, er schütze einfach seine Partei vor unnötigem Verschleiß. Wie auch immer, das projizierte Bild ist das eines Mannes, der Bedingungen stellt, um nicht untersucht zu werden, während er öffentlich jene unterstützt, die unter Beobachtung stehen.

Das Muster gescheiterter Bürgschaften

Revilla ist weder der Erste noch der Letzte, der für jemanden bürgt, der später näher am Abgrund stand als erwartet. Die jüngere Geschichte der spanischen Politik ist voll von verbrannten Bürgschaften. Viele fragen sich, warum dieses unzuverlässige Mittel weiterhin verwendet wird.

Die Antwort liegt möglicherweise in der Natur politischer Bürgschaft. Wenn ein Amtsträger Vertrauen ausdrückt, liefert er keine Daten, sondern nur seine Glaubwürdigkeit als Sicherheit. Diese Glaubwürdigkeit kollabiert, wenn die gebürgte Person fällt. Revilla bürgte für Gochicoa, bürgt für Sánchez und stellt Bedingungen, um nicht untersucht zu werden. Das Ergebnis ist eine öffentliche Figur, die gescheiterte Bürgschaften ansammelt.

Einige argumentieren, das Problem sei nicht Revilla, sondern ein System, das Stimmen mit solch schlechter Bilanz autoritär bleiben lässt. Die unbeantwortete Frage lautet, warum Medien weiterhin jene, die Verdächtige bürgen, bitten, sich zu Verdächtigen zu äußern.

Reaktion der Medien und Politik

Revillas Erklärung sorgte im Medienökosystem für Aufsehen. Die Reaktionen waren unterschiedlich, aber Unglaube war verbreitet. Manche sehen den Satz als Beweis für Kollusion zwischen PSOE und regionalen Verbündeten; andere betrachten ihn als Zeichen fehlender Selbstkritik der politischen Klasse.

Revilla selbst wurde wegen seiner Vergangenheit kritisiert, einschließlich seines Falangisten-Hintergrunds, seines volkstümlichen Stils und seiner Neigung, ohne Daten zu urteilen. Der Satz „war nicht eingeweiht“ wurde von vielen als unbewiesene Freisprechung interpretiert, eine weitere Bürgschaft, die der Prüfung nicht standhält.

Die Debatte bleibt offen. Es gibt kein richterliches Urteil, keine endgültigen Schlussfolgerungen und keine Gewissheit über den Umfang des Netzwerks. Klar ist jedoch, dass Revillas Phrase etwas Schwieriges erreicht hat: linke und rechte Kritiker in gemeinsamer Ungläubigkeit zu vereinen.



Die Analyse stockt dort, wo sie begann: Wenn der Premierminister nichts wusste, wer wusste es dann? Und wenn niemand etwas wusste, warum so viele Leute ernennen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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