Rettung zweier ausgesetzter Kätzchen in Spanien

Zwei in einer Schuhkarton auf einem Grundstück in Spanien gefundenen Kätzchen überleben dank häuslicher Pflege, trotz bürokratischer Hürden in der Apotheke.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Odyssee der Rettung zweier ausgesetzter Kätzchen

Was tut man, wenn die Tochter weinend nach Hause kommt und zwei unterernährte Kätzchen mitbringt, die sie auf einem unbebauten Grundstück gefunden hat? Laut dieser Geschichte lautet die Antwort: ein Feldlazarett improvisieren mit Kamillentee, Augentropfen und viel Geduld. Was als häusliche Anekdote begann, wurde zu einem kleinen Erste-Hilfe-Handbuch für Katzen, einer Reflexion über Tieraussetzung und einer Reihe bürokratischer Hindernisse in der Apotheke.

Die Fakten sind einfach und brutal. Zwei Kätzchen, eines schwarz-weiß und das andere mehrfarbig, tauchten in einem Schuhkarton von Mortadelo y Filemón (einer beliebten spanischen Comicserie) auf dem Grundstück von Verwandten auf. Sie waren schmutzig, die Augen verklebt und unterernährt. Das Mädchen, das sie fand, schrie bei der Ankunft zu Hause. Die Familie übernahm die Rettung: Sie badeten die Tiere, reinigten ihre Augen, fütterten sie und tauften sie Oreo und Carey. Das schwarz-weiße Kätzchen war laut erster Einschätzung „etwas schlimmer dran“, das mehrfarbige „aufgeweckter“.

Die Anzeige, die nie erstattet wird

Die Versuchung, die Aussetzung anzuzeigen, kam schnell, ebenso die Resignation. „Ich habe daran gedacht, es anzuzeigen, aber wozu? Die Leute ändern sich nicht“, fasst der Erzähler zusammen. Der Rechtsweg wurde fast sofort verworfen, obwohl die Möglichkeit geprüft wurde, Kameraaufnahmen zu sichten, um denjenigen zu identifizieren, der den Karton herumtrug. Tieraussetzung ist eine Straftat wegen Misshandlung, aber die Distanz zwischen dem Strafgesetzbuch und der nächsten Polizeistation wird oft durch Gleichgültigkeit gemessen.

Währenddessen ging die Rettung weiter. Am dritten Tag rannte Carey bereits durchs Haus, während Oreo eine langsamere Erholung zeigte, mit Verdacht auf eine Kehlkopfentzündung. Die Tierärztin verschrieb Antibiotika und Augentropfen. Dann begann ein neues Martyrium: Die Apotheke weigerte sich, das Medikament abzugeben, weil das Rezept weder den Stempel der Klinik noch eine Unterschrift mit Kugelschreiber trug. „Ich sagte, ich bringe es morgen, mein Kätzchen stirbt im Sterben. Und sie sagten nein“, berichtet das Zeugnis. Die Tierärztin und die Apothekerin stritten telefonisch ohne Einigung.

Das Antibiotikum, das nicht ankommt, und die Katze, die wiederbelebt wird

Der vierte Tag brachte die Wende. Das Antibiotikum, beschafft nach dem Besuch mehrerer Apotheken, wirkte Wunder: Oreo „begann, ein Mensch zu sein“ innerhalb weniger Stunden. Die Besserung war so schnell wie fragil, denn nach 24 Stunden schwächelte er wieder und brauchte die nächste Dosis. Die Abhängigkeit vom Medikament wurde zu einem Wettlauf gegen die Zeit, den die Geschichte mit schwarzem Humor und Erschöpfung beschreibt.

Am fünften Tag kämpfte Oreo bereits mit seiner Schwester „wie verrückt“. Die beiden Kätzchen lieferten sich Titanenkämpfe, die die Familie zuließen, damit sie müde wurden und besser schliefen. Die Entwicklung wurde mit Fotos dokumentiert: Carey, die ihr Fell pflegt, lehnt an ihrem Bruder, beide ruhen, und eine lauernde Schattenfigur, die der Erzähler „eine Anakonda“ nannte.

Von Toxoplasmose zur geruchlosen Katze

Das Gespräch wandte sich den Gesundheitsrisiken zu. Es wurde vor Toxoplasmose gewarnt, einem Parasiten, der latent im Gehirn verbleibt und laut einigen Studien Angst reduziert und risikoreiches Verhalten erhöht. Es wurde empfohlen, dass das Mädchen die Kätzchen nicht zu sehr berührt, bis sie entwurmt sind, und sich häufig die Hände wäscht. Auch Laktose wurde diskutiert: Milch bekommt Katzen nicht gut, obwohl einige sich anpassen, auch bei gelegentlichem Durchfall.

Die Erzählung füllte sich mit eigenen Erfahrungen. Ein Teilnehmer berichtete, dass er seine Katze an einem Regentag unter einer Mülltonne fand und sie überlebte. Ein anderer beschrieb den Fall eines ausgesetzten Kätzchens in einer Tonne, kurz bevor der Müllwagen sie leeren wollte. Die gemeinsame Schlussfolgerung war, dass die Aussetzung eines Tieres dort, wo niemand es finden kann, eine Grausamkeit ist, die keine Rechtfertigung duldet.

Die imaginäre NGO und die Villa der Ausländer

Zwischen Humor und Resignation entstand die Idee, die Kätzchen „einer wohlhabenden ausländischen Familie mit schöner Villa“ zur Adoption anzubieten. Die Tochter beanspruchte sie jedoch als ihre eigenen. Der Vater fantasierte davon, eine NGO namens Save the Kitten zu gründen und sich auf die Zucht von Katzen zu spezialisieren, weil „mein Gehalt bei diesem Tempo nicht reicht“. Der Scherz verbirgt eine unbequeme Wahrheit: Tierrettungen fallen fast immer auf Privatpersonen ohne Ressourcen oder institutionelle Unterstützung zurück.

Momentan endet die Geschichte damit, dass die beiden Kätzchen zu Hause eingezogen sind, lernen, das Streu im Hof zu benutzen, und Protagonisten einer täglichen Berichterstattung geworden sind. Oreo hat weiterhin ein tränendes Auge, und Carey hat eine „realistische“ Persönlichkeit entwickelt: Wenn sie etwas will, will sie es jetzt. Die anfängliche Aussetzung blieb unbestraft. Das Überleben hingegen wird mit Fotos gefeiert.

Am Ende bleibt nicht die Frage, wer die Kätzchen ausgesetzt hat, sondern wie viele Rettungsaktionen wie diese davon abhängen, dass ein Kind zufällig am richtigen Grundstück vorbeikommt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (201 Antworten).

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