Niemand ist vor einer Berufung zur Wahlleitung sicher, bis die Woche der Wahlen am 23. Juli beginnt
Es gibt keine Möglichkeit, im Voraus zu bestätigen, dass man nicht am 23. Juli hinter einer Urne sitzen wird. Weder der rechtzeitige Erhalt der Benachrichtigung noch das vollständige Ausbleiben einer solchen schützt davor. Die offizielle Frist für die Benachrichtigung ist abgelaufen und die Gemeinderatssitzung, bei der die Mitglieder der Wahlvorstände ausgelost wurden, fand bereits am Mittwoch statt. Doch die Junta Electoral Central hat bereits gewarnt, dass eine verspätete Benachrichtigung die Ernennung nicht ungültig macht. In der Praxis bleibt die Auslosung bis zum Ende des Wahlkampfs offen.
Warum die dreitägige Frist niemanden schützt
Das Wahlgesetz räumt maximal drei Tage ein, um die Benachrichtigung nach der Gemeinderatssitzung mit der Auslosung zu erhalten. Diese Sitzung fand vergangenen Mittwoch statt, sodass die Frist eigentlich abgelaufen sein sollte. Die Warnung der Junta Electoral Central entkräftet dieses Argument: Wenn die Benachrichtigung später erfolgt, ist die Verzögerung kein Grund für die Ungültigkeit der Ernennung.
Ein zweiter Mechanismus hält die Bedrohung aufrecht. Jedes Mal, wenn eine Entschuldigung akzeptiert wird – und dies geschieht häufig –, muss die ernannte Person durch eine andere ersetzt werden, was weitere Benachrichtigungen erfordert. Das Ergebnis ist ein Kreislauf, der nicht stoppt: Je mehr Rücktritte genehmigt werden, desto mehr Bürger kommen in den Lostopf.
Juli-Urlaub als entscheidender Entschuldigungsgrund
Diese Kette von Ersetzungen hat einen konkreten Grund: den Kalender. Bereits gebuchte Reisen, Krankheit, Schwangerschaft, Hochzeiten sowie die Pflege von Angehörigen oder Kindern gelten als anerkannte Befreiungsgründe. Überwiegend stützen sich diese akzeptierten Entschuldigungen jedoch auf den Urlaub.
Von der Junta Electoral de Ferrol wird dies ohne Umschweife beschrieben: Es gibt „unmögliche“ Wahlvorstände, die von Anfang an Besetzungsprobleme haben und nur schwer zu füllen sind. Der Prozess, so warnen sie, wird in einigen Fällen bis in die letzten Tage des Wahlkampfs andauern. In der Diskussion argumentieren einige, dass diese Wahlen hätten mit denen vom 28. Mai zusammengelegt werden können, um den gesamten organisatorischen Aufwand zu vermeiden.
Persönliche Zustellung und verschlossene Haustüren
Die Ernennung kommt nicht einfach per Post. Kommunale Beamte – oder die Correos (spanische Post) in großen Gemeinden – müssen die Benachrichtigung persönlich überbringen. Hier entsteht der nächste Engpass: Die Leute öffnen nicht. Aus Pontevedra berichten sie, dass man höre, dass jemand im Haus sei, aber die Tür bewegt sich nicht, eine Haltung, die sowohl in der Stadt als auch in umliegenden Ortschaften zunimmt.
In offensichtlichen Fällen wird die Policía Local (lokale Polizei) hinzugezogen, um das Schreiben zuzustellen. An anderen Orten versucht man es zu verschiedenen Tageszeiten. In Ourense häufen sich die Anträge auf Befreiung von Personen über 65 Jahren, die aufgrund ihres Alters von dieser Pflicht befreit werden können.
Was passiert, wenn ich nicht erscheine?
Es gibt keinen einheitlichen Betrag. Es wird behauptet, dass das Gesetz den genauen Strafbetrag für Nichterscheinen nicht explizit festlegt, was das Gefühl der Straflosigkeit und Spekulationen über die tatsächlichen Konsequenzen schürt. Bezüglich der Entschädigung kursieren unterschiedliche Angaben: Es werden 70 Euro für den ganzen Tag genannt, im Vergleich zu den 5.000 Peseten (ca. 30 Euro) der 1990er Jahre, und manche erwähnen 50 Euro. Für mehr als zwölf Stunden Arbeit lohnt sich das nicht.
Die am häufigsten wiederholte Berechnung deutet darauf hin, dass der eigentliche Druck anders aussieht: Wenn ein Wahlvorstand um acht Uhr morgens nicht konstituiert ist, können die ersten ankommenden Wähler gezwungen sein, die freien Plätze einzunehmen. Dies ist der Grund, warum empfohlen wird, nicht früh aufzustehen.
Anträge: Zwei Stunden Schlange vs. zehn Minuten online
Das Verfahren zur Begründung eines Rücktritts hat zwei Seiten. Die persönliche Abgabe endete mit Warteschlangen von mehr als zwei Stunden, bis hin dazu, dass die Annahme vor 19:00 Uhr geschlossen werden musste und Nachzügler abgewiesen wurden. Die digitale Variante hingegen ist in Minuten erledigt: Wer es online machte, berichtete von zehn Minuten Gespräch mit dem Richter nach Korrektur eines fehlenden Dokuments.
Der Unterschied ist wichtig, da das Volumen der Anträge weiter steigt und jeder falsch eingereichte Antrag eine weitere Ersetzung bedeutet, die ausgelost werden muss.
Bürgerpflicht gegen den Diskurs der Zwangsarbeit
Hier hört die Sache auf, logistisch zu sein. Eine Strömung verteidigt den Wahlvorstand als Beitrag zum System: Wenn niemand käme, gäbe es keine Auszählung. Die Gegenposition argumentiert, dass obligatorische soziale Arbeit ein Euphemismus sei und dass immer die Angestellten betroffen seien, während andere Bevölkerungsschichten – wie Beamte, Empfänger von Sozialleistungen und frei ernannte Führungskräfte – außen vor bleiben. Die Ungerechtigkeit wiederholt sich: Die Last liegt auf denen, die den Rest des Jahres bereits arbeiten.
Zudem wird auf eine vergleichende Anomalie hingewiesen. Einige behaupten, Spanien sei das einzige Land in der Umgebung, in dem Wahlvorstände per Losverfahren und mit Verpflichtung besetzt werden, und schlagen Listen von Freiwilligen vor. Der Vorschlag, die Vergütung zu erhöhen, taucht immer wieder auf, nicht nur bei den Ernannten.
Mit diesem Cocktail – gebrochene Fristen, laufende Urlauber, verschlossene Türen und eine unzureichende Entschädigung – wäre es vernünftig, eine chaotische Konstituierung der Wahlvorstände am 23. Juli zu erwarten. Die Daten, die an diesem Morgen eintreffen, werden zeigen, ob die Prognose zu kurz greift oder ob, wie aus Ferrol vorhergesagt, die „verfluchten“ Wahlvorstände bis zum Ende des Wahlkampfs bestehen bleiben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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