Rendite spanischer 10-Jahres-Bonds steigt auf 4,074 %

Die Rendite spanischer Staatsanleihen erreicht 4,074 %, während italienische Anleihen nahe 4,7 % liegen. Jede neue Fälligkeit muss teurer refinanziert werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rendite spanischer 10-Jahres-Bonds steigt auf 4,074 %
Rendite spanischer 10-Jahres-Bonds: 4,074 % und steigend

Wie lange kann eine Wirtschaft eine 10-Jahres-Rendite über 4 % verkraften? Spanien prüft dies in Echtzeit: Der Richtwert lag zum Zeitpunkt dieser Diskussion bei 4,074 %, laut den von Investing.com veröffentlichten Daten zur spanischen Staatsverschuldung. Hinter der Zahl verbirgt sich öffentliche Schuld, die erneuert werden muss, Banken mit alten Anleihenbeständen und eine Zinsrechnung, die sich nicht mehr selbst trägt.

Niemand ist sich einig, wo die Obergrenze liegt. Manche sehen den Richtwert Richtung 5 % marschieren und warnen, dass man auf diesem Niveau „bereits tot und begraben“ sei. Die Pessimisten schießen bis zu 9 % hoch und sind überzeugt, dass dies sein wahrer Wert sei. Dazwischen liegt eine heimische Diagnose: Bei 4 % „beginnt es wehzutun“.

Was bedeutet es, wenn der spanische 10-Jahres-Bond die 4 % überschreitet?

Es bedeutet, dass der Staat für jeden geliehenen Euro mehr zahlt und alte Schulden an Wert verlieren. Dieser Mechanismus ordnet alles Weitere: Preis und Rendite einer Anleihe bewegen sich gegenläufig. Kauft jemand zehnjährige Schulden bei 5 % und fällt der Richtwert später auf 3 %, gewinnt das Papier an Wert und kann vor Fälligkeit mit Gewinn verkauft werden. Passiert das Gegenteil – wie derzeit –, bleibt der Halter eines niedrigen Kupons auf einem Papier sitzen, das niemand haben will, denn mit demselben Geld kauft man andere, die mehr abwerfen.

Die andere Seite dieser Bewegung wird weniger beachtet. Wer Schulden zeichnete, als die Rendite bei -0,5 % lag, blickt nun aus der falschen Perspektive auf die 4 %. Es gibt auch ein Detail, das man nicht vergessen sollte, wie ein Forumsnutzer erinnert: Mitten in der Immobilienblase um 2004 notierte der Bond bereits über dem heutigen Niveau. Das heutige Bild ist kein historischer Rekord, sondern eine Rückkehr.

Refinanzierung: Günstig emittierte Schulden, die jetzt erneuert werden müssen

Das am häufigsten wiederholte Argument zielt auf die Fälligkeiten. Alle Schulden, die platziert wurden, als Finanzierung kostenlos war – oder fast, mit Zinsen bei 0 % –, erreichen ihre Frist, und jede ersetzte Tranche wird zu heutigen Preisen emittiert. Manche fassen es ohne Schnörkel zusammen: Wenn die Refinanzierung des zu 0 % Emissionierten ansteht, wird der Jahreszins ein anderer sein. Dies ist keine ferne Hypothese; es ist Arithmetik.

Hier besteht Uneinigkeit im Grad. Ein Teil behauptet, der Markt habe dies bereits eingepreist und es werde kein Drama geben. Andere fügen der Liste der Betroffenen „Finanzunternehmen“, Fonds – einschließlich Pensionsfonds – und Banken hinzu, wenn sie wirklich Rechenschaft ablegen müssen und nicht nur in Quartalsfolien.

Anleihen bei 1 %, die niemand will: Banken, Fonds und EZB

Banken, Investmentfonds, konservative Pensionspläne und die Europäische Zentralbank horten Tonnen von Schulden, die mit Kupons von 1 % oder weniger gekauft wurden. Mit neuen Emissionen bei 4 % lassen sich diese Titel nur unter Nennwert platzieren. Die unbequeme Frage lautet: Wer übernimmt das Loch? Die kurze Antwort: Die Teilnehmer von Fonds und Plänen, deren Anteilswert sinkt, ohne dass sie ihr Haus verlassen. Die lange Antwort: Der Rest, anteilig.

Beamte und Rentner: Die andere Rechnung bei 4 %

Öffentliche Bedienstete erhalten dieses Jahr zusätzlich 0,5 % aufgrund der Inflationsentwicklung, und dieser Anstieg wird auf zwei Arten gelesen. Für manche ist es Krümelgeld, das die Kaufkraft weit unter das vorherige Niveau drückt; geschätzte kumulierte Verluste liegen bei etwa 14,5 %. Für andere ist es geschenktes Geld, das nicht verdient wurde. Was ein Teilnehmer jedoch betont, ist, dass die Streichung der Sonderzahlung nicht so einfach ist: Sie wurde 2012 durchgeführt und, wie er sich erinnert, letztlich zurückgezahlt.

Renten spielen ein ähnliches Spiel. Mit Leistungserhöhungen von 8,5 % und ohne Anpassung der Einkommensteuertarife (IRPF) schätzen Kritiker, dass etwa 500.000 Rentner Steuern zahlen müssen, weil sie den Freibetrag überschreiten, mit einem Satz von rund 8 %. Der Anstieg verbleibt fast vollständig beim Finanzamt. Dann folgt die Liste der drohenden Kürzungen: Renten um 20 % senken, Abschied von der Sonderzahlung, Abschaffung des Existenzminimums – 1,8 Milliarden € – Schließung von Ministerien und Mehrwertsteuer auf 23 %. Manche Stimmen gehen bis 27–28 %.

Italien und der Rest des Westens: Schulden steigen nicht nur in Spanien

Der italienische 10-Jahres-Bond notierte nahe 4,7 %, einen halben Punkt über dem spanischen. US-amerikanische und britische Anleihen lagen über 4,5 %. Die tiefere Lesart: Dies ist kein spanisches Problem, sondern eine globale Neubewertung aller westlichen Schulden. Ein weiterer Hinweis spricht von Schulden, die „über 400 Basispunkte geschossen sind“.

Wer die Formel findet, sich durch den Kauf günstiger Schulden zu bereichern, soll Bescheid sagen: Laut Erinnerung eines Forumsnutzers übertraf der spanische Bond 2012 die 30 % und fiel fünf Jahre später auf 4 %. Wer damals riskierte, konnte profitieren. Nun kommt die langweilige Version derselben Geschichte: Jeden Morgen die Zahl prüfen und warten, bis jemand bestätigt, zu welchem Preis all dies refinanziert wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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