Remigrations-Partei Reform UK gewinnt die Kommunalwahlen in Großbritannien

Reform UK holt 1.442 Sitze bei den britischen Kommunalwahlen, die Labour Party stürzt auf 17 % Zustimmung ab. Steht das Ende des Zweiparteiensystems bevor?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Reform UK fegt bei den britischen Kommunalwahlen alles weg: Die Remigrations-Partei wird zur dritten Kraft

Am 7. Mai erlebte Großbritannien ein politisches Erdbeben: Die von Nigel Farage geführte Partei Reform UK errang 1.442 Sitze in den Gemeinderäten Englands, zuvor hatte sie nur 2. Die regierende Labour Party verlor derweil 1.406 Gemeinderäte und kam nur noch auf 997. Auch die Konservativen verloren 557 Sitze. Der Zustimmungswert der Labour Party stürzte auf 17 % ab, Platz drei. Die Paradoxie: Ein Land, das für den Brexit gestimmt hat, um die Einwanderung zu kontrollieren, sah zu, wie seine großen Parteien sie erhöhten – und nun fließt die Strafwahl zu einer offen remigrationsfreundlichen Kraft.

Die Zahlen des Einbruchs

Laut den offiziellen Ergebnissen gewann Reform UK insgesamt 1.444 Sitze, ein Sprung von 1.442 gegenüber der letzten Kommunalwahl. Die Labour Party, die mit absoluter Mehrheit regierte, verlor 1.406 Sitze. Die Konservativen gaben 557 ab. Die übrigen Parteien (Liberaldemokraten, Grüne, Nationalisten) verzeichneten nur geringe Bewegungen. Die Wahlbeteiligung blieb stabil.

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Ergebnisse als „sehr hart" und übernahm die Verantwortung, schloss aber einen Rücktritt aus: „Ich werde das Land nicht ins Chaos stürzen." Dennoch mehren sich in der Partei die Stimmen, die einen Wechsel an der Spitze fordern.

Die Rhetorik der neuen Gemeinderäte

Mehrere Reform-UK-Kandidaten, die Sitze gewannen, hatten in sozialen Medien brandgefährliche Äußerungen gemacht. So forderte etwa Caspar Thomas, gewählt in St Albans, „die Muslime aus unserem Land zu vertreiben", nannte den Gazakrieg „einen Kampf gegen die Plagen" und verlangte, „die Frauen zurück in die Küche zu schicken". Linda McFarlane schrieb über Migranten, die in Schlauchbooten ankamen: „Sollen alle ertrinken", und sprach sich für ein „weißes Großbritannien" mit einem ausschließlich weißen Parlament aus. Diese Profile haben bei Analysten Alarm ausgelöst, die darauf hinweisen, dass Reform UK keine gemäßigte Partei ist.

Die Gründe für die Strafwahl

Der Aufstieg von Reform UK erklärt sich aus dem Versagen der beiden großen Parteien bei der Bewältigung von Einwanderung und Wirtschaft. Nach dem Brexit explodierte die Nettomigration, angeheizt durch Politiken von Labour und Konservativen, die die Einreise von Arbeitskräften aus Indien, Nigeria und anderen Ländern erleichterten. Dazu kommen die Kostenkrise und der Verfall der öffentlichen Dienste. Viele Wähler suchten eine antisystemische Option. Reform UK schlägt jedoch eine massive Remigration und eine wirtschaftliche Deregulierung vor, die laut Kritikern die Probleme von Ungleichheit und Fachkräftemangel verschärfen könnte.

Kann Reform UK regieren?

Nigel Farage ist ein geschickter politischer Agitator, doch seine Verwaltungserfahrung ist begrenzt. In seinen Jahren im Europäischen Parlament erschien er kaum zu Ausschusssitzungen. Der Partei fehlt es an Fachpersonal für Ministerien. Allerdings verfügt das britische System über eine professionelle Verwaltung, die eine Regierung tragen könnte, falls Reform UK an die Macht käme. Die Frage ist, ob die radikalen Politiken, die sie vertritt (Massenabschiebungen, Ende der Einwanderung), ohne einen Kollaps der Wirtschaft umsetzbar sind.



Der Sieg von Reform UK bei den Kommunalwahlen ist eine Warnung an das Establishment. Doch der Weg bis zur Unterhauswahl ist lang. Starmer wird versuchen, bis 2027 durchzuhalten, obwohl seine Führung tödlich verwundet ist. Die Wähler stehen vor der Wahl, auf eine disruptive Kraft ohne Regierungserfahrung zu setzen – oder darauf, dass die traditionellen Parteien den Kurs korrigieren können. Klar ist: Das Vereinigte Königreich ist in eine Phase politischer Instabilität eingetreten, deren Ausgang ungewiss ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (41 Antworten).

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