Im Februar 1962 verursachte **Paco Gento**, Star des Real Madrid, einen tödlichen Unfall in **San Sebastián de los Reyes**. Er überfuhr den Guardia-Civil-Beamten **Edesio González Blanco**. Trotz dieses Vorfalls setzte der Fußballer seine erfolgreiche Karriere ohne rechtliche Konsequenzen fort.
Der Mittwoch, **21. Februar 1962**, war ein Wendepunkt in der Geschichte des Real Madrid im Europapokal der Landesmeister. An diesem Tag erlitt die Mannschaft ihre erste Niederlage im Santiago Bernabéu in diesem Wettbewerb gegen Juventus Turin. Das Hinspiel, das als schwierig eingestuft wurde, entschied sich schließlich durch ein Wiederholungsspiel in Paris. Doch über einer der ikonischsten Figuren des Teams, **Francisco Gento**, lag der Schatten eines noch tragischeren Ereignisses.
## Ein Mercedes und eine fatale Nacht
Am Freitag, den **23. Februar 1962**, nur zwei Tage nach der europäischen Niederlage, befand sich **Paco Gento** im Asador de Soto del Real. Die Berichte darüber, ob er allein oder in Begleitung war, variieren, doch sicher ist, dass er von diesem Ausflug zurückkehrte. **Gento**, bekannt für seine teuflische Geschwindigkeit auf dem Platz, suchte auch am Steuer Adrenalin. Er fuhr einen Mercedes 300 SL Roadster von 1959, ein exklusives und leistungsstarkes Modell, das ihm von einem Importeur für Luxusfahrzeuge geliehen worden war. Dieser zweisitzige weiße Cabriolet erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von **217 Kilometern pro Stunde**, für die damalige Zeit ein beeindruckender Wert.
Gegen acht Uhr abends geschah auf der Straße von Madrid nach Frankreich, am Kilometer **14,564**, die Tragödie. **Gento** überfuhr mit seinem Mercedes den Guardia-Civil-Korporal **Edesio González Blanco**, einen **46-jährigen** Mann und Vater von zwei Kindern. Der Aufprall war brutal. Obwohl er sofort zur Sanitätsstation Fuencarral und später ins Provinzkrankenhaus gebracht wurde, war sein Zustand kritisch und konnte nicht gerettet werden. Der Vorfall erschütterte die öffentliche Meinung, und die Nachricht verbreitete sich schnell über Nachrichtenagenturen und die Zeitungen vom Samstag, den **24. Februar 1962**.
## Die Nachricht und ihr gesellschaftliches Echo
Die ersten Informationen, die von der Agentur Cifra verbreitet wurden, beschrieben den Unfall und die Anhörung von **Gento** vor dem zuständigen Militärgericht. Zu diesem Zeitpunkt war unklar, ob der Spieler am Wiederholungsspiel gegen Juventus teilnehmen würde. Die Zeitung El Mundo lieferte weitere Details zu den Umständen des Unfalls. Nach den vorliegenden Berichten hatte Korporal **González Blanco** angehalten, um Wasser in den Kühler seines Dienstwagens der Guardia Civil nachzufüllen, da dieser Leckage zeigte. Als er ausstieg und sich zur Zapfsäule begab, erschien das Auto von **Gento**, das in entgegengesetzter Richtung fuhr. Der Zusammenstoß war tödlich.
Die Nachricht fand in der spanischen Gesellschaft großen Widerhall. **Paco Gento** war eine prominente öffentliche Figur, vergleichbar mit heutigen Sportstars. Zeitungen wie Pueblo, Marca und ABC berichteten über den Vorfall, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Pueblo, mit einer hohen Auflage, titelte nüchtern. Marca platzierte den Bericht auf einer Innenseite, während ABC, als Leitmedium, diskreter berichtete. Trotz des anfänglichen Schocks schien der Fall mit der Zeit in Vergessenheit zu geraten, und **Gentos** sportliches Leben ging ohne wesentliche Unterbrechungen weiter.
## Der weitere Verlauf und das Ausbleiben von Konsequenzen
Real Madrid spielte in Sevilla ohne **Gento**. Diese Abwesenheit war laut Berichten nicht direkt auf den Unfall zurückzuführen, sondern auf die Nähe zum entscheidenden Wiederholungsspiel gegen Juventus. Tatsächlich kehrte **Gento** fünf Tage nach dem Unfall, am **28. Februar 1962**, zum Spiel zurück. In Paris gewann Real Madrid mit **3:1**.
Das Bemerkenswerteste an diesem Fall ist, dass der Unfall keine zivil- oder strafrechtlichen Folgen für **Paco Gento** hatte. Die offizielle Erklärung verwies auf das unerwartete Auftauchen des Korporals **González Blanco** auf der Fahrbahn, nachdem er ein Fahrzeug von der Tankstelle vorbeigelassen hatte. **Gento**, der in Gegenrichtung fuhr, hätte ihn plötzlich in der Dunkelheit der Nacht entdeckt. Es wurde betont, dass **Gento** keinen Alkohol trank, womit ausgeschlossen wurde, dass Alkohol den Unfall beeinflusste. Diese Version wurde von der Öffentlichkeit akzeptiert, die dazu neigte, den Spieler von jeglicher Schuld freizusprechen, was zum allmählichen Vergessen des Vorfalls beitrug.
Eine Enkelin des Korporals **Edesio González Blanco** bemerkte Jahre später in einem Chat, dass die Sterbeurkunde "Herzversagen" als Todesursache angab. **Gento** setzte seine glanzvolle Karriere fort, nahm an der Weltmeisterschaft in Chile **1962** und in England **1966** teil und trat **1971** zurück. Der Mercedes 300 SL Roadster wechselte nach seiner Rückgabe an den ursprünglichen Eigentümer mehrfach den Besitzer und landete schließlich im Oldtimer-Museum in Guadalest, Alicante.
Die Person **Paco Gento** war stets von einem Hauch Mystik und Diskretion umgeben. Bekannt als "El Mudito" (der Stumme) wegen seines reservierten Charakters, sprach er selten über sein Privatleben oder Vorfälle wie diesen. Selbst seine Beziehung zur Showtänzerin **Mari Luz Real** und die Geburt seiner beiden Kinder wurden erst lange nach seinem Rücktritt öffentlich. Die Presse der damaligen Zeit hatte Schwierigkeiten, an ihn heranzukommen, und griff auf indirekte Methoden zurück, um Informationen zu erhalten. Der oft grausame Volkshumor wandelte die Abkürzung des Parque de la Guardia Civil (PGC) in "Peligro Gento Cerca" (Gefahr Gento in der Nähe). Dieser tragische Vorfall blieb trotz seiner Schwere eine Fußnote im Leben einer Fußballlegende, die es verstand, Widrigkeiten zu überwinden und ihre Geschichte auf dem Spielfeld weiterzuschreiben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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