Real Madrid 2026/27: Mourinho belebt Madrid ohne Vinicius

Mourinhos Madrid gewinnt ohne Vinicius, die Vier-Spiele-Sperre entfacht die Debatte über die Form des Brasilianers, und das Bernabéu spaltet sich…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Real Madrid 2026/27: Mourinho belebt Madrid ohne Vinicius
Mourinhos Madrid gewinnt ohne Vinicius, und das Bernabéu ist gespalten

Ein Spiel, entschieden in der 89. Minute mit einem Tor eines Stürmers, der die halbe Saison auf der Bank gesessen hatte. Ein Ersatztorhüter, der ohne eine einzige gespielte Minute im Camp Nou auftaucht und zwei Paraden liefert, eine davon herausragend. Und ein Trainer, der statt zu feiern zuerst diesen Torhüter umarmt. Das ist das Bild von Real Madrid in der Saison 2026/27, dem letzten Tanz von Florentino Pérez und der Rückkehr von José Mourinho auf die weiße Bank – ein Jahr, das mit einer angeblich im September entschiedenen Liga begann und das in diesem Wettbewerbsabschnitt jeden Spieltag in eine Abstimmung darüber verwandelt hat, wer im Team überzählig ist.

Die Diskussion dreht sich jedoch nicht um Taktik. Sie dreht sich um einen Namen: Vinicius. Die Vier-Spiele-Sperre des Brasilianers – die ein Teil der Fans eher als milde empfand – fiel mit der besten Serie des Teams zusammen, und das hat eine These befeuert, die jede Seite der Berichterstattung durchzieht: Madrid spielt ohne ihn besser. Die Zahlen, die kursieren, sind hartnäckig: Ohne den Brasilianer hat das Team Siege aneinander gereiht, die mit ihm auf dem Platz ausblieben, und der Stürmer, der seinen Platz übernahm, antwortete mit vier Toren in 43 gespielten Minuten.



Vinicius' Sperre und die Debatte über seine Leistung

Ausgangspunkt ist eine Vier-Spiele-Sperre, die in einem heiklen Moment kam. Für einen Teil war die Disziplinarmaßnahme sogar zu kurz gegriffen: Man hält fest, dass die Aktion acht Spiele verdient hätte und dass das Minimum nur aus Rücksicht auf Madrid verhängt wurde. Für die anderen ist die Sperre die perfekte Ausrede, um einen Spieler auf die Bank zu setzen, der seit zwei Spielzeiten mehr mit Dingen außerhalb des Platzes beschäftigt war als mit dem Rasen: die Kampagne gegen Rassismus, die Schönheitsoperationen, die Ballon-d'Or-Episode, das Ceuta-Trikot, das so manchem übel aufstieß.

Manche gehen weiter und beschreiben einen inneren Kalten Krieg. Mourinho, so das Argument, könne es sich nicht leisten, mit Vinicius auf der Bank zu verlieren, weil der Präsident ihn dafür abstrafen würde; deshalb gab er ihm Minuten, stellte sein wahres Niveau bloß und nahm ihn dann runter. Niemand könnte ihm vorwerfen, den Spieler zu begraben oder ihm Chancen zu verweigern. Es ist eine Lesart, die zum Stil des portugiesischen Trainers passt und erklärt, warum der Brasilianer ohne offenen Konflikt an Gewicht verloren hat.

Der Gegenpol kommt von denen, die sich an das Offensichtliche erinnern: Vinicius war jahrelang pure Unterhaltung, eine ästhetische Wunderwaffe, die Spiele in zehn Minuten umdrehen konnte. Dass er mental am Boden ist, heißt nicht, dass er das Spielen verlernt hat. Die Frage, die in der Luft hängt, ist, ob er wieder per Dekret Stammspieler wird oder ob das Team bereits ein Gleichgewicht gefunden hat, das keine Umkehr erlaubt.

Die Traumelf: die Namen, die zu viel sind, und die, die fehlen

Die Aufstellung ist zum großen Schlachtfeld geworden. Der meistgenannte Vorschlag ist ein 4-4-2 mit Courtois oder Lunin im Tor, Dumfries auf der rechten Seite, Tchouameni und Bernardo Silva im Doppelsechs-System, Guler und Brahim oder Camavinga auf den halben Positionen, und vorne ein echter Stürmer mit Mbappé nach links gezogen. Die Variante umfasst Huijsen und Rudiger in der Innenverteidigung und Cucurella links, mit Diomandé und Bellingham davor.

Das Problem, so diese Fraktion, sei, dass Florentino verlangt, dass die Elf die beiden größten Bremsen enthält: Vinicius und Bellingham. Der Engländer wird gar als "Mulatten-Kaká" und der Brasilianer als "schwarzer Hazard" bezeichnet – mit dem unglücklichen Umstand, dass Letzterer keine Langzeitverletzungen erleidet. Die Kritik betrifft nicht nur die Leistung: Es wird behauptet, die Kabine sei an dem Tag zerbrochen, an dem ein Spieler verpflichtet wurde, der mehr mit seinen eigenen Zahlen als mit dem Team beschäftigt war, und dass jetzt die halbe Mannschaft abgebaut werden müsse, um sie neu zu formen.

Andere machen Tchouameni als das eigentliche Loch aus, einen Fehleinkauf, der nicht zwei Pässe in Folge zustande bringt und das Aufbauspiel erdrückt. Das Fehlen eines Mittelfeldspielers, der das Spiel organisieren kann, ist für viele das strukturelle Problem, das weder Mourinho noch der Markt gelöst haben.

Lunin, Cucurella und die stillen Helden des Camp Nou

Der Sieg im Camp Nou lieferte ein Bild, das die Saison zusammenfasst: Lunin, Ersatztorhüter, im Stadion des ewigen Rivalen, ohne eine einzige Minute gespielt zu haben, ohne Vorbereitungszeit, mit zwei Paraden – einer herausragenden – und ohne jegliche Unsicherheit in der Abwehr zu erzeugen. Mourinho umarmte ihn vor allen anderen. Es ist die Art von Geste, die erklärt, warum die Kabine trotz allem liefert.

Cucurella absolvierte ein starkes Spiel über die linke Seite, half im Angriff und hielt die Abwehr zusammen. Diomandé verkörpert in der meistzitierten Beschreibung die Werte des Vereins: Veteran und Neuling zugleich. Und der Stürmer, der für Vinicius kam, antwortete mit vier Toren in 43 Minuten – eine Zahl, die die Debatte darüber neu entfacht hat, warum er vorher nicht spielte.



Die Schiedsrichter-Erzählung und der Krieg mit Tebas

Keine Diskussion über Madrid in dieser Saison ist ohne das Kapitel Schiedsrichter denkbar. Die Nominierung von Juan Martínez für das Clásico – ein Schiedsrichter, der Initiator und Gründer der AESAF war, der Gewerkschaft, die Beschwerden gegen Florentino Pérez und Real Madrid TV bei der Antigewaltkommission vorantrieb – löste alle Alarmglocken aus. "Unparteiischkeit muss nicht nur bestehen, sie muss auch so aussehen", fasst die verbreitetste Kritik zusammen.

Dazu kommt das Gefühl, dass Madrid gegen zwei Gegner gleichzeitig antritt: den "Tebas-Skandal" samt der gesamten Mediencave und den "zaineira-Skandal", mächtiger denn je. Der Vergleich mit dem FC Barcelona ist ständiges Thema: Es wird behauptet, dem Katalanen-Verein werde verziehen, was Madrid vorgeworfen wird, und der zaineira-Fall sei weiterhin ungelöst, während der City wegen 114 finanzieller Unregelmäßigkeiten vor der Premier League steht. Die Frage, die gestellt wird: Warum schaut man hier weg?

City, Financial Fair Play und die Falle des Oligopols

Der Fall Manchester City hat eine grundsätzliche Debatte über das Financial Fair Play neu eröffnet. Eine Fraktion argumentiert, der englische Klub habe sein Imperium mit Finanz-Doping aufgebaut, als er in der dritten Liga spielte, und es auf dem Gipfel dann gelassen. Die verwendete Analogie: ein Formel-1-Auto, das einen illegalen Motor einbaut, um vom Platz 20 auf Platz 1 zu fahren, und ihn dann abschaltet.

Die Erwiderung lautet, dass das eigentliche Problem das Fair Play selbst ist, ein Mechanismus, der freien Wettbewerb verhindert und die großen Klubs vor schlechtem Management schützt. Es wird argumentiert, City habe dasselbe getan wie andere, es war nur zu diesem Zeitpunkt illegal, und die Titel habe es auf dem Platz gewonnen. Der Vergleich mit Juventus, die das Spiel tatsächlich korrumpierte, dient dazu, den Unterschied zwischen sportlichem Betrug und buchhalterischem Betrug zu markieren.

Die Institution im Spiegel

Jenseits des Rasens zielt die Kritik auf die Struktur des Vereins selbst. Ein hysterischer Präsident, der mit einem Journalisten einen Tobsuchtsanfall bekommt und mit seiner Abmeldung droht wie ein alter Mann in der Alcampo-Schlange, weil ein Gutschein abgelaufen ist. Spieler, die sich auf dem Parkplatz streiten, die mit Zeugwarten aneinandergeraten, weil "er ist eben so verrückt", einer landet im Krankenhaus, und der Präsident ist besorgt über den Leak, nicht über das Geschehene. Und ein Spieler, der in eine Affäre um die Verbreitung von Videos einer Minderjährigen verwickelt ist und zudem betrunken am Steuer erwischt wird.

Die Schlussfolgerung, die sich in vielen Beiträgen durchsetzt: Das Problem sind nicht Mourinho oder der Kader, sondern eine Institution, die die Richtung verloren hat, und ein Präsident, der für solche Mätzchen nicht mehr da ist. Der letzte Tanz von Florentino könnte enden, während die Musik spielt und niemand mehr tanzt.



Die Saison ist weiterhin offen. Madrid hat Spiele gewonnen, die verloren schienen, demütigende Niederlagen erlitten und aus jedem Spieltagskader ein Referendum gemacht. Mourinho derweil umarmt weiter seine Ersatztorhüter und gewinnt Zeit. Die Frage, die niemand ganz beantwortet, ist, wie viel an diesem Team das Verdienst des Trainers ist und wie viel der einfache Aufprall einer Kabine, die sich weigert unterzugehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7947 Antworten).

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