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Rassistische Tweets gefährden Karla Sofía Gascóns Oscar-Chance
Alte rassistische und islamfeindliche Posts von Karla Sofía Gascón beeinträchtigen ihre Chancen auf den Oscar und den spanischen Filmpreis Goya für 'Emilia Pérez'.
Oscar-Hoffnung für 'Emilia Pérez' schwindet wegen Karla Sofía Gascóns Tweets
Bevor der Umschlag geöffnet wird, deutet alles darauf hin, dass Demi Moore die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin erhält. Die Spanierin Karla Sofía Gascón, Hauptdarstellerin in 'Emilia Pérez' und bis vor kurzem eine der großen Favoritinnen, sieht ihre Kandidatur ins Wanken geraten, nachdem alte Social-Media-Posts mit rassistischen, sarracinfeindlichen und abwertenden Inhalten ans Licht gekommen sind. Sie sollte die erste Transgender-Schauspielerin werden, die diesen Preis gewinnt, und die zweite Spanierin überhaupt. Nun droht der Skandal ihre Chance zunichte zu machen – und damit auch die des gesamten Filmteams. Berichten zufolge ist die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (die Hollywood-Akademie) über das Material bestürzt. Es wird spekuliert, dass sich die Abstimmungsergebnisse in letzter Minute ändern könnten.
Was sagen die Tweets, die ihre Kandidatur zerstörten?
Das Repertoire ist breit und deckt fast alle Themen ab. Über die Preise schrieb die Schauspielerin, sie ähnelten immer mehr einer politischen Demonstration, und beklagte einen angeblichen „ethnischen Quotenplatz“ bei der Vergabe der Statuetten. Es gibt Nachrichten, in denen sie sich verächtlich über Lateinamerikaner äußert und die europäische Kolonialisierung rechtfertigt, sowie andere an Guillermo del Toro gerichtet, im Jahr, als er für 'Shape of Water' gewann: „Die Oscars müssen umbenannt und nicht mehr in Hollywood, sondern in Tlalmanalco gefeiert werden“, schrieb sie.
Außerdem tauchen Posts über Muslime in Spanien auf, abfällige Kommentare zum Tod von George Floyd, ein Spott über den chinesischen Impfstoff und eine Nachricht über Miley Cyrus nach ihrer Trennung von Liam Hemsworth, in der sie deren Beziehung zu einer anderen Frau als „Perversion“ bezeichnete. Man muss den Kontext bedenken, in dem dies eskaliert: Der Regisseur von 'Emilia Pérez' hatte selbst erklärt, wie verbreitet wurde, dass „Spanisch eine Sprache von Entwicklungsländern und armen Menschen sei“. Der Film hatte wochenlang Kontroversen angehäuft.
Die Entschuldigung, die schlechter ankam als die Nachrichten selbst
Gascón löschte die Tweets und veröffentlichte eine Erklärung: „Als Teil einer marginalisierten Gemeinschaft kenne ich dieses Leid sehr gut und es tut mir zutiefst leid für diejenigen, denen ich Schmerz bereitet habe. Mein ganzes Leben lang habe ich für eine bessere Welt gekämpft. Ich glaube, dass das Licht immer über die Dunkelheit triumphieren wird.“ Der Text hat die Gemüter nicht beruhigt. Manche betonen die Reihenfolge der Ereignisse: erst das Löschen, dann die Entschuldigung, und argumentieren, dass eine Korrektur schlimmer sei als das Festhalten an der Aussage, weil sie zeige, dass das Kriterium dem Interesse und nicht der Überzeugung folgt.
Sollte die Leistung oder die Biografie des Kandidaten entscheiden?
Hier liegt der fundamentale Dissens. Ein Lager vertritt die Ansicht, dass ein Schauspielpreis anhand der Bildschirmleistung beurteilt wird und das Privatleben des Kandidaten keine Rolle spielen sollte. Dagegen steht ein schwer zu widerlegendes Argument: Diese Auszeichnungen waren nie unpolitisch. Man erinnert daran, dass die Branche Filmschaffende mit bekannten rechtlichen Problemen ausgezeichnet hat und dass Promotionskampagnen seit Jahrzehnten interne Politik betreiben. Wenn das Kriterium selektiv angewendet wird, richtet sich die Beschwerde nicht gegen die Politisierung, sondern dagegen, wen sie begünstigt.
Der Kostenfaktor für 'Emilia Pérez': Vom Oscar zum Goya
Der Schlag ist nicht nur persönlich. Die Produzenten haben entschieden, dass die Schauspielerin den Film bei den Premios Goya (dem wichtigsten spanischen Filmpreis) nicht vertreten soll: Sollte 'Emilia Pérez' den Preis als bester europäischer Film gewinnen, werden die spanischen Verleiher, die Firma Wanda, ihn entgegennehmen. Dies ist das deutlichste Zeichen dafür, wie ein individueller Skandal auf die Bilanz eines Projekts durchschlägt, an dem Dutzende von Menschen arbeiten.
Das Geschäft mit den Nominierungen
Zu diesem Zeitpunkt koexistiert die Diskussion darüber, wer was verdient, mit einer profaneren Frage: Was bringt eine Nominierung? Ein Film, der in mehreren Kategorien präsent ist, vervielfacht seine Sichtbarkeit in den Kinos, und der Skandal – über den mehr denn je gesprochen wird – sorgt ebenfalls für Aufmerksamkeit. Manche fassen es ohne Schönrederei zusammen: Der Preis ist weniger wichtig als der Lärm, den er erzeugt. In diesem Rahmen ist der Fall der Favoritin nicht nur ein künstlerisches Unglück; es ist ein Verlust an Promotion für ein Projekt, das seine Star-Kandidatur nicht mehr monetarisieren kann.
Mit neu geschriebenen Prognosen und Demi Moore an der Spitze bleibt abzuwarten, welche Stimmen mehr Gewicht haben: die des Films oder die des Skandals. Und eine ungelöste Widersprüchlichkeit: Dieselbe Branche, die damit prahlt, nach Verdienst auszuzeichnen, diskutiert monatelang aufgrund von Ideologie.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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