Ranking der 100 besten Schulen: Keine staatlichen, Zweifel an Seriosität

Ein Ranking der 100 besten Schulen in Spanien enthält keine einzigen staatlichen Institutionen und weckt Verdacht auf bezahlte Werbung und aufgeblähte Noten bei Privatschulen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ranking der 100 besten Schulen: Keine staatlichen, Zweifel an Seriosität
Die 100 besten Schulen Spaniens: Keine einzige staatliche und viele Zweifel

Eine Liste der 100 besten Schulen in Spanien liefert erneut das unbequeme Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit sind Privatschulen, einige wenige halbstaatliche (concertados) und – es sei denn, jemand hat eine übersehen – keine einzigen staatlichen. Der Leitfaden, präsentiert als Orientierung für das Schuljahr 2026/2027, hat die übliche Skepsis ausgelöst: Strenge Auswahl oder bezahltes Advertorial?

Die erste Reaktion ist die häufigste: Das kostet Geld. „Diese Rankings entstehen durch Zahlungen. Je mehr man zahlt, desto höher steht man“, behauptet ein Teilnehmer, der angibt, dies aus erster Hand zu wissen. Ein anderer weist direkt auf eine bestimmte Gruppe von Schulen als Hauptbegünstigte des Geschäfts hin. Und ein dritter fasst die Theorie mit Sarkasmus zusammen: Die hundert, die am meisten für die Aufnahme gezahlt haben.

Welche Kriterien nutzt das Ranking der 100 besten Schulen?

Das Grundproblem ist, dass die Liste nicht transparent erklärt, was sie misst. Niemand bestreitet, dass es exzellente Schulen gibt, aber sehr wohl, dass Exzellenz an den Gebühren gemessen wird. Ein konkreter Fall illustriert dies: Zwei Zentren in Zaragoza erscheinen in der Liste, obwohl sie laut einem Kenner der Stadt „nicht einmal unter den Top 10 in Zaragoza wären“. Wenn das stimmt, hat die Methodik ein Loch von der Größe eines Klassenzimmers.

In Asturien erscheinen drei der vier als wichtig eingestuften Zentren, aber genau das wichtigste und begehrteste fehlt, die englische Schule. In Kastilien-León, einer Region, die oft nationale und internationale Tests anführt, gibt es keine einzige. Das Fehlen dieser Region in einem Ranking pädagogischer Exzellenz ist mindestens auffällig.

Die realen Kosten der privaten Bildung: 1.200 Euro pro Monat

Hier kommt die Zahl, die erklärt, warum das Ranking relevant ist. Ein Teilnehmer detailliert, dass er 1.200 Euro im Monat zahlte, um seine Tochter in eines der am besten platzierten Zentren der Liste zu schicken, und schätzt, dass es heute mehr kosten würde. Seine Gründe waren zwei: Vermeidung der sprachlichen Immersion in Katalanisch und der separatistischen Indoktrination. Er anerkennt gute Ergebnisse – internationales Abitur und fließendes Englisch – sowie auch, dass in den letzten Jahren „Proge-Ideologie“ stark vertreten war, wobei er einschränkt, dass dies im öffentlichen System genauso passiert.

Derselbe Teilnehmer räumt ein, dass die Schule sehr gut, aber nicht wunderbar war. „Wenn diese zu den besten gehörte, will ich mir nicht vorstellen, wie die schlechtesten sind“, schließt er. Die Anekdote hat ihren Witz: Durch eine dieser Privatschulen, die immer in solchen Listen auftauchen, ging auch ein Mitglied einer sehr bekannten Familie des Landes.

Öffentlich gegen privat: Das Argument, dass man in Privatschulen leichter besteht

Der Verdacht, dass private Schulen Noten aufblähen, durchzieht einen großen Teil der Analyse. Ein ehemaliger Schüler einer halbstaatlichen Schule, der später auf eine Privatschule wechselte, begründet es so: Wenn es in einer Privatschule viele Durchfaller gäbe, würden die Schüler gehen und das Zentrum seine wirtschaftliche Tragfähigkeit verlieren; im öffentlichen System beeinflusst Bestehen oder Durchfallen die Kasse nicht. Von dort bis zum Druck der zahlenden Eltern, damit ihr Kind Medizin studieren kann, ist es nur ein kurzer Schritt.

Die andere Seite der Waage zeigt auf die Disziplin. In der Privatschule fliegt raus, wer Probleme macht. Im öffentlichen System, wie ein Lehrer berichtet, ist das Durchfallen ein bürokratischer Kopfschmerz, und am Ende bestehen alle, um in die nächste Klasse zu kommen. Die wiederholte Schlussfolgerung: Wir gleichen uns nach unten an.

Der Faktor, den kaum jemand bestreitet: Die Familie wiegt schwerer als die Schule

Es gibt einen unbequemen Konsenspunkt. Wer mit Minderjährigen aus verschiedenen Schichten gearbeitet hat, behauptet, dass der Einfluss der Schule im Vergleich zu dem der Eltern minimal ist und dass die Zentren bis zum Alter von 16 Jahren fast wie Kindergärten funktionieren: Erst beim Abitur zeigt sich, wer Chancen hat. Eine weitere wichtige Nuance: Mehr als öffentlich oder privat zählt das Viertel. Eine öffentliche Schule in einer wohlhabenden Gegend liegt Lichtjahre entfernt von einer öffentlichen Schule in einem benachteiligten Gebiet.

Die abschließende Ironie stammt von jemandem, der daran erinnert, dass die Politiker, die das öffentliche Bildungswesen verschlechtert haben, ihre Kinder zuerst in Privatschulen schicken, und dass jene, die die sprachliche Immersion in Katalonien vorschreiben, ihre eigenen in internationale Schulen einschreiben. Das Ranking meanwhile bleibt ohne eine einzige öffentliche Schule. Mit diesen Zutaten ist es vernünftig, es als das zu lesen, was es wahrscheinlich ist: Werbung im Format eines Leitfadens.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver