Rallo schweigt zu Milei: von der Begeisterung zur Funkstille

Juan Ramón Rallo postet nach dem Desaster mit den Dekreten kaum noch über Milei und Argentinien. Der Ökonom, der früher wöchentlich sprach, schweigt zu dem Land, das er einst…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rallo schweigt zu Milei: von der Begeisterung zur Funkstille
Rallo schweigt zu Milei und Argentinien

Es gab eine Zeit, da sprach Juan Ramón Rallo jede Woche über Argentinien. YouTube-Videos, Tweets, Analysen. Heute, mitten im Kater nach dem Desaster der Regierung Milei mit den Dekreten, postet der Ökonom kaum noch. Die unbequeme Frage, die in der Luft liegt: Was ist aus dem Mann geworden, der so viele Eier in den Korb des argentinischen Präsidenten gelegt hat?

Die Diagnose, die kursiert: Rallo hat nicht kommen sehen, was kam. Argentinien schleppt ein strukturelles Problem mit sich, das sich nicht in vier Tagen lösen lässt: 2023 hinterließen die Peronisten eine **Inflation von 211%** und **50% Armut**, und die Umfragen für 2027 zeigen ein Unentschieden. Mit diesem Ausgangspunkt führt der Rückzug des Staates ohne einen starken Privatsektor, der ihn ausgleicht, dazu, dass Unternehmen wegen der Öffnung für Importe schließen. Ein Land, das jahrelang nicht gewettbewerbsfähig war, lässt sich nicht per Dekret reparieren.

Das Problem ist nicht Milei, es ist der Monetarismus

Die schärfste Kritik richtet sich nicht gegen den Präsidenten, sondern gegen das Etikett, das ihm angeheftet wurde. Manche behaupten, Milei sei kein Vertreter der Österreichischen Schule, sondern ein Buchhalter-Monetarist: Er bittet um Kredite, um die Währung zu stützen, verwaltet die Zentralbank täglich mehr als seine Vorgänger und hält die Devisenkontrollen aufrecht. Die Deregulierung schreitet allerdings voran. Aber die Realwirtschaft ist nicht sein Zuständigkeitsbereich, und eine Firma in Argentinien zu gründen kostet weiterhin denselben bürokratischen Aufwand wie zuvor.

Das Detail, das immer wieder als Augenzwinkern erwähnt wird: Sein Hund heißt Milton. Und er hielt Seminare über quantitative Methoden bei Goldman Sachs. Mit diesem Lebenslauf – was für ein Österreicher soll das sein? Der eigentliche Vorwurf lautet, dass Monetaristen einen Kollektivismus an den Tag legen, den die Österreichische Schule viel deutlicher anprangern sollte, und dass sie nicht aufschreit, wenn ein angeblicher Liberaler die Währung mit der Hand verwaltet.

Der Kurswechsel der spanischen Liberalen

Der Fall Rallo ist kein Einzelfall. Auch Huerta de Soto wird erwähnt, den Milei angeblich blamiert zurückgelassen hat. Und Abascal, der laut dem Material erst kürzlich ein Treffen mit Milei in Madrid abgelehnt hat, während andere Figuren der madrilenen PP (Spaniens konservative Volkspartei) sich von ihren Freundschaften nicht distanzieren, selbst wenn diese Mist bauen. Wenn es schlecht läuft, kennt niemand den kleinen Milei.

Die tiefere Lesart: Die Ökonomen, die im Fernsehen und Radio auftreten, lassen daran zweifeln, ob es sinnvoll ist, Volkswirtschaftslehre an der Universität zu lehren. Der parteipolitische Bias tarnt sich als Analyse, und die Politik frisst die Ökonomie auf. Rallo, der sich als Liberaler rühmt, ist genau in das gefallen, was er kritisiert: über einen Politiker hergelutscht und dann verschwunden, wenn der Politiker stolpert.

Was niemand über Argentinien sehen will

Argentinien ist schlecht dran. Wenn es in alte Muster zurückfällt, wird es teuer bezahlt. Und es gibt keinen starken Privatsektor, der den Rückzug des Staates ausgleicht. Viele Unternehmen schließen, weil Milei die Handelshürden für Importe abgeschafft hat. Es sind viele Jahre ohne Wettbewerb. Das löst niemand in vier Tagen, weder hier noch dort: Wir haben jahrelang Spanien und die EU insgesamt in den Abgrund getrieben, und das wird sich nicht lösen, weil wir einen irgendwen wählen. Es wird mehrere Generationen lang sehr ungemütlich werden.

Inzwischen ist Rallos Schweigen zu Milei und Argentinien der beunruhigende Fakt. Der Mann, der jede Woche über die liberale Revolution sprach, twittert jetzt kaum noch. Vielleicht, weil das Desaster mit den Dekreten wehtut. Vielleicht, weil der Monetarist in ihm immer schon da war.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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