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Radioheads Kid A war ein prophetisches Album
Kid A (2000) tauschte Gitarren gegen kalte Synthesizer. Seine Texte handeln von Klimakrise, Geld und Entfremdung. Hören Sie Idioteque und urteilen Sie selbst.
Kid A erschien am 2. Oktober 2000 und ersetzte die Wärme von Ok Computer durch synthetische Texturen und kryptische Texte. Manche sehen in dieser Wende eine Warnung vor der digitalen Isolation, der Klimakrise und der finanziellen Angst, die danach kamen.
Manche Platten altern, und manche wirken, als wären sie im Voraus geschrieben worden. **Kid A** kam am **2. Oktober 2000** in den Handel, drei Jahre nachdem **Ok Computer** **Radiohead** in eine riesige Band verwandelt hatte – und nebenbei in eine Gruppe, die mit ihrer eigenen Größe unwohl war. Jenes Album hatte noch Gitarren, Refrains und einen Fuß im Rock des 20. Jahrhunderts. Das nächste löschte vieles davon aus.
## Eine Wende zu kaltem Klang und Maschinen
**Kid A** kam mit Synthesizern, programmierten Percussions und Gesang, der so verarbeitet war, dass er wie ein weiteres Instrument klang. Die Band kam von einer Stadiontour mit **OK Computer** und spürte, dass das Format ihr zu eng geworden war. Das Ergebnis war ein hermetisches Album ohne klare Singles, das Kritik und Publikum spaltete. Es verkaufte sich trotzdem enorm: Es stieg auf Platz eins der US-amerikanischen **Billboard 200** ein.
Dieser künstliche Klang war kein ästhetischer Gag. Er funktionierte als Landschaft: Maschinen, Kälte, Distanz. Die Produktion von **Nigel Godrich** gemeinsam mit der Band schuf eine Atmosphäre, die viele Hörer als postapokalyptisch beschrieben, noch bevor der Ausdruck abgenutzt war.
## Idioteque und das kommende Klima
Der meistgenannte Song, wenn es um Vorahnungen geht, ist **Idioteque**. Das Stück verbindet ein elektronisches Fundament mit fragmentarischen Texten, die Eis, Geld und das Gefühl erwähnen, dass sich etwas nähert. Die Zeile über das Eiszeitalter und die über das Nehmen des Geldes und die Flucht wurden als Warnungen vor dem Klimawandel und Finanzkrisen gelesen.
Man sollte ehrlich sein: **Radiohead** hat das Album nie als Prophezeiung präsentiert. Es sind offene Texte, geschrieben von **Thom Yorke**, und jeder Hörer füllt sie selbst aus. Dass sie so gut zu dem passen, was danach geschah, sagt ebenso viel über die Mehrdeutigkeit des Textes aus wie über die Zeit.
## In Limbo, Optimistic und die Politik der Angst
In **In Limbo** erscheint eine Botschaft, die der Erzähler nicht entziffern kann, mit Verweisen auf **Lundy**, **Fastnet** und die **Irische See** – Namen von Seegebieten, die in Wetterberichten verwendet werden. Es klingt wie ein Hilferuf ohne klaren Adressaten.
**Optimistic** tut das Gegenteil dessen, was der Titel verspricht: Es erzählt von Geiern, von großen Fischen, die die kleinen fressen, und von der Gleichgültigkeit derer, die sagen, das sei nicht ihr Problem. **National Anthem** legt eine weitere Ebene darauf: die der kollektiven Angst um eine Hymne. Und in **Kid A**, dem Song, folgen Ratten und Kinder jemandem aus der Stadt hinaus.
## Das Ende: Motion Picture Soundtrack
Das Album schließt mit **Motion Picture Soundtrack**, einem langsamen Abschied mit Rotwein, Schlafmitteln und brennenden Briefen. Es klingt nach Kapitulation, nach Abspann. Der erste Song, **Everything In Its Right Place**, hatte den Widerspruch bereits angelegt: Alles ist in Ordnung, und doch stimmt etwas nicht.
Fünfundzwanzig Jahre später ist das Gefühl, dass die Ordnung eine Fassade ist, weiterhin wiedererkennbar. Das macht **Kid A** heute zu einer Warnung und nicht zu einem Zeitdokument.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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