PVPC-Spanien: Niedrige Stundenpreise setzen den freien Markt unter Druck

Der regulierte Preis PVPC erreicht in Spanien zeitweise 0,02579 €/kWh. Da Festtarifen im freien Markt bei 0,14 € liegen, gewinnt die Rückkehr zum regulierten Markt an Attraktivität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PVPC-Spanien: Niedrige Stundenpreise setzen den freien Markt unter Druck
Spaniens regulierter Strommarkt holt gegenüber Festpreis-Tarifen auf

Ein Kilowattstunde kostet 0,02579 Euro. Eine andere 0,02818. Und plötzlich dreht sich der Nachmittag und derselbe regulierte Markt verlangt zwischen 19 und 20 Uhr 0,16289 €/kWh. Das ist das Bild des PVPC (Precio Voluntario para el Pequeño Consumidor) an den volatilsten Tagen, basierend auf den stündlichen Preisen, und erklärt, warum der Wechsel zum "freien Markt" nicht mehr als kluger Schachzug gilt. Monatelang schien der Festpreis der Anbieter — 0,14, 0,145 oder 0,16 €/kWh rund um die Uhr — unschlagbar gegenüber einem regulierten Markt, der über 0,30 € schoss. Jetzt kippt die Situation, aber nur in bestimmten Zeitfenstern und an einigen Tagen.

Der Tag, an dem der PVPC seine Angst verlor

Die stündliche Aufschlüsselung ist für jemanden, der nur den herkömmlichen Tarif kennt, kaum zu glauben. Um elf Uhr morgens liegt der Preis bei 0,11636 €/kWh, und dann bricht er mittags ein: 0,02821, 0,02818, 0,0282, 0,02579, 0,02642. Zwischen drei und vier Uhr nachmittags liegt der Preis des regulierten Markts auf einem Niveau, das, Steuern ausgenommen, kaum von null zu unterscheiden ist.

Der Haken kommt am Abend. Der Zeitraum von 18 bis 19 Uhr steigt auf 0,04503 €/kWh und der von 19 bis 20 Uhr schießt auf 0,16289 €. Für alle, die jeden Morgen die App konsultieren, ist das nichts Neues. Die Neuheit ist der Vergleich: An einem anderen Tag, dem 9-4, fiel kein Zeitfenster unter 0,23568 €/kWh und die Nachtpreise überstiegen 0,36 €. Von einem Tag auf den anderen kann dasselbe System mittags Strom verschenken und ihn abends teuer verkaufen.

Durchschnitte täuschen zudem. Ein Tag kann einen Durchschnitt zeigen, der nur 3 % höher ist als am Vortag, und trotzdem schlechter fürs Portemonnaie sein: Es reicht, wenn die günstigen Stunden in der frühen Morgendämmerung liegen, wenn fast niemand Geräte einschaltet, und die Spitze genau dann stattfindet, wenn gekocht und geheizt wird. Das System belohnt, wer die Wäsche verschieben kann; es bestraft, wer nach Hause kommt und blind alles einschaltet.

Warum der freie Markt so lange die Oberhand hatte

Mit diesen Zahlen unterschrieb halb Spanien Festtarife, die heute wie ein Schnäppchen klingen. Ein Fall verdeutlicht das: 0,145 €/kWh — 0,1595 inkl. MwSt. — festgelegt am 1. Februar mit Iberdrola für zwei Jahre bei einem Jahresverbrauch zwischen 4.000 und 4.500 kWh in einer voll-elektrischen Wohnung. Andere schlossen 0,12 € für drei Jahre. Und manche fanden per Online-Suche in dreißig Sekunden Tarife für 14 Cent.

Der Reiz war offensichtlich: stabiler Preis und null Aufwand. Im Gegensatz dazu zwingt der regulierte Markt dazu, auf die Uhrzeit zu achten, die Waschmaschine zu programmieren und zu hoffen, dass die Preisspitze nicht auf das Abendessen fällt. Die vorherrschende Erzählung hat längst etabliert, dass der freie Markt die Zukunft sei und der regulierte Markt ein Relikt aus einer anderen Zeit. Mit den heutigen Daten wird diese Diagnose unbequemer: Wer rechtzeitig unterschrieben hat, schläft ruhig, und wer jetzt sucht, findet nicht mehr dasselbe Angebot.

Ist eine Rückkehr zum PVPC nach dem Wechsel zum freien Markt möglich?

Ja, sofern eine Größenbedingung erfüllt ist: Die vertraglich vereinbarte Leistung muss unter 10 kW liegen. Es gibt keine zeitliche Sperre und keine Strafe für den Rückweg, auch wenn der erneute Wechsel bürokratische Schritte erfordert.

Das Hindernis ist nicht administrativ, sondern mental. Wer zum regulierten Markt zurückkehrt, akzeptiert einen Preis, der sich stündlich ändert und in Spitzenzeiten deutlich über dem Festpreis liegen kann. Die Rückkehr lohnt sich für flexible Verbräuche: Elektroauto, Wärmepumpe, Smart Home, das Lasten in die Nebenzeiten verschiebt. Für eine Wohnung mit nur Kühlschrank und Grundlast wird die Rechnung knapper und der Komfort eines flachen Preises schwerer.

Die Rechnung, die niemand versteht: 720 Multiplikationen und ein Durchschnitt

Der PVPC wird auf Basis der tatsächlichen Zählerstände abgerechnet, die der Netzbetreiber dem Anbieter zur Verfügung stellt. Ist der Zähler fernablesbar und ins Netz integriert, wird die Rechnung stundenweise berechnet. Ist er das nicht, werden Verbrauchsprofile angewendet, die Red Eléctrica (spanischer Übertragungsnetzbetreiber) basierend auf Ministeriumskriterien veröffentlicht.

Hier beginnt das Chaos. Ein Zähler liefert 24 Ablesungen pro Tag. Einen Monat lang sind es über siebenhundert. Logisch wäre, jede einzelne mit den Kosten ihrer Stunde zu multiplizieren. Einige behaupten jedoch, dass Anbieter wie Curenergia Durchschnitte anwenden und das Ergebnis als einzigen Preis präsentieren, ohne dass die feine Aufschlüsselung irgendwo sichtbar ist. Der Netzbetreiber veröffentlicht die Verbrauchswerte im Downloadformat; die Multiplikation, die sie in Euro umwandelt, ist eine andere Geschichte.

Die Gaspreisbremse, die nicht kommt, und der Schatten des Defizits

Parallel dazu verschob der Ministerrat die Deckelung des Gaspreises um eine Woche. Die Vizepräsidentin und Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera, führte dies darauf zurück, dass der Vortag in Madrid Feiertag war. In Erwartung der Obergrenze warnen einige Analysen vor einem Kollateralschaden: Wenn Energieversorger Kunden vom freien Vertrag an den PVPC verlieren, könnte das Tarifdefizit zu einem Loch werden, das später jemand stopfen muss.

Unterdessen bleibt der alte Verdacht bestehen: Die Rechnung enthält über dreißig Euro Fixkosten, selbst wenn keine Glühbirne brennt, und wer sich rechtzeitig bewegt, tut dies, weil er es sich leisten kann, den Markt zu überwachen. Das System sei nicht billig, sagen Kritiker. Es ändere nur, wer die Differenz zahlt.

Der PVPC gewinnt Stunden, verliert die Morgendämmerung und belohnt, wer die Wäsche verschieben kann. Wie lange muss dieser Zustand andauern, damit die Rückkehr zum regulierten Markt nicht mehr als Exotik erscheint?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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