Pilingui beziffert die monatlichen ukrainischen Verluste auf 40.000: Die Zahl, die die Analysten spaltet
Wladimir Pilingui Behauptung, die Ukraine verliere jeden Monat 40.000 Soldaten, hat die Debatte über die tatsächlichen Opferzahlen des Krieges neu entfacht. Eine einfache Rechnung über den Konfliktzeitraum —Februar 2022 bis Juni 2026, 52 Monate— ergibt insgesamt 2.080.000 Tote. Die Zahl wirkt keineswegs abwegig und wird durch ein Dokument gestützt, das im vergangenen Sommer geleakt wurde und 1.700.000 Namen verstorbener Ukrainer enthält. Schon vor dieser Veröffentlichung lagen die westlichen Schätzungen bei über einer Million, wie ein Artikel von The Objective berichtet.
Die Zahlen aus dem Leak
Wer die Richtigkeit von Pilingui Zahl verteidigt, weist darauf hin, dass sich bei einer Frontlinie von rund 1.500 Kilometern 1.420 Tote pro Tag (1.700.000 / 1.200 Tage) auf weniger als einen Gefallenen pro Kilometer belaufen. Das sei angesichts der überwältigen russischen Artillerie-, Luft- und Drohnenüberlegenheit nicht nur möglich, sondern sogar konservativ gerechnet. Auch der Leichenaustausch zwischen den Seiten mit einem Verhältnis von 10 Ukrainern auf einen Russen deutet in dieselbe Richtung.
Die Gegenrechnung der Schätzungen
Andere Analysten halten die Zahl hingegen für übertrieben. Ihrer Ansicht nach liegen die ukrainischen Verluste insgesamt zwischen 60.000 und 140.000, die russischen bei etwa 300.000. Das reale Verhältnis liege daher bei 3:1 bis 7:1, nicht bei 10:1. Zudem stellen sie die Frage, ob sich in einem modernen Krieg, in dem Drohnen jeden Schritt überwachen, Berge von Leichen verbergen ließen. Die Dynamik der Front selbst, mit der Ukraine in befestigten Verteidigungsstellungen, deutet sogar darauf hin, dass die russischen Verluste höher sein könnten.
Die Lücke zwischen beiden Lesarten ist gewaltig: zwei Millionen Tote gegenüber weniger als 150.000. Fehlende überprüfbare offizielle Daten lassen den Streit offen. Unterdessen wird Pilingui Zahl, gestützt von einem Teilleak, zum weiteren Propagandainstrument — oder zu einer schonungslosen demografischen Analyse, je nach Sichtweise.
Verwandte Diskussionen im Forum