Von den 11-M-Ermittlungen in die Psychiatrie: der Fall Cillán
Eine Richterin, die eines Tages beschließt zu untersuchen, was bei den Anschlägen von 11-M wirklich geschah, und in einer psychiatrischen Klinik in Palencia landet. Das ist das Gerüst des Falls, der im Zusammenhang mit Coro Cillán auf den Tisch gekommen ist – der Richterin, die mit dem Tibidabo-Fall berühmt wurde und die, so die kursierende Erzählung, vom PSOE (Spaniens sozialistischer Partei) in dem Moment zum prioritären Ziel wurde, als sie die Anschläge von Atocha unter die Lupe nahm. Die beschriebene Abfolge ist die einer beruflichen Belagerung: zuerst die Rechtsbeugung bei der Schließung eines Nachtclubs im Zentrum von Madrid, dann die Klage gegen Villarejo wegen Audios, in denen davon die Rede war, sie müsse kurz gehalten werden, und die Entfernung aus dem Pujol-Fall.
Der Nachtclub Moma und der Schatten der Rechtsbeugung
Das Verfahren, wegen dem sie abgesetzt wurde, hat einen Namen: die Schließung des Nachtclubs Moma. Die These lautet, dass es eine Falle war, und ein konkretes Detail wird angeführt: Der Anzeigenerstatter im Moma-Fall soll mehrere Tage hintereinander beim Bereitschaftsgericht gewartet haben, bis sie da war, um die Anzeige gegen seinen Geschäftspartner zu erstatten, der ein Freund der Richterin war. Dieses Detail, das in einem normalen Verfahren eine prozessuale Anekdote wäre, wird hier als das Puzzleteil gelesen, das alles zusammenfügt.
Belegt ist die Wirkung auf ihre Karriere. Der Erzählung zufolge führten die Ermittlungen zu Problemen mit Alkohol und Antidepressiva sowie zu einer Klage gegen Villarejo wegen Audios zum Pujol-Fall, in denen es hieß, man müsse sie kurz halten und ihr keine Schonfrist gewähren. Kurz darauf wurde sie aus dem Fall entfernt. Die Abfolge – Ermittlung, Zermürbung, Entfernung – wiederholt sich bei anderen genannten Namen: die UCO, Richterin Biedma im Fall des Bruders, Richter Peinado in der Sache Begoña, Aldama.
Die zwei Krankenwagen und die Einweisung nach Palencia
Der Abschnitt, der am stärksten betont wird, ist der medizinische. Eines Tages, als sie die Gerichte an der Plaza Castilla verlässt, nimmt ein Krankenwagen sie auf und bringt sie in eine Residenz, wo sie bleibt, bis ihr Anwalt sie herausholt, weil man sie nicht gehen ließ. Danach taucht ein weiterer Krankenwagen vor ihrer Wohnung auf und verlegt sie wegen einer Hypertonie-Krise ins Krankenhaus La Paz. Sie kehrt nicht nach Hause zurück: Die Staatsanwaltschaft ordnet erneut ihre Einweisung in eine psychiatrische Klinik an, und dort ist sie bis heute – in einer Einrichtung in Palencia, isoliert, so die Klagen von Freunden und Angehörigen, die beanstanden, dass man sie mit niemandem sprechen lässt.
Die Frage, die über der ganzen Sache schwebt, ist die alte: Wo endet die medizinische Fürsorge und wo beginnt die Ausschaltung einer unbequemen Richterin? Manche halten Alkoholismus und Verhandlungen mit Problemen für Grund genug für eine Maßnahme; dagegen steht das Argument, dass Bauarbeiter mit ihrem Morgen-Carajillo nicht eingewiesen werden. Und es gibt ein zitiertes Präzedenzbeispiel: Bei Alberto Royuela versuchte man, ihn für verrückt erklären zu lassen, und er sicherte sich mit einem vorherigen psychologischen Gutachten ab.
Der 11-M, die unbequeme Wahrheit und die vorzeitig pensionierten Polizisten
Der Ursprung von allem ist, so die Darstellung, der 11-M. Die Richterin wollte die Wahrheit über die Sprengstoffe wissen, und das, so das Argument, war nicht erwünscht. In der Luft hängt der Satz, der Richter Bermúdez beim Abschied zugeschrieben wird: dass die Spanier nicht bereit seien, die Wahrheit zu erfahren. Und eine Anekdote, die als Beispiel für das Schweigen erzählt wird, das die Sache umgibt: Ein Ehepaar von Polizisten der Nationalen Polizei, sie von der Einheit für Polizeiliche Intervention und später der Kriminaltechnik, zu den Ersten, die die Züge von Atocha betraten, wenige Tage später vorzeitig pensioniert mit Maximalrente und einer Prämie von einer Million Euro. Selbst ihre Töchter wissen nicht, was sie darüber denken.
Was wird in diesem Fall wirklich diskutiert?
Die Sache hat zwei Lesarten, die sich nicht berühren. Die eine: Die Richterin war krank, sie trank, und das System hat sie geschützt. Die andere: Die Richterin war unbequem, und das System hat sie auf psychiatrischem Weg neutralisiert – dem saubersten, weil es keine juristischen Spuren hinterlässt. Die erste stützt sich auf Aussagen von denen, die sie professionell behandelten und sie als eine zerrüttete Person beschreiben. Die zweite stützt sich auf die Chronologie: die 11-M-Ermittlungen, die Audios, die Entfernung aus dem Pujol-Fall, die zwei Krankenwagen, die unbefristete Einweisung.
Die verstörende Erkenntnis ist keine der beiden. Es ist die, dass die Richterin bis heute in Palencia ist und der Fall weiterhin ohne eine abschließende Erklärung bleibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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