Private Krankenversicherung: Beiträge steigen im Alter und Kunden sind gefangen
Den 65. Geburtstag feiern und eine um 30 % höhere Rechnung erhalten. Genau das passierte, wie ein Artikel berichtet, der eine Debatte auslöste, einem Versicherten einer privaten Krankenversicherung, der seine Police fünfzehn Jahre lang widerspruchslos bezahlt hatte. Als er die Gesellschaft anrief, erhielt er eine Standarderklärung: Er sei in ein „höheres Segment“ gewechselt. Die Versicherungsgesellschaft teilte ihm mit dem Tonfall einer Selbstverständlichkeit zudem mit, dass er mit 75 Jahren in ein weiteres Segment aufsteigen und noch mehr zahlen werde. Der Betroffene fühlt sich gefangen: Ein Wechsel der Versicherung wäre wegen fehlender Vertragsdauer teurer, und eine Kündigung würde bedeuten, fünfzehn Jahre Beitragszahlungen wegzuwerfen.
Der Fall lenkt den Blick auf ein Geschäft, das mit der Gesundheit anderer Geld verdient und laut mehreren Kommentatoren einen perversen Anreiz hat: Je gesünder man ist, desto rentabler ist man; je älter man wird, desto teurer wird der Regenschirm.
Warum die Prämie genau dann steigt, wenn sie am nötigsten gebraucht wird
Die Logik der Versicherung ist gnadenlos und wird von vielen Befürwortern ohne Umschweife verteidigt: Wenn das Risiko steigt, steigt der Preis. Mit 65 Jahren schnellt die Wahrscheinlichkeit medizinischer Behandlung in die Höhe, und die Versicherung ist kein Sparschwein, in dem Zahlungen angespart werden, sondern ein jährlicher Vertrag, der neu kalkuliert wird. „Wenn das Risiko steigt, steigt der Versicherungspreis“, fasst eine der meistgestimmten Nachrichten zusammen und vergleicht die Beschwerde damit, Ferrari-Versicherung zum Preis eines Corsa zu erwarten.
Andere gehen weiter und behaupten, das Problem sei nicht die Erhöhung, sondern ein Begriffsverwirrung: Wer jahrelang zahlt, glaubt, eine Investition getätigt zu haben, obwohl er eigentlich nur Deckung gekauft hat, die er nutzen konnte oder auch nicht. Der Vergleich mit der Kfz-Versicherung taucht mehrfach auf: Niemand erwartet sinkende Prämien, weil keine Schadensmeldungen vorliegen; im Gegenteil, bei einer Meldung steigt die Prämie.
Das Geschäft mit der Versicherung Gesunder
Hier liegt der wirtschaftliche Kern der Sache. Die private Gesundheitsversorgung, so mehrere Analysen, ist rentabel, weil sie vor allem junge und gesunde Patienten versichert, während die öffentliche Versorgung die alternde und chronisch kranke Bevölkerung behandelt. Der Satz, der diese Asymmetrie zusammenfasst, ist drastisch: In Privatkliniken sieht man Erkältungen und Kinder mit Fieber; in öffentlichen Krankenhäusern alte Frauen. Das Geschäft besteht laut diesen Analysen darin, Risiken auszuwählen und bei teuren Fällen keine Zahlungen freizugeben.
Daher misstrauen viele dem kommerziellen Versprechen. Eine Versicherung gibt dir einen Regenschirm, ist aber so organisiert, dass sie ihn dir nicht gibt, wenn es regnet. Und wenn der Fall kompliziert wird – schwere Notfälle, Verbrennungen, Intensivpflege –, ist die Überweisung an das öffentliche System die übliche Lösung, da kaum ein privates Krankenhaus dafür vorbereitete Einheiten hat.
Die Falle des gebundenen Kunden
Der Betroffene sagte es deutlich: Er fühlt sich gefangen. Er kann nicht zu einer anderen Gesellschaft wechseln, weil ihm mangels Vertragsdauer viel höhere Prämien berechnet würden, und er kann auch nicht einfach kündigen, weil er alles Geleistete verlieren würde. Das ist die Falle der Krankenversicherung im Vergleich zur Kfz-Versicherung: Hier ist die Vertragsdauer ein Vermögen, das nicht übertragbar ist.
Die Debatte wendet sich dann der Rolle des Staates zu. Wenn Krankenversicherer in einem regulierten Sektor tätig sind und zum Rückzugsort für Hunderttausende Patienten geworden sind, die den Wartelisten im öffentlichen System entfliehen, wer überwacht ihre Gebühren? Wie viel verdienen sie mit den Beiträgen derer, die jahrzehntelang gezahlt haben? Decken diese Ausgaben die zukünftige Versorgung? Dies sind Fragen, die der Artikel aufwirft, auf die niemand mit Zahlen antwortet.
Öffentliche vs. private Gesundheit und die Grunddebatte
Die Diskussion verschärft sich, wenn sie auf das Gesundheitsmodell trifft. Eine Seite vertritt die Ansicht, dass der Aufstieg der privaten Versicherung nicht die Ursache für die Verschlechterung des öffentlichen Systems ist, sondern deren Folge, und dass diese Verschlechterung einer bewussten politischen Strategie folgt, Bürger auf den Markt zu drängen. Die andere Seite kontert mit dem Argument der individuellen Freiheit: Niemand wird gezwungen, eine Versicherung abzuschließen, und wer nicht einverstanden ist, soll es nicht tun.
Der Zwischenpunkt, der im Austausch die meiste Zugkraft hat, ist die doppelte Besteuerung: Wer eine private Versicherung zahlt, zahlt weiterhin über Steuern für die öffentliche Gesundheit und nutzt je nach Bedarf das eine oder das andere. Und eine unbequeme Frage schwebt über allem: Wenn das öffentliche System so gut ist, warum haben dann mehr als zehn Millionen Spanier eine private Versicherung, und die Zahl steigt?
Die Analyse stößt genau dort an ihre Grenzen, wo die wirtschaftliche Kalkulation auf die Legitimität des Modells prallt. Niemand bestreitet, dass Versicherer Gewinne benötigen, um ihre Lizenz zu halten. Ungeklärt bleibt, wie viel dieses Gewinns auf Risikoselektion beruht und wie viel auf dem unerfüllten Versprechen, den Kunden wirklich zu begleiten, wenn er es am dringendsten braucht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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