PP-Korruption und 51 % der Renten unter Mindestlohn

2016 bezogen fünf Millionen Rentner weniger als den gesetzlichen Mindestlohn, was 51 % entspricht. Parallel dazu Skandale um schwarze Kassen, Zulagen und Korruptionsermittlungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PP-Korruption und 51 % der Renten unter Mindestlohn

Wie viele Spanier verdienen weniger als das gesetzliche Minimum? Die damalige Arbeitsministerin Fátima Báñez behauptete einst, „niemand in Spanien verdiene unter dem Mindestlohn“, da dies „illegal“ wäre. Doch die Daten ihres eigenen Ministeriums zeigten Ende 2016 ein anderes Bild: Mehr als fünf Millionen Rentner, 51 % aller Empfänger, bekamen monatlich weniger als 707,60 Euro. Sieben von zehn davon waren Frauen.

Dieser Widerspruch ist keine akademische Fußnote. Er zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Wie Armut im Alter gemessen wird und wie leicht Fakten ignoriert werden, die in den eigenen Akten stehen. Das Thema zieht mehrere Linien nach sich: Verfall der Beschäftigungslage, Löcher in der Sozialversicherung und eine Korruption, die Namen, Firmen und Schweizer Konten hinterließ.

51 % der Rentner unter dem SMI

Die Berechnungen waren eindeutig: 5.000.000 Rentner erhielten weniger als den interprofessionellen Mindestlohn (SMI). Unter ihnen waren 3.399.712 Frauen, also sieben von zehn. Die Deutung war doppelt: Zum einen lebt die Hälfte der Gruppe in einer Situation, die viele ohne Umschweife als Armut bezeichnen; zum anderen zementiert das Rentensystem eine Geschlechterlücke, die bereits viel früher in den Karrieren und Gehältern beginnt.

Der Zeitrahmen ist wichtig. Wir sind im Dezember 2016, während die Regierung mit Wachstum wirbt und der Rentenfonds leer wird. Der Reservefonds der Sozialversicherung musste genutzt werden, um 936 Millionen an Einkommensteuer auf Rentenzahlungen zu decken, zusätzlich zu den 9,5 Milliarden, die am 1. Dezember bereits abgerufen worden waren. Die unbequeme Schlussfolgerung: Das Polster wurde für laufende Lohnkosten verbraucht.

Löhne von 300 Euro: Die Arbeitsmarktreform, die Beschäftigung fragmentierte

Das zweite Feld war der Arbeitsmarkt. Nach den damals vorliegenden Daten verdiente jeder zweite erwerbstätige Spanier weniger als 900 Euro im Monat, jeder dritte sogar weniger als 300 Euro. Bereits 22 % der Arbeitnehmer lagen unter dieser 300-Euro-Grenze. Diese Lesart besagt, dass die Arbeitsmarktreform von Rajoy und Báñez den Vertrag in ein flexibles Wegwerfinstrument verwandelte, mit Arbeitnehmern, die das Monatsende kaum erreichen und weder Anspruch auf Arbeitslosengeld noch auf Rente ansammeln.

Bezüglich der Arbeitslosigkeit lautete die wiederholte Zahl: Die Absicherung durch Arbeitslosengeld deckte immer weniger Menschen ab. Die Versorgungsquote sei innerhalb eines Jahres um einen halben Punkt gesunken, und 47 % der Arbeitslosen bezogen keinerlei Leistung. Bei einer Arbeitslosenquote von 21 % stand Spanien laut dem zitierten europäischen Bericht über Beschäftigung und soziale Entwicklung an zweiter Stelle in der EU bei der Armutsrate, nur hinter Rumänien.

Zulagen, schwarze Kassen und 3 % der Aufträge

Während der Diskussion verschob sich der Fokus von sozialen Zahlen zur intransparenten Buchführung der Partei. Ereignisse häuften sich: Die Guardia Civil ermittelte gegen eine schwarze Kasse des PP in Madrid, die zwischen 2010 und 2014 funktioniert haben soll, Unternehmer gestanden illegale Finanzierung, Spenden finanzierten Wahlkampfveranstaltungen und es gab Hinweise auf sogenannte Schwarzgeld-Zulagen. Laut Berichten deutete die Staatsanwaltschaft auf Dutzende Beschuldigte in verschiedenen Netzwerken hin.

Ein oft wiederholtes Argument war statistischer Natur: 12 der 14 Minister aus den Regierungen von José María Aznar sind beschuldigt, und Mariano Rajoy war Teil dieser Kabinette. Parallel kursierte die These – nicht endgültig belegt –, dass Rajoy bis 2011 Schwarzgeldzulagen erhalten habe, im Einklang mit Medienberichten über seine Aussage vor Gericht. Über den ehemaligen Regionalpräsidenten Ignacio González hieß es, er habe der Justiz ein Schweizer Konto verschwiegen, das ihn von einer Kandidatur abgehalten hätte.

Eine Staatsanwaltschaft, die Korruption bremst

Ein weiterer, struktureller Ansatz besagt, dass das Problem nicht in Einzelfällen liegt, sondern darin, wer die Aufsicht führt. Es wird darauf hingewiesen, dass der PP nahestehende Personen an die Spitze der Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft und der Generalstaatsanwaltschaft gesetzt hat, und dass die Staatsanwaltschaft selbst versucht habe, Ermittlungen in rund zehn Fällen zu vertuschen. Die Ernennung eines Funktionärs mit umstrittener Vergangenheit an die Spitze einer Anti-Korruptionsstelle wurde als perfekte Metapher gelesen: Den Wolf die Hühner bewachen lassen.

Im Jahr 2017 wurde eine Zahl registriert, die den Verdacht der Straflosigkeit verstärkte: Fast jeder vierte Begnadigte dieses Jahres war wegen Korruption verurteilt worden. Für Beobachter war das Muster klar: Operationen kommen voran, Beschuldigungen nehmen zu, aber am Ende kommt die Justiz spät oder gar nicht.

Lezo, Púnica und Gürtel: Die Landkarte der Ermittlungen

Die kumulierte Chronologie war lang. Die Operation Púnica mit einer vermuteten schwarzen Kasse des PP in Madrid; Lezo, das bis zu vier Golfplätze ins Visier nahm, die Esperanza Aguirre zugeschrieben wurden; Gürtel, der Mutterfall, mit Rajoys Videoaussage; und die UCO kam zu dem Schluss, dass Indra 600.000 Euro öffentliche Gelder über Strohfirmen an den PP umgeleitet habe. Jede Operation fügte der Liste einen neuen Namen hinzu.

Die Reaktion von der anderen Seite war nicht immer Leugnung. Manche akzeptierten die Korruption und relativierten sie: Lieber diese als jene, auch wenn sie zehnmal mehr stehlen. Dieser Pragmatismus koexistiert ohne große Reibung mit dem Skandal. So bleibt die Angelegenheit offen, zwischen Rücktritten, die nie eintreten, und Verfahren, die sich ewig ziehen, ohne dass jemand die Parteibücher schließt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (231 Antworten).

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