Porträt des leichtgläubigen Anlegers bei der Sonnenfinsternis

Eine erblindete spanische Politikerin und Tausende leichtgläubige Sparer: dasselbe Muster, das Depots und Netzhäute ruiniert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Sonnenfinsternis entlarvt dieselbe Dummheit, die Sparer ruiniert

Wer ohne Schutz direkt in die Sonne blickt, liefert das perfekte Sinnbild für unser Verhältnis zum Geld. Derselbe Impuls, der Tausende Menschen ihre Netzhaut verbrennen lässt — und eine Politikerin von Ciudadanos erblinden ließ —, speist Spekulationsblasen und Finanzmaschen. Wer von einer Sonnenfinsternis nichts lernt, wird kaum von einem Anlageprospekt lernen.

Es gibt ein Lager, das sich über das Spektakel lustig macht: „künftige Wundertütenverkäufer“, nennt sie eine Analyse. Und ein anderes erwidert, die Kritiker seien selbst keine Leuchte, weil dieselben Spötter dem Flacherdenglauben oder der WM-Euphorie verfallen. Dummheit kennt eben weder Geschlecht noch Ideologie.

Die Anekdote über die Politikerin von Ciudadanos (eine spanische Partei), die ihr Augenlicht bei der Finsternis verlor, verdichtet alles. Kein Einzelfall: Jedes Massenereignis hinterlässt seine Sammlung von Leichtgläubigen. Besorgniserregend ist, dass genau diese Leute später 50-Jahres-Hypotheken unterschreiben oder in Kryptowährungen investieren, ohne die Bedingungen zu lesen.

Zwischen der Finsternis und dem Depot liegt nur ein Unterschied: Die Sonne schädigt das Sehvermögen in wenigen Minuten, eine schlechte Anlage leert das Konto erst nach Jahren. Doch der mentale Mechanismus ist identisch. Und währenddessen sehen die mit Schweißerbrillen das Licht; die anderen sehen Flecken und nennen es Hellseherei.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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