Pontes: Das neue System der EZB, das den Euro ins digitale Zeitalter bringen soll

Die EZB startet Pontes, eine Plattform zur Abwicklung tokenisierter Assets mit Zentralbankgeld, und bringt den Euro damit ins digitale Zeitalter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Europäische Zentralbank hat Pontes gestartet, ein System zur Abwicklung von Großtransaktionen mit tokenisierten Assets in Zentralbankgeld – ein wichtiger Schritt, um den Euro an das digitale Zeitalter anzupassen.

Die **Europäische Zentralbank (EZB)** hat **Pontes** gestartet, eine Initiative, die einen Meilenstein bei der Anpassung des Euro an das digitale Zeitalter markiert. Das neue System ermöglicht die Abwicklung von Großtransaktionen mit tokenisierten Assets direkt in Zentralbankgeld. Es handelt sich nicht um eine neue Währung, die morgen Ihre Banknoten ersetzt, sondern um eine zugrunde liegende Infrastruktur, die den Weg für die finanzielle Zukunft bereitet.

Der Start von **Pontes** erfolgte kürzlich und blieb der breiten Öffentlichkeit zwar weitgehend verborgen, stellt jedoch einen bedeutenden Fortschritt dar. Die Idee ist, dass Assets wie Anleihen, Einlagen oder Wertpapiere, sobald sie digitalisiert oder „tokenisiert“ sind, mit der Fiat-Währung gehandelt und abgewickelt werden können, die die Zentralbank selbst ausgibt. Das bedeutet, dass Transaktionen schneller und effizienter abgewickelt werden können – auf Basis des sichersten Geldes, das es gibt: des Zentralbankgeldes.

## Die Infrastruktur für tokenisierte Finanzen

Die Tokenisierung von Assets bedeutet, dass Eigentumsrechte an einem realen oder finanziellen Vermögenswert durch einen digitalen Token in einem Netzwerk auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT), etwa einer Blockchain, dargestellt werden. **Pontes** baut auf dieser Technologie auf, konzentriert sich jedoch auf Großtransaktionen, also solche zwischen großen Finanzinstituten. Ziel ist es, die Plattformen, auf denen diese tokenisierten Assets gehandelt werden, mit dem Zahlungssystem des **Eurosystems** zu verbinden, damit Transaktionen in Zentralbankgeld abgewickelt werden können.

Dies bietet eine Alternative zur Abhängigkeit von privaten Settlement-Assets wie **Stablecoins** (Kryptowährungen, deren Wert an eine Fiat-Währung gekoppelt ist) oder tokenisierten Bankeinlagen. **Pontes** will die Stabilität und das Vertrauen des Zentralbankgeldes in dieses neue Finanzökosystem bringen. Die Plattform startet zunächst mit einem Basisangebot an Dienstleistungen, eine vollständige Implementierung ist jedoch für **2028** geplant – mit schrittweise neuen Funktionen und längeren Betriebszeiten, einschließlich eines Betriebs **rund um die Uhr, sieben Tage die Woche**.

## Ein Schritt zum europäischen Ökosystem der Zukunft

**Pontes** ist keine isolierte Initiative, sondern ein zentrales Element einer umfassenderen Strategie des **Eurosystems** zur Anpassung an die digitalen Finanzen. Ergänzend wird **Appia** entwickelt, ein Projekt, das untersucht, wie das europäische tokenisierte Finanzökosystem der Zukunft aussehen sollte. **Appia** konzentriert sich auf Architektur, Standards, Governance, Assets, Dienstleistungen und Interoperabilität dieser neuen Landschaft. Der Masterplan ist für **2028** vorgesehen.

Die Kombination aus tokenisierten Assets, Zentralbankgeld, der Beteiligung großer Banken wie **Santander**, **Deutsche Bank** und **Société Générale**, Institutionen wie der **EIB** und **KfW** sowie der Nutzung der Plattform durch die **EZB** selbst zur Abwicklung eigener Transaktionen zeichnet eine Finanzzukunft mit mehr Programmierbarkeit und Automatisierung. Die **EZB** plant sogar, einen kleinen Teil ihrer eigenen Mittel in tokenisierte Wertpapiere zu investieren, um das neue System aus der Praxis heraus kennenzulernen.

## Mehr Programmierbarkeit und Smart Contracts

Eines der interessantesten Merkmale von **Pontes** ist die Fähigkeit, **Smart Contracts** zu integrieren. Das sind programmierte Verträge, die automatisch ausgeführt werden, wenn bestimmte vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Im Kontext von **Pontes** könnte dies Prozesse wie Emission, Handel, Abwicklung und Verwahrung von Assets erheblich beschleunigen. Die größere Programmierbarkeit, die **Smart Contracts** auf einer **DLT**-Infrastruktur bieten, könnte Effizienz und Transparenz von Großtransaktionen im Finanzwesen revolutionieren.

Die Idee ist, dass viele dieser Finanzgeschäfte künftig automatisch ablaufen können, wodurch der Bedarf an Intermediären sinkt und menschliche Fehler minimiert werden. Das öffnet die Tür zu einem dynamischeren Finanzmarkt, in dem vertragliche Bedingungen präzise und in Echtzeit durchgesetzt werden. Die **EZB** hat die Multicurrency-Fähigkeit und die größere Programmierbarkeit als zentrale Aspekte der Plattform hervorgehoben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

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