Polizisten liefern Essen in spanischem Abschiebezentrum

Tägliche Streifenwagen holen Mahlzeiten ab und verteilen sie im CIE Teneriffa ohne Hygieneprotokoll oder Desinfektion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Polizisten liefern Essen in spanischem Abschiebezentrum
Polizisten als Essenslieferanten: Anweisung zur Versorgung im CIE auf Teneriffa

Die Anweisung erreichte die Mobilgeräte der Beamten ohne Spielraum: Zwei Einheiten der Sicherheitsabteilung des GAC sollten täglich das Essen vom Restaurant Don Pollo abholen und an die Insassen des Abschiebehaftzentrums (CIE) Hoya Fría in Santa Cruz de Tenerife verteilen. Frühstück, Mittagessen und Abendessen. „Auf unbestimmte Zeit“. Die Einrichtung war aufgrund der Ankunft Tausender Menschen an den kanarischen Küsten wieder in Betrieb genommen worden, und jemand entschied, dass Funkstreifenwagen das letzte Glied der Logistikkette übernehmen sollten. Die Szene, zusammengefasst von einer Polizeigewerkschaft, ist kaum zu übertreffen: die UPR im CIE und die Zetas, die Sandwiches verteilen.

Zwei tägliche Funkstreifen zum Don Pollo

Die Nachricht wurde über die Messenger-Gruppen der Funkstreifenwagen in Santa Cruz de Tenerife verbreitet und beschreibt das gesamte Verfahren. Die Beamten werden vom CIMACC benachrichtigt, wenn Kollegen, die gerade die Insassen bewachen, dies anfordern. Das Kleingedruckte räumt ein, dass alles von der Verfügbarkeit der Kräfte abhängt, „aber das wird sich unterwegs regeln“. Die Sicherheitsüberwachung des Zentrums obliegt morgens und nachmittags der Interventionspolizei (UPR) und nachts der Vorbeugungs- und Reaktions-Einheit.

Bis hierhin nichts Ungewöhnliches in einem Zentrum mit steigender Belegung. Das Problem entsteht, wenn die polizeiliche Funktion mit der eines Catering-Dienstleisters verwechselt wird und das Streifenfahrzeug zum Lieferwagen wird.

5,4 Kilometer, acht Minuten und kein Hygieneprotokoll

Das für die Verpflegung beauftragte Restaurant ist das Bar-Restaurant Don Pollo an der Avenida de los Majuelos Nr. 4. Vom CIE bis zu dieser Lokalität sind es etwas mehr als fünf Kilometer, etwa acht Minuten Fahrtzeit. Die Beamten holen die Essensäcke im Restaurant ab und verteilen sie anschließend unter den Insassen.

Dem Bericht zufolge, der der Anweisung beiliegt, erfolgt der Transport ohne die für die Lebensmittelzubereitung erforderlichen hygienischen Bedingungen, und nach Abschluss der Verteilung werden die Polizeifahrzeuge nicht desinfiziert. Für eine Einrichtung, die schutzbedürftige Personen beherbergt, und für Beamte, die danach wieder auf die Straße gehen, ist dies ein Detail, das in keinem Protokoll auftaucht.

Warum fordert Jupol, dass eine Firma das Essen liefert?

Die Polizeigewerkschaft Jupol argumentiert, dass für diese Aufgabe ein Lieferunternehmen beauftragt werden sollte, da es keine Aufgabe der Beamten sei. Ihr Argument ist nicht berufliche Würde, sondern operativ. „Wenn es am Wochenende in Santa Cruz eine Schlägerei gibt, ist möglicherweise nur ein Zeta verfügbar. Die UPR im CIE und die Zetas verteilen Sandwiches“, fassen Gewerkschaftsquellen zusammen.

Der Einwand hat seine wirtschaftliche Logik: Jede Minute Streife, die für den Transport von Tabletts verwendet wird, fehlt auf der Straße. Und der Essensanbieter ist ein von der Verwaltung beauftragtes Unternehmen, kein interner Dienst. Die Anweisung unterscheidet jedoch nicht zwischen Sicherheit und Logistik.

Demütigung, verdiente Strafe und der Pull-Faktor

Die Reaktion auf die Nachricht spaltete sich in zwei Lager. Ein Teil der Kommentare liest die Situation als Demütigung für die Polizei, mit dem Verdacht, dass eine solche Anweisung die Autorität der Polizei gegenüber den Inhaftierten untergräbt. In diesem Sinne zirkuliert ein Argument, das den Unmut zusammenfasst: Es werde ein Pull-Faktor erzeugt, indem vermittelt wird, dass der Staat die Ankunft nicht nur nicht stoppt, sondern seine Beamten sogar zum Servieren des Abendessens einsetzt.

Ein anderer, deutlich weniger mitleidiger Strom behauptet, die Beamten hätten es sich selbst zuzuschreiben. Das Argument stützt sich auf die Rolle der Polizei während der Pandemie – Bußgelder für zwei Personen auf dem Vordersitz, Mobilitätskontrollen – und auf die Idee, dass ein Beamter, der damals gehorchte, jetzt keine sarracena Autorität habe, sich zu beschweren. Manche formulieren es sogar als Wiedergutmachung: Sie sollen sich ein bisschen kriechen lassen.

In der Mitte steht die häufigste Analyse, die weder von Rache noch von Würde spricht, sondern von Hierarchie: In jeder öffentlichen Behörde wird die Anweisung von oben befolgt, und eine Beschwerde hilft wenig. „In jeder öffentlichen Behörde können sie mit dir machen, was sie wollen, auf Befehl von oben. Und schluck es oder geh weg, denn dagegen vorzugehen ist wie Regen anzuschauen.“ Wer kann, so heißt es, beantragt unbezahlten Urlaub.

30.000 abgelehnte Asylanträge und Verlegungen fernab der Schlagzeilen

Der Hintergrund der Verteilung ist der administrative Engpass. Im laufenden Jahr haben mehr als 30.000 Menschen in Spanien Asyl beantragt, deren Antrag abgelehnt wurde, laut Daten aus Polizeikreisen. Die Beamten warnen, dass es unmöglich sei, alle ankommenden Personen zu analysieren und zu untersuchen, um festzustellen, ob sie tatsächlich Schutz benötigen.

Während die Akten bearbeitet werden, ist die territoriale Verteilung ein weiterer Faktor: Extremadura, Badajoz, Madrid, Kastilien-León, Murcia, Andalusien oder Aragón gehören zu den Zielen der aus den Kanaren verlegten Personen. Die meisten landeten in kleinen Gemeinden, fernab der Medienaufmerksamkeit und mit geringer oder keiner Kommunikation an die lokalen Behörden. Die Frage, die bleibt, ist die altbekannte: Was passiert mit diesen Menschen, wenn der Fall abgeschlossen ist und es weder einen Platz noch eine Rückkehrmöglichkeit gibt?

Der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät

Man kann diskutieren, ob die Polizei Essen verteilen soll oder ob dies ein Catering-Unternehmen tun sollte. Was nicht zusammenpasst, ist die Kombination: ein durch Migrationsdruck wiedereröffnetes CIE, eine Personaldecke, die als unzureichend für die Straßenarbeit erklärt wird, und eine unbefristete Anweisung, die sich „unterwegs“ regelt. Niemand hat bisher erklärt, welche Aufgaben vernachlässigt werden, während zwei Funkstreifenwagen als Boten fungieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (180 Antworten).

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