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Polen überholt die Schweiz beim gesamten BIP: der Schein der Zahl
Polen kommt beim gesamten BIP fast an die Schweiz heran, doch das Pro-Kopf-Einkommen liegt weiterhin viermal darunter. Die echte Konvergenz, vermessen.
Polen überholt die Schweiz beim BIP: die Zahl, die die echte Kluft verbirgt
Wie ist es Polen gelungen, beim gesamten BIP mit der Schweiz gleichzuziehen, ohne dass der Durchschnittspole etwas davon in der Tasche spürt? Das ist die unbequeme Frage hinter der Schlagzeile, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet hat: Die ehemalige kommunistische Wirtschaft nähert sich inzwischen 1,13 Billionen Dollar, gegenüber den helvetischen 1,15 Billionen. Die Antwort verlangt, über das aggregierte BIP hinauszublicken und beim Pro-Kopf-Einkommen anzukommen.
Der demografische Trick: viermal mehr Bevölkerung
Die Zahl ist vernichtend: Die Schweiz verteilt ihre 1,15 Billionen auf gerade einmal neun Millionen Einwohner; Polen seine 1,13 Billionen auf 36,6 Millionen. In Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet verdient der Durchschnittsschweizer rund 128.000 Dollar gegenüber 31.000 Dollar beim Polen. Das heißt: Die polnische Wirtschaft ist inzwischen vergleichbar groß, aber jeder Pole hat weiterhin viermal weniger als ein Schweizer. Manche behaupten, das gesamte BIP ohne Division durch die Bevölkerung sei Nebel. Andere halten dagegen, dass die Schlagzeilen nicht gelogen haben, sondern nur mit einer Metrik geprotzt haben.
Die echte Konvergenz: von 47% auf 79% der EU
Unbestreitbar ist das Tempo des Fortschritts. 2004, als Polen der EU beitrat, lag sein Pro-Kopf-Einkommen bei 47% des EU-Durchschnitts. 2026 liegt es bei rund 79%. Das sind 32 Punkte in 22 Jahren, ein Tempo von 1,45 Punkten pro Jahr. In diesem Schritt ist die Hundert-Prozent-Marke in gut einem Jahrzehnt erreicht. Skeptiker erinnern daran, dass das Standbild weiterhin ein Land mit sehr armen Regionen zeigt: Man muss nur Warschau oder Krakau und die Touristenrouten verlassen, um auf das andere Land zu stoßen.
Eigenes Wunder oder deutsche Fertigung
Bei den Ursachen prallen die Deutungen aufeinander. Die einen erledigen es als Lehrbuchfall: ein Land, das ein System ohne Anreize hinter sich lässt und wächst, indem es Produktionspolitik anwendet. Andere stufen es als Ingenieursarbeit herab: Die deutschen Industrieanlagen, die europäischen Gelder und die von Berlin im Auftrag Washingtons veranlasste Reindustrialisierung hätten das Wunder gefertigt. Und manche fügen einen düsteren Hinweis hinzu: Polen hat heute weniger Einwohner als im Jahr 2000 und altert schnell – mit allen Folgen, die das für die BIP-Fete haben wird.
Dass Polen der Schweiz im aggregierten Ranking nun den Rang abgelaufen ist, ist ein statistischer Meilenstein. Für den Durchschnittspolen, der ein Viertel des Schweizer Verdienstes bekommt und zusieht, wie sein Land entvölkert wird, klingt die Nachricht vermutlich nach einer weiteren Schlagzeile von irgendwo anders. Nehmen Sie die Zahl zur Kenntnis, aber verwechseln Sie Größe nicht mit Reichtum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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