Argentinien und die EU: eine wirtschaftliche Illusion
Argentinien ist Europa, aber vor allem wegen der Wirtschaft, spottete ein Kommentator. Der Satz fasst eine Debatte zusammen, die immer wieder aufflammt: Teilt Argentinien genug wirtschaftliche Merkmale mit der Europäischen Union, um als europäisches Land zu gelten, oder ist das nur eine Illusion seiner Einwanderervergangenheit?
Die Argumente stützen sich oft auf die demografische Zusammensetzung. Argentinien hat einen hohen Anteil an Nachfahren von Italienern und Spaniern, ähnlich wie jedes südeuropäische Land. Wer dort gelebt hat, stellt fest: Verglichen mit Bolivien, Paraguay oder Ecuador ist der Unterschied deutlich. Die argentinische Wirtschaft however reicht längst nicht an europäische Standards heran. Der Kommentar des Nutzers enthielt einen spöttischen Emoji: „Argentinien ist Europa, vor allem wegen der Wirtschaft –

“. Und ein anderer fügte hinzu: „Na ja, wenn man uns etwas Zeit gibt, fallen wir irgendwann weit genug, um auf ihr Niveau zu kommen“.
Die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens lässt wenig Hoffnung zu. Während die EU ein hohes Pro-Kopf-BIP und relative Stabilität aufweist, kämpft Argentinien mit chronischer Inflation, unbezahlbaren Schulden und wiederkehrenden Krisenzyklen. Das Gefühl der „Europäität“ prallt auf eine Realität, die sich immer weiter vom europäischen Feld entfernt.
Mit einer Wirtschaft, die nicht recht abheben will, und einem komplexen gesellschaftlichen Umfeld verblasst die Illusion. Bleibt von diesem europäischen Charakter noch etwas übrig – abgesehen von den Genen?