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Plastikkekse: 60 Dollar pro Kilo und noch nie gekostet
Die University of Illinois nutzt CRISPR-Hefe, um PET in 3D-gedruckte Kekse zu verwandeln. Sie kosten 60 Dollar pro Kilo, und niemand hat sie bisher probiert.
Plastikkekse: 60 Dollar pro Kilo und noch nie gekostet
Kann man eine Wasserflasche essen? Die technische Antwort lautet ja, auch wenn das Verfahren mehr kostet als ein Degustationsmenü. Ein Team der Southern Illinois University Carbondale hat mit CRISPR Hefestämme so umprogrammiert, dass sie PET — den Kunststoff aus Flaschen, Verpackungen und Kleidung — verdauen und in Proteine, Fette und Aromastoffe umwandeln, die anschließend in 3D in Form griechischer Buchstaben gedruckt werden. Das Ergebnis nennen sie µBites. Es rieche gut, sagen sie. Probiert hat es noch niemand.
Die Forschung stammte nicht aus einem Lebensmittellabor, sondern aus NASAs Deep Space Food Challenge, einem Programm zur Nahrungsmittelproduktion auf langen Mars-Missionen. Dort ändert sich die Rechnung: Wenn der Transport von Vorräten prohibitiv teuer ist, hört es auf, Exzentrik zu sein, Abfälle in Nährstoffe umzuwandeln.
Wie aus einer Flasche ein Keks wird
Das Verfahren beginnt mit einer oxidativen hydrothermalen Auflösung: Hitze, Wasser und Sauerstoff zerlegen das PET in kleinere Verbindungen. Die modifizierte Hefe verstoffwechselt sie und produziert Proteine, Fette und Säuren. Anschließend werden Fasern, Stärke und Süßungsmittel zugesetzt, damit die Masse Textur und Geschmack bekommt. Das Aroma sei, so Mikrobiologin Lahiru Jayakody, «angenehm und einladend», wie das eines echten Kekses. Derselbe Stamm verwandelt pflanzliche Biomasse auch in Vanillearoma.
Das Problem ist nicht die Chemie. Es ist die Rechnung.
60 Dollar pro Kilo: der Preis, der die Erfindung begräbt
Die Produktion eines Kilos dieser Kekse kostet derzeit rund 60 Dollar, wie aus Daten hervorgeht, die The Guardian veröffentlicht hat. Jedes konventionelle Lebensmittel ist unendlich viel billiger. Genau da bricht die Erzählung zusammen: Wenn das Ziel war, die Massen zu ernähren, schließt der Preis sie von vornherein aus.
Die Skepsis kommt nicht nur von den Kosten. Jason Hallett, Forscher am Imperial College London, sagte es unmissverständlich: Es entstehen 400 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr, und daraus werden keine Kekse. «Wir werden keine Plastikkekse essen», erklärte er. Sein Fazit: Das System ist weder wirtschaftlich tragfähig noch löst es die Plastikkrise.
Soylent Green und der Präzedenzfall, den niemand wiederholen will
Der kulturelle Bezug lag auf der Hand. Lautlos im Weltraum (1973) entwarf ein überbevölkertes New York im Jahr 2022, in dem die Elite ein verarbeitetes Lebensmittel mit geheimer Zutat kontrollierte. Die Parallele zu Keksen aus Abfällen blieb nicht unbemerkt: Die dystopische Fiktion hatte dieses Terrain bereits erkundet.
Auch die Literatur. John Scalzis Old Man's War beschreibt eine Menschheit, die aufgehört hat, Erdöl zu verbrennen, um daraus Nahrung herzustellen, weil es weder Vieh noch Ernten mehr gab. Der Unterschied: Im Roman gab es keine Alternative. Hier schon.
Die echte Nische: Mars, nicht der Supermarkt
Der sinnvolle Einsatz dieser Technologie liegt nicht im Einkaufswagen. Er liegt in einem Raumschiff. Bei Missionen von Monaten oder Jahren ist die Nahrungsmenge, die von der Erde gestartet werden kann, begrenzt, und ein System, das Abfälle und Biomasse in essbare Nährstoffe recycelt, ergibt betrieblich Sinn. Auf der Erde liegt das Problem anderswo: Es gibt zu viel Plastik und zu wenig Willen, es zu bewältigen.
Die Forscher warten noch auf die Genehmigung der Universität, um die Kekse zu probieren. Es rieche gut, bestehen sie. Ob sie jemand isst, ist eine andere Frage.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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