Pitbull verletzt Besitzer nach Kampf mit Rottweiler auf Mallorca

Ein Pitbull greift seinen Halter auf Mallorca an. Debatte über gefährliche Hunderassen, Maulkorbpflicht und Steroide.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Pitbull verletzt Besitzer nach Kampf mit Rottweiler auf Mallorca
Ein Pitbull verletzt seinen Besitzer nach einem Kampf mit einem Rottweiler auf Mallorca

Ein Mann spazierte auf Mallorca mit zwei Kampfhunden – einem Pitbull und einem Rottweiler – als die beiden Tiere aufeinander losgingen. Als er versuchte, sie zu trennen, wandte sich der Pitbull gegen ihn und fügte ihm schwere Verletzungen zu. Seine eigene Frau erklärte gegenüber der Polizei, dass sie kein Problem damit hätte, wenn das Tier getötet würde. Der Vorfall, über den Última Hora berichtete, löste eine Debatte über die Haltung potenziell gefährlicher Rassen, die Verwendung von Maulkörben und die rechtliche Verantwortung derer aus, die sich für ein Zusammenleben mit einem Kampfhund entscheiden.

Was genau beim Spaziergang geschah

Die Schilderung ist so einfach wie brutal. Der Besitzer führte die beiden Hunde ohne Maulkorb auf die Straße. Irgendwann begannen die Tiere zu kämpfen. Er mischte sich ein, um sie zu trennen, was genau das ist, was man bei Kampfhunden nicht tun sollte. Anstatt vom Rottweiler abzulassen, griff der Pitbull seinen eigenen Besitzer an. Die Frau des Verletzten bestätigte den Beamten, dass nur ihr Ehemann diesen Hund kontrollieren konnte, gerade wegen dessen Gefährlichkeit. Das heißt: Das familiäre Umfeld selbst räumte ein, dass das Tier für jede andere Person unkontrollierbar war.

Die Szene hinterlässt eine unbequeme Tatsache. Ein Hund, der nur einer Person gehorcht und diese angreift, wenn er zwischen ihn und ein anderes Tier tritt, ist kein Haustier. Es ist ein eingegangenes Risiko. Und wer dieses Risiko eingeht, trägt die Konsequenzen.

Der Maulkorb, der nicht angelegt wird, und die Leine, die nicht ausreicht

Die Diskussion drehte sich schnell um die Vorschriften. Manche argumentieren, dass ein potenziell gefährlicher Hund immer einen Maulkorb in der Öffentlichkeit tragen muss, und dass Verstöße gegen diese Regel mit Geldbußen geahndet werden, die in der Praxis jedoch fast nie verhängt werden. Dagegen spricht das Argument, dass das Gesetz existiert, aber die Kontrolle fehlt: Niemand ahndet den Nachbarn mit dem frei laufenden Pitbull im Park.

Die pessimistischste Berechnung wurde direkt in der Unterhaltung angestellt: Wenn der Hund bereits Aggressivität gezeigt hatte, war die einzige vernünftige Option, ihn einzuschläfern, bevor so etwas passiert. Die optimistischere Sichtweise vertraut auf das Eignungszertifikat und die Haftpflichtversicherung. Keine der beiden Optionen verhindert, dass ein Pitbull und ein Rottweiler mitten auf der Straße kämpfen und der Besitzer im Krankenhaus landet.

Die Debatte über Kampfhunde: Daten versus Verteidigung

Hier spaltet sich das Material in zwei Lager. Eine Strömung erinnert daran, dass Statistiken über tödliche Angriffe in den USA, gesammelt von Dogsbite.org zwischen 2005 und 2017, Pitbulls 284 der 433 registrierten tödlichen Angriffe zuschreiben, was fast 66 % der Gesamtzahl entspricht. Eine andere Strömung kontert mit dem Temperamentstest der American Temperament Test Society, bei dem der American Pit Bull Terrier den Test in 87,6 % der Fälle besteht, besser als andere Rassen und deutlich besser als der Australian Shepherd, der nur etwa 50 % erreicht.

Beides kann gleichzeitig wahr sein. Ein Hund kann stabil gegenüber Menschen und tödlich gegenüber anderen Hunden sein. Das Problem ist nicht die Rasse im Abstrakten: Es ist die Kombination eines zum Kämpfen gezüchteten Tieres mit einem Besitzer, der die Signale nicht lesen kann – oder will.

Das Geschäft mit dem übermuskelten Hund

Eine der interessantesten Wendungen in dieser Angelegenheit betraf Steroide. Es wurde darauf hingewiesen, dass diese Tiere, die ohnehin schon einen reizbaren Charakter haben, zu Tötungsmaschinen werden, wenn ihnen anabole Steroide zur Steigerung der Muskelmasse verabreicht werden. Der Trend zum American Bully, bulligen Kreuzungen und tätowierten Hunden hat einen Markt geschaffen, in dem das Aussehen mehr zählt als das Verhalten.

Das Ergebnis ist ein Hund, der kein reinrassiger Pitbull ist, sondern ein hypertrophierter Mischling, der von Laien gezüchtet und als Statussymbol verkauft wird. Wer ihn kauft, sucht keinen Begleiter: Er sucht ein Objekt, das imponiert. Und manchmal wendet sich dieses Objekt gegen seinen Besitzer.



Die Prognose, mit Vorbehalten: Solange die Vorschriften Papier bleiben und das Geschäft mit übermuskelten Hunden profitabel bleibt, wird es weitere Fälle wie diesen geben. Nicht weil Pitbulls Teufel sind, sondern weil zu viele Leute bereit sind, einen solchen Hund zu halten, ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (194 Antworten).

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